Die ATP wird derzeit von
Carlos Alcaraz und
Jannik Sinner beherrscht. Beide spielen auf einem Niveau, das weit รผber dem ihrer Konkurrenten liegt. Der Einzige, der sie aufhalten kann, ist jeweils der andere โ ein Umstand, der sich auch in den Ranglisten widerspiegelt. Die Nummer drei der Welt ist nรคher an Platz 1000 als an Platz zwei โ ein deutliches Zeichen fรผr die aktuelle Kluft an der Spitze des Herrentennis.
Sinner feiert Masters-Triumph und lรถst Alcaraz ab
Diese Dominanz wurde beim Paris Masters erneut sichtbar, wo Sinner endlich seinen ersten Masters-1000-Titel gewann. Nach zwei verlorenen Finals gegen Alcaraz in Rom und Cincinnati sowie einer verletzungsbedingten Aufgabe in Shanghai beendete er in der franzรถsischen Hauptstadt seine Durststrecke. Mit dem Sieg รผbernahm er kurzzeitig wieder die Nummer eins der Welt, bevor ihm nach dem Abzug der Punkte von den ATP Finals 2024 der zweite Platz bleiben wird.
Die Spitze zieht davon
Der Abstand der beiden รberflieger auf den Rest des Feldes ist gewaltig.
Alexander Zverev liegt mit 5.560 Punkten auf Rang drei โ 5.690 Zรคhler hinter Alcaraz (11.250) auf Platz zwei. Zum Vergleich: Der Abstand zwischen Zverev und Platz 100 betrรคgt 5.536 Punkte. Damit ist der Deutsche derzeit nรคher an der Nummer 1000 der Welt als an Alcaraz โ trotz des riesigen Unterschieds in der Platzierung.
Sinner und Alcaraz setzen damit Maรstรคbe in einer Form, wie sie der Tennissport selten erlebt hat. Und das, obwohl Sinner wegen einer Sperre drei Monate pausieren musste. Ohne diese Unterbrechung wรคre der Abstand wohl noch grรถรer. Auch Alcaraz verpasste drei Masters-1000-Turniere, was das Ausmaร ihrer Dominanz noch einmal verdeutlicht.
Wie groร der Leistungsunterschied ist, zeigte sich im Halbfinale des Paris Masters: Sinner lieร dem frรผheren ATP-Finals-Champion Zverev keine Chance und gewann zwรถlf der 13 gespielten Games โ ein klares Statement seiner รberlegenheit.
Auch die Titelsammlung spricht Bรคnde. Zusammen haben Alcaraz und Sinner 2025 bereits 13 Turniersiege errungen โ acht durch Alcaraz, fรผnf durch Sinner. Dazu zรคhlen alle vier Grand-Slam-Titel des Jahres, die sie unter sich aufteilten. Immer wenn beide im selben Turnier antraten, gewann einer von ihnen den Titel.
Herausforderer bleiben chancenlos
Ihre Dominanz liegt nicht nur an ihrem auรergewรถhnlichen Niveau, sondern auch daran, dass ihre grรถรten Rivalen aktuell nicht mithalten kรถnnen. Novak Djokovic, mit 38 Jahren noch immer ihr gefรคhrlichster Gegner, hat seit den Australian Open keinen der beiden mehr besiegt. Zwar erreichte er in dieser Saison vier Grand-Slam-Halbfinals, doch der entscheidende Schritt zum Sieg fehlt ihm inzwischen. All das unterstreicht: Die รra Sinner und Alcaraz hat lรคngst begonnen.
Novak Djokovic hat Jannik Sinner seit den ATP Tour Finals 2023 nicht mehr besiegt
Zverev ist ebenfalls jemand, von dem man erwartet, dass er an der Spitze mitspielt, aber er konnte seine frรผhere Form auf dem Platz nicht wiederholen. Mit nur einem Titel im Jahr 2025 kรถnnte Zverevs Highlight des Jahres in Melbourne gewesen sein, als er das Finale des ersten Major-Events des Jahres erreichte, nur um gegen Sinner in einfachen Sรคtzen zu verlieren.
Abgesehen von diesen beiden haben ehemalige Stars wie Daniil Medvedev und Stefanos Tsitsipas in letzter Zeit den Anschluss verloren, andere Top-Talente wie Taylor Fritz, Alex de Minaur, Ben Shelton und Jack Draper haben den nรคchsten Schritt noch nicht geschafft, und fรผr Talente wie Joao Fonseca und Jakub Mensik ist es noch zu frรผh, um konstant an der Spitze mitzuspielen.