Alexander Zverev hat Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre von Spielern auf der Profitour geäußert und offenbart, dass er seinen Handy-Code ändern musste, nachdem dieser während einer Übertragung zu sehen war. Im Vorfeld des ATP-500-Turniers
BMW Munich Open bezeichnete die Nummer 3 der Welt den Vorfall als Beispiel dafür, dass TV-Berichterstattung vernünftige Grenzen überschreitet.
Der Deutsche räumte ein, dass permanentes Filmen Teil des modernen Tennis ist, argumentierte jedoch, dass es klare Grenzen brauche. Seine Aussagen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Kritik daran, wie eng Spieler überwacht werden – sowohl während der Matches als auch in angrenzenden Bereichen, in denen Kameras häufig Momente einfangen, die nichts mit dem Wettkampf zu tun haben.
Die Debatte hat sich in den vergangenen Monaten nach ähnlichen Beschwerden von Coco Gauff zugespitzt, die den Mangel an Privatsphäre bei den Australian Open kritisierte, nachdem Backstage-Aufnahmen von ihr beim Zerstören eines Schlägers öffentlich kursierten. Beide Fälle verweisen gemeinsam auf eine breitere Sorge der Spieler über die Grenzen des TV-Zugangs.
Sie fallen zudem in eine Phase, in der Zverevs Form konstant, aber ohne endgültigen Durchbruch ist. Beim Sunshine Double erreichte er in Indian Wells und Miami jeweils die späten Runden, scheiterte jedoch an Topgegnern. Dieses Muster setzte sich beim Monte-Carlo Masters fort, wo er im Halbfinale Jannik Sinner (6:1, 6:4) unterlag, was eine Serie von Niederlagen vor allem gegen Sinner und Carlos Alcaraz verlängerte.
„Alle haben den Code gesehen“: Zverev schildert Handy-Vorfall
Zverev erklärte, dass die Situation eskalierte, als er erfuhr, dass eine Übertragung ihn beim Entsperren seines Handys gezeigt und damit sensible Informationen offengelegt hatte. Der Vorfall zwang ihn zu sofortigem Handeln. „Ich erhielt eine Nachricht, dass ausgestrahlt worden sei, wie ich mein Handy entsperre. Also haben alle den Code gesehen.“
Er bezeichnete die Episode als vermeidbar und kritisierte mangelnde Diskretion bei bestimmten Kameraperspektiven. Zwar räumte er ein, dass Kameras „überall“ seien, betonte jedoch, dass nicht alle Momente zugänglich sein sollten, insbesondere solche ohne Bezug zum Spiel. „Wir wissen alle, dass überall Kameras sind, und das ist in Ordnung“, sagte die Nummer 3 der Welt laut
Marca. „Aber es sollte Orte geben, an denen man Privatsphäre hat.“
Zverev ergänzte, die Sichtbarkeit seines Handy-Codes sei „unnötig“ gewesen, und verwies damit auf ein größeres Problem, wie Berichterstattung gesteuert wird und was bei Turnieren als akzeptabel gilt.
Zverev bezog sich zudem auf denselben Vorfall rund um Coco Gauff und untermauerte damit seine Position, dass Spieler in Situationen gefilmt werden, die sie als privat ansehen. „Es war ein großes Thema, als Gauff ihren Schläger zerbrach und dachte, niemand schaue zu. Wir wissen alle, dass überall Kameras sind, und das ist in Ordnung, aber es sollte Orte geben, an denen man Privatsphäre hat. Dass mein Handy-Code sichtbar war, ist unnötig.“
Titelverteidigung in München und jüngstes Muster
Abseits der Privatsphäre-Thematik gab Zverev eine direkte Einschätzung seines Niveaus im Vergleich zur Spitze der Tour. Seine jüngsten Ergebnisse unterstreichen eine konstante Präsenz in späten Runden, aber auch eine klare Hürde. „In den vergangenen Monaten habe ich fast ausschließlich gegen ihn und Carlos Alcaraz verloren. Das bedeutet, dass ich bei Turnieren weit komme und besser spiele als im vergangenen Jahr.“
Zverev reist als Titelverteidiger nach
München, nachdem er 2025 den Pokal geholt hat, und zählt auf heimischem Boden erneut zu den Favoriten. Beim Sunshine Double erreichte er das Viertelfinale beim Indian Wells Masters und das Halbfinale bei den Miami Open und scheiterte in beiden Turnieren an Spitzengegnern. Dieses Muster setzte sich auf Sand beim Monte-Carlo Masters fort, wo er das Halbfinale erreichte, bevor er gegen Jannik Sinner (6:1, 6:4) verlor.