Zwölf Spiele, zwölf Siege, zwei Titel:
Carlos Alcaraz startet furios in die Saison 2026 und reist mit einer makellosen Bilanz zu den BNP Paribas Open in
Indian Wells. Der Spanier wirkt derzeit wie der unangefochtene Taktgeber der ATP-Tour.
Auch Tennis-YouTuber Ace hebt in einem aktuellen Video diese Entwicklung hervor. „Carlos Alcaraz geht mit einer Serie von zwölf Siegen nach
Indian Wells“,
erklärt er und ergänzt: „Zwei Trophäen hat er dort bereits gewonnen, und das Sunshine Double liegt wie eine Weggabelung vor ihm.“ Gemeint ist der seltene Doppelerfolg in Indian Wells und bei den Miami Open.
Ein Start, der historisches Potenzial andeutet
Ein derart perfekter Saisonbeginn sorgt automatisch für viele Spekulationen. „Wenn ein Spieler so heiß startet, stellt sich zwangsläufig die gefährliche Frage: Wie groß kann diese Saison eigentlich werden?“, sagt Ace.
Vergangene Woche konnte sich Alcaraz erstmals in seiner Karriere den ATP-500-Titel in Qatar sichern.
Die Statistik zeigt, warum diese Überlegung mehr als nur Hype ist. Nur vier Spieler in diesem Jahrhundert kamen mit einer Serie von mindestens zwölf Siegen zum Saisonauftakt nach Indian Wells. Solche Starts stehen oft am Anfang von Jahren, die später als historische Dominanzsaisons gelten.
Der Maßstab: Djokovic 2015
Wenn es um perfekte Tennisjahre geht, führt kaum ein Weg an der Saison 2015 von
Novak Djokovic vorbei.
Der Serbe gewann 82 seiner 88 Matches, holte elf Titel, triumphierte bei drei Grand Slams und erreichte bei allen vier Majors das Finale. Noch beeindruckender: Djokovic stand damals in 15 aufeinanderfolgenden ATP-Finals.
Ace beschreibt dieses Jahr so: „Er lebte praktisch in den Finals. Es war eine Saison, in der man fast sicher sein konnte, dass er am Finalsonntag auf dem Platz steht.“
Die Zahlen untermauern diese Dominanz. Djokovic gewann sechs Masters-1000-Turniere, triumphierte bei den ATP Finals und sammelte am Jahresende 16.585 Weltranglistenpunkte – bis heute Rekord. Gegen Top-10-Spieler verbuchte er 31 Siege, ebenfalls Bestwert.
Das vielleicht furchteinflößendste Niveau
Interessanterweise sehen viele Beobachter eine andere Djokovic-Saison als noch brutaler.
2011 startete der Serbe mit 41 Siegen in Serie ins Jahr. Besonders bemerkenswert war seine Bilanz gegen seine größten Rivalen. Gegen
Rafael Nadal und
Roger Federer gewann Djokovic zehn seiner elf Duelle. Nadal besiegte er sogar sechsmal in Folge – jedes Mal in einem Masters- oder Grand-Slam-Finale.
„Das war die Saison, in der der größte Rivale seiner Ära plötzlich kein Hindernis mehr war“, erklärt Ace.
Federers fast makelloses Jahr
Auch Federer schrieb ein dominantes Kapitel der Tennisgeschichte. Besonders 2006 bleibt legendär.
Der Schweizer gewann 92 seiner 97 Matches, sicherte sich zwölf Titel und triumphierte bei drei Grand Slams. Seine Siegquote gehört bis heute zu den besten der Open Era.
Das Finale des damaligen Masters Cups gegen James Blake fasste diese Saison perfekt zusammen: Federer gewann 6:0, 6:3, 6:4. Ace beschreibt diese Phase so: „Federer wirkte ein ganzes Jahr lang unantastbar – ruhig, kontrolliert und komplett im Kommando.“
Nadals komplettestes Jahr
Während Federer lange als der eleganteste Dominator galt, zeigte Nadal 2010 seine vielseitigste Version.
Der Spanier gewann drei Grand Slams auf drei verschiedenen Belägen und blieb auf Sand ungeschlagen. Der Höhepunkt folgte im Finale der US Open, als Nadal Djokovic besiegte und damit den Karriere-Grand-Slam vollendete.
Ein Ausnahmejahr von Murray
Auch außerhalb der großen Drei gab es bemerkenswerte Dominanz.
2016 spielte Andy Murray die Saison seines Lebens. Der Brite gewann 78 Matches, holte neun Titel, triumphierte in Wimbledon und gewann Gold bei den Olympische Sommerspielen 2016.
Der entscheidende Moment folgte im Finale der ATP Finals gegen Djokovic. „Das war das Symbol für den Machtwechsel“, sagt Ace über dieses Match. Murray gewann das Turnier und sicherte sich damit auch die Nummer eins der Welt.
Andy Murray war Anfang 2025 zuletzt als Coach von Novak Djokovic auf der ATP-Tour aktiv.
Neue Generation: Sinner und Alcaraz
Mit dem allmählichen Abschied der alten Generation öffnete sich die Tour für neue Namen. 2024 setzte Jannik Sinner ein modernes Beispiel für Dominanz.
Der Italiener startete mit 16 Siegen in Serie, gewann acht Titel und krönte seine Saison mit einem makellosen Triumph bei den ATP Finals ohne Satzverlust. „Er dominierte ein Feld, das eigentlich dafür gemacht ist, dir das Leben schwer zu machen“, beschreibt Ace diese Saison.
Doch nur ein Jahr später antwortete Alcaraz selbst mit einer starken Spielzeit.
2025 beendete der Spanier das Jahr mit einer Bilanz von 71:9, gewann zwei Grand Slams und drei Masters-1000-Turniere. Besonders sein episches Finale bei den French Open – ein 5:29-Stunden-Marathon – blieb im Gedächtnis.
Der Blick auf 2026
Nun beginnt das nächste Kapitel.
Alcaraz steht 2026 bei zwölf Siegen ohne Niederlage und reist mit maximalem Selbstvertrauen nach Indian Wells. Genau dort können zwei Wochen eine Saison prägen.
Ace formuliert es im Video so: „Wenn er weiter auf diesem Niveau spielt, jagt er einer Saison nach, die in den Geschichtsbüchern landet.“