Die Zukunft der
WTA Finals rückt erneut in den Fokus, da das Turnier Riyadh nach 2026 verlassen wird und frische Gespräche über eine mögliche Rückkehr nach Europa aufkommen. Zu den frühen Anwärtern zählt die Tschechische Republik, wo der Promoter
Tomáš Petera seine Bemühungen erneuert hat, das Saisonfinale nach Ostrava zu holen.
Petera, der seit Langem in
WTA-Turniere involviert ist, bestätigte, dass die Gespräche mit dem Verband in den vergangenen Monaten an Intensität gewonnen haben. Sein Interesse kommt zu einem Zeitpunkt, an dem nicht nur die Ausgabe 2027 unklar ist, sondern auch die unmittelbare Zukunft des Turniers, da sich die Frage stellt, ob die diesjährigen Finals überhaupt in Saudi-Arabien stattfinden.
Die Verschiebung öffnet ein breiteres Bewerberfeld, in dem mehrere Regionen in den Prozess einsteigen dürften. Die WTA Finals, eines der Aushängeschilder der Tour, sind in den vergangenen Jahren häufig umgezogen, mit Stationen in Shenzhen, Guadalajara, Fort Worth und Cancún – ein Zeichen für anhaltende Schwierigkeiten, langfristige Stabilität zu sichern.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die tschechische Bewerbung zusätzliche Relevanz, auch angesichts der aktuellen Stärke ihrer Spielerinnen. Karolína Muchová, derzeit Fünfte im Race, positioniert sich nach einer starken Saison 2026 mit einem WTA-1000-Titel in Doha und einem jüngsten Finaleinzug in Stuttgart für ein mögliches Debüt bei den Finals.
Tschechische Republik positioniert sich als Gastgeberkandidat
Petera bestätigte in einem Interview mit dem tschechischen Portal
iSport CZ, dass die Kommunikation mit der WTA fortlaufe und sich die jüngsten Gespräche sowohl auf kurzfristige als auch auf langfristige Möglichkeiten zur Ausrichtung des Events konzentrieren.
„Regelmäßig, zuletzt häufiger. Mit Marina (Storti) und ihrem Team analysieren wir die theoretischen Möglichkeiten für dieses Jahr und für die Zukunft. Da wir uns gut kennen, weil wir schon lange an diesem Projekt arbeiten, wissen sie genau, was sie von uns erwarten können. Und wir wissen, mehr oder weniger, was wir von ihnen erwarten.“
Der erneuerte Dialog spiegelt eine Abkehr von früheren Spannungen wider. 2023 galt Peteras Gruppe als aussichtsreiche Kandidatin für die Ausrichtung der Finals, bevor die WTA kurzfristig Cancún vorzog – eine Entscheidung, die die Beziehungen belastete. Seither haben Veränderungen innerhalb der Organisation, einschließlich Führungswechseln, zu einem offeneren Verhandlungsumfeld beigetragen.
Eine mögliche Rückkehr nach Europa würde die WTA Finals zudem näher an die ATP Finals rücken, die derzeit in Turin ausgetragen werden. Ein europäischer Standort könnte den Spielerinnen logistische Vorteile bieten und zugleich etablierte Tennismärkte mit starker Zuschauerresonanz und Infrastruktur nutzen.
Bieterwettbewerb öffnet sich amid Unsicherheit um Riyadh
Die Entscheidung Riyadhs, seine Option für 2027 nicht zu ziehen, hat de facto ein neues Ausschreibungsverfahren ausgelöst, wobei sogar eine Verlegung der Ausgabe 2026 im Raum steht. Sicherheitsaspekte und weitere organisatorische Faktoren werden als Gründe für die Unsicherheit genannt.
Die WTA Finals hatten in den vergangenen Jahren keinen festen Austragungsort, seit dem Abschied aus Singapur wechselte das Turnier die Kontinente. Frühere Ausgaben fanden in Shenzhen, Guadalajara, Fort Worth und Cancún statt, was ein Muster kurzfristiger Lösungen statt langfristiger Planung verdeutlicht.
In diesem Kontext erscheint Ostrava als glaubwürdige Option, gestützt auf die Erfahrung mit hochklassigen WTA-Events und eine etablierte Organisationsstruktur. Die Präsenz führender tschechischer Spielerinnen, darunter Muchová, verleiht der Bewerbung eine sportliche Dimension und könnte ihre Attraktivität erhöhen.
Das breitere Bewerberfeld bleibt offen, begleitet von Spekulationen über weitere europäische und asiatische Ziele, auch wenn noch keine offizielle Shortlist bestätigt wurde. Klar ist, dass die nächste Verhandlungsphase entscheiden wird, ob die WTA Finals nach mehreren Jahren des Standortwechsels mehr Stabilität finden.
WTA-Finals-Siegerinnen (2016–2025)
| JahrYear | Champion | Zweiter | Ergebnis | Standort |
| 2025 | Elena Rybakina | Aryna Sabalenka | 6-3, 7-6 | Riyadh |
| 2024 | Coco Gauff | Zheng Qinwen | 3-6, 6-4, 7-6 | Riyadh |
| 2023 | Iga Swiatek | Jessica Pegula | 6–1, 6–0 | Cancún |
| 2022 | Caroline Garcia | Aryna Sabalenka | 7–6, 6–4 | Fort Worth |
| 2021 | Garbiñe Muguruza | Anett Kontaveit | 6–3, 7–5 | Guadalajara |
| 2020 | — | — | Not held | — |
| 2019 | Ashleigh Barty | Elina Svitolina | 6–4, 6–3 | Shenzhen |
| 2018 | Elina Svitolina | Sloane Stephens | 3–6, 6–2, 6–2 | Singapore |
| 2017 | Caroline Wozniacki | Venus Williams | 6–4, 6–4 | Singapore |
| 2016 | Dominika Cibulkova | Angelique Kerber | 6–3, 6–4 | Singapore |