Tag acht der
Australian Open markiert die Halbzeit des Turniers. Genau vor einer Woche bereiteten sich die Spieler darauf vor, den Court zu betreten. 128 Spieler in den ATP- und WTA-Wettbewerben hofften auf starke Auftritte, nun sind auf beiden Seiten nur noch 16 übrig, die um die begehrten Viertelfinalplätze kämpfen.
Es ist erneut ein Tag vollgepackt mit Hochkarätern, mit garantierter Dramatik und großen Geschichten am zweiten Sonntag der Australian Open.
Acht ATP-Asse im Einsatz, nur vier kommen weiter...
Das Achtelfinale ist der Punkt, an dem es für die besten Spieler der Welt richtig ernst wird. Einige haben bereits gegen gesetzte Spieler gespielt, doch die Herausforderungen steigern sich in der Qualität bis zum Finaltag am 01.02.
Carlos Alcaraz ist nahezu das Maximum an Schwierigkeit, er hat bei diesen Australian Open noch keinen Satz abgegeben. Er will seine dominante Form auf dem Court fortsetzen, mit Tommy Paul als nächstem Gegner für den sechsfachen Grand-Slam-Champion, während er weiter nach dem begehrten Major-Titel Down Under sucht.
Zuletzt trafen die beiden im Viertelfinale der French Open im vergangenen Jahr aufeinander. Paul gewann nur fünf Spiele und scheiterte damit zum zweiten Major in Folge am Viertelfinale, nach dem letztjährigen Australian Open. Dennoch sind das sehr respektable Resultate für den Amerikaner, der nach einer positiven Rückkehr von seiner Verletzung auf eine Wiederholung hofft.
Diese Partie läuft in der Rod Laver Arena, in der die australischen Fans kurz darauf ihre Nummer eins Alex de Minaur anfeuern können. Er zeigt Anzeichen, in Topform zu sein, und wehrte zuletzt knifflige Gegner wie Frances Tiafoe ab. Als Nächstes wartet auf die Nummer sechs der Welt der formstarke Alexander Bublik. Der Kasache hat 2026 auf der ATP Tour noch kein Match verloren und auf dem Weg zum Titel in Hongkong nur einen Satz abgegeben. Inzwischen fest in den Top 10 der Welt, will er seinen Platz mit einem möglichen, sehr unpopulären Sieg weiter festigen.
Alexander Zverev gegen Cerundolo
Zwei ehemalige Finalisten betreten am achten Turniertag ebenfalls die Bühne. Die
Nummer drei der Welt und Vorjahresfinalist
Alexander Zverev macht weiterhin ordentliche Fortschritte im Turnier. Der Deutsche gewann jede Partie mit 3:1, findet sein bestes Tennis meist im späteren Verlauf. Gegen
Francisco Cerundolo will er seine gute Form bestätigen. Zwar gewann Zverev die letzten beiden Duelle, doch der Argentinier führt im direkten Vergleich und beeindruckte bislang in Melbourne, zuletzt mit einem glatten Sieg gegen Andrey Rublev.
Der dreifache Finalist Daniil Medvedev hat ähnlich wie Bublik in diesem Kalenderjahr noch nicht verloren. Diese perfekte Serie stand kurz vor dem Kippen, als er gegen Fabian Marozsan einen 0:2-Satzrückstand in einem packenden Duell drehte. Es ist eine Neuauflage seines Matches aus der zweiten Runde im Vorjahr, erneut gegen Learner Tien. Der Amerikaner gewann 2025, seither lieferten sich beide in China hochklassige Partien, mit je einem Sieg.
Topspielerinnen der WTA wollen Ausrutscher vermeiden
Es war nicht Sabalenkas komfortabelstes Drittrundenmatch, sie besiegte Anastasia Potapova mit Hilfe von zwei Tiebreaks. Ein viertes Finale in Serie ist noch weit entfernt, die Nummer eins der Welt hat den Platz dort keineswegs sicher, doch bislang stimmen die Zeichen. Ihr bislang härtester Test kommt in Gestalt von Victoria Mboko. Die Teenager-Sensation gibt nicht nur ihr Debüt bei den Australian Open, sondern auch ihr erstes Achtelfinale bei einem Grand Slam. Schwerer als Sabalenka wird es kaum, doch Mboko wird die Aufgabe gegen eine der Besten der Welt annehmen.
Auch die zweifache Grand-Slam-Siegerin Coco Gauff kehrt auf den Court zurück. Wie bei Sabalenka kam ihr bislang härtester Test in Runde drei, als sie Freundin Hailey Baptiste in drei Sätzen bezwang. Die offensichtlichen Schwächen in Gauffs Spiel wurden bislang weniger offenbart als phasenweise in der vergangenen Saison, die 21-Jährige peilt ein drittes Viertelfinale in Folge bei diesem Turnier an. Dafür muss sie die frühere Roland-Garros-Finalistin Karolina Muchova ausschalten. Die Vorzeichen stehen gut für die Amerikanerin, die alle vier bisherigen Duelle ohne Satzverlust gewann. Muchova muss dies ausblenden, wenn sie Gauff in der Margaret Court Arena herausfordert.
Eine der Außenseiterinnen auf den Titel ist Mirra Andreeva. Mit bereits einem Titel in diesem Jahr hat sich die 18-Jährige durch die ersten drei Runden gepflügt. In Bestform erinnert sie an die Phase um diese Zeit im vergangenen Jahr, als sie zwei WTA-1000-Titel in Serie holte. Diese Punkte muss sie bald verteidigen, doch für die Russin gilt: eine Aufgabe nach der anderen. Elina Svitolina kommt ebenfalls mit einem Titel und in starker Form in dieses Duell. Eine harte Prüfung für beide Spielerinnen, die sich im Vorjahr in Indian Wells gegenüberstanden, wo Andreeva das bislang einzige Aufeinandertreffen gewann.
Das vierte und letzte Einzel ist ein echtes Duell Jugend gegen Erfahrung. Iva Jovic zählt zu den positiven Überraschungen dieses Turniers. Ihr Allround-Spiel ist sehr stabil, Jasmine Paolini musste für Jovics ersten Top-10-Sieg weichen. Nun steht die 18-Jährige erstmals in einem Achtelfinale und träumt von einem überraschenden Viertelfinale. Sie trifft auf Yulia Putintseva, die trotz zuvor schwacher Form dieses Stadium erreichte – begleitet von Buhrufen. Die 31-Jährige ist auf dem Court womöglich nur die zweite Favoritin, doch das motiviert sie, da sie auf ihr erstes Australian-Open-Viertelfinale und die erste Grand-Slam-Viertelfinalteilnahme seit 2020 zielt.