Joao Fonseca erlitt beim
Rio Open einen Rückschlag und schied nach einem vielversprechenden ersten Satz in zwei Sätzen aus. Trotz früher Führung konnte er sein Niveau nicht halten und mehrere Breakchancen nicht verwerten. Die Niederlage setzt den schwierigen Start in seine Saison fort und lässt das Heimpublikum in den späteren Runden ohne seinen lokalen Favoriten zurück.
Analyse: Fonseca verpasst Chancen und richtet Blick aufs Doppel
Fonsecas erster Satz zeigte Ansätze taktischer Reife: Er nutzte Grundlinienkonstanz und gut getimete Schlagauswahl, um in Führung zu gehen. Im weiteren Verlauf gewann der Gegner jedoch an Fahrt, während Fonsecas Spiel auf den entscheidenden Punkten nicht die nötige Durchschlagskraft hatte. Seine mangelnde Chancenverwertung unterstrich die Bedeutung von Effizienz auf ATP-500-Niveau, wo die Spielräume minimal sind.
Als Nummer 38 in die Saison gestartet, hat Fonseca in diesem Jahr nur einen Sieg in vier Matches. Gesundheitsprobleme zu Saisonbeginn trugen ebenfalls zu Leistungsschwankungen bei. Das Ergebnis in Rio betont sowohl das Potenzial als auch die Entwicklungsfelder des jungen Brasilianers, der sich unter den besten Spielern der Welt etablieren möchte.
Nach dem Einzel richtet das 19-jährige Talent den Fokus nun auf das Doppel an der Seite von Routinier Marcelo Melo. Das anstehende Duell gegen Mark Wallner und Jakob Schnaitter bietet die Chance, Selbstvertrauen zurückzugewinnen und das Turnier mit einer positiveren Note zu beenden – ein unmittelbares Ziel für den Lokalhelden.
Fonseca räumte die Schwierigkeiten während des Matches ein und verwies auf eigene ausgelassene Möglichkeiten. „Ich glaube, ich habe im ersten Satz gut gespielt. Ich habe nicht zu sehr gedrückt, um ihn zu gewinnen, ich habe ein Break geholt, aber das lag eher an seinen Fehlern als an meinen Verdiensten. Im zweiten Satz habe ich eine große Gelegenheit liegen lassen; ich konnte meinen Rhythmus nicht wiederfinden. Er hat gut gespielt und ich konnte nichts ändern. Er hat Vertrauen getankt und ich habe ein wenig nachgelassen, ohne Chancen zu nutzen. Ich habe Dinge zu verbessern.“
Trotz starkem Start verwertete Fonseca nur eine von neun Breakchancen. Die Fähigkeit seines Gegners, den Druck hochzuhalten, und Fonsecas Aussetzer in Schlüsselmomenten entschieden letztlich die Partie. Die Einschätzungen des jungen Brasilianers zeigen ein klares Bewusstsein dafür, wo nachgebessert werden muss, insbesondere in kritischen Phasen von ATP-Matches.
Die Niederlage unterstreicht die kleinen Unterschiede auf diesem Niveau. Während Fonsecas Grundlinienspiel und Schlagauswahl vielversprechend bleiben, ist die fehlende Konstanz bei der Verwertung wichtiger Punkte in dieser Saison ein wiederkehrendes Thema. Beobachter werden wohl auf seine Reaktion bei den nächsten Turnieren schauen, um zu sehen, ob er sein Potenzial in Ergebnisse ummünzen kann.
Blick nach vorn: Einstellung und Doppelfokus
Fonseca ordnete die Niederlage in einen größeren Kontext ein und betonte den Lernprozess. „Chancen auf diesem Niveau darf man nicht auslassen. Manchmal mache ich Fehler, aber es ist ein Prozess, es geht darum, sich stetig zu verbessern und weiterzuarbeiten. Traurig über diese Niederlage, aber es ist in Ordnung.“
Er richtet den Blick bereits auf das Doppel mit Marcelo Melo. „Das ist Tennis. Manche Wochen verlierst du, und dann musst du deine Einstellung ändern und nach Lösungen suchen. Morgen wache ich mit dem gleichen Antrieb auf. Marcelo und ich spielen gutes Doppel und gutes Tennis. Es geht darum, zu schlafen, ein bisschen zu reflektieren und weiterzumachen.“
Das Doppel gegen Wallner und Schnaitter bietet eine unmittelbare Möglichkeit, Rhythmus und Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Fonsecas professioneller Umgang mit Rückschlägen – Fehler anerkennen, Leistung analysieren und nach vorne blicken – spiegelt die Mentalität wider, die es für Erfolge auf der ATP Tour braucht.