Die meisten Stunden auf dem Platz, aber kaum etwas vorzuweisen: Alexander Zverevs Einsatz 2025 wird nicht belohnt

ATP
Samstag, 29 November 2025 um 17:15
Zverev-ATP-Finals-Group
In 2025 wurde enorm viel Tennis gespielt. Mit einem prall gefüllten Kalender wollten die Stars auf der ATP-Tour ihre Spuren hinterlassen. Zwar prägten Carlos Alcaraz und Jannik Sinner das Geschehen auf dem Court, doch bei den meisten Stunden auf dem Platz wurde ihnen Alexander Zverev 2025 knapp voraus.
Der Deutsche trat 2025 bei einer Fülle von Turnieren an, konnte dies in einer leicht enttäuschenden Saison jedoch nur selten in Erfolge ummünzen. Insgesamt bestritt Zverev 82 Matches und sammelte 164 Stunden auf dem Platz. Eingerechnet waren ATP-Partien, Davis Cup und Schaukampf-Events. Alcaraz absolvierte zwar mehr Matches auf der ATP-Tour, kam insgesamt aber auf zwei Partien weniger als die Nummer drei der Welt und landete bei 80, mit Felix Auger-Aliassime auf Rang drei.

Die meisten Stunden für Zverev – zahlte sich das aus?

Im Schnitt stand Zverev zwei Stunden pro Match im Einsatz. Das lag an Phasen, in denen er in echte Abnutzungskämpfe geriet und manche Partien nicht über die Ziellinie brachte. Und das, obwohl er unbestrittene Qualität besitzt, die nicht immer vollständig abgerufen schien.
Zu Jahresbeginn wirkte es noch so, als sei der Knoten geplatzt, nachdem er bei den Australian Open sein drittes Grand-Slam-Finale erreichte. Dort war er jedoch gegen den früheren Weltranglistenersten Jannik Sinner chancenlos, der den Titel souverän verteidigte. Mit dem Ziel, dieses Momentum positiv zu nutzen, reiste er nach Südamerika zur Golden Swing. Ironischerweise verspielte er sowohl bei den Argentina Open als auch beim Rio Open eine Satzführung gegen Francisco Cerundolo. Es folgte ein Achtelfinal-Aus in Acapulco, bevor er beim ersten Masters-1000-Turnier des Jahres direkt zum Auftakt verlor – gegen Tallon Griekspoor bei den Indian Wells Open.
Danach setzte es weitere Nackenschläge in Miami und beim Monte-Carlo Masters. Ein Formaufschwung schien sich abzuzeichnen, als er im eigenen Land die Konkurrenz bezwang und zum dritten Mal die Bavarian Championships gewann. Trotz dieses starken Titels kam sein Sandplatz-Swing nicht ins Rollen. Die weiteren Masters-1000-Events in Madrid und Rom brachten lediglich ein Viertelfinale, und auch die Titelverteidigung in Hamburg nahm nie Fahrt auf. Beim zweiten Grand Slam des Jahres in Roland Garros kämpfte er tapfer, fand im Viertelfinale gegen Novak Djokovic jedoch keinen Weg vorbei.
In der Weltrangliste war er auf Platz drei zurückgefallen, während Alcaraz scheinbar nach Belieben Titel sammelte. Auf Rasen hätte sich das Blatt für Zverev deutlich positiver wenden können. In Stuttgart verlor er das Finale gegen Taylor Fritz, bevor ihn Daniil Medvedev in Halle am zweiten Endspiel in Serie hinderte. Auf Wimbledon lasteten hohe Erwartungen, die jedoch jäh zerplatzten: Er unterlag in Runde eins in fünf Sätzen gegen Arthur Rinderknech. Es war sein erstes Erstrunden-Aus bei einem Major seit 2019.
In der nordamerikanischen Hartplatzsaison fing sich seine Form wieder. Er erreichte die Halbfinals sowohl bei den Canadian Open als auch beim Cincinnati Open, brachte aber erneut keine Entscheidung zu seinen Gunsten zustande. Seine Grand-Slam-Saison 2025 endete für den 28-Jährigen in der dritten Runde der US Open nach einer Niederlage gegen den späteren Halbfinalisten Auger-Aliassime. Abwechslung suchte er beim Laver Cup, verlor jedoch beide Matches, und Team Europe musste den Titel abgeben. Aus Asien gab es wenig Positives zu vermelden: Zwei Turniere in China ergaben nur ein Viertelfinale. Nach der Niederlage gegen Fritz beim Six Kings Slam fand er in Europa wieder etwas Schwung. Er erreichte das Finale der Vienna Open, verlor aber gegen Jannik Sinner. Gleiches widerfuhr ihm beim Paris Masters, wo er in diesem Duell nur ein Spiel gewann.
In den Gruppenspielen der ATP Finals gewann er nur eines von drei Duellen und verpasste damit zum zweiten Mal in drei Jahren das Halbfinale. Sein Saisonabschluss erfolgte in Bologna, wo er Deutschland ins Halbfinale der Davis Cup Finals half. Zwar gewann er beide Einzel, doch Deutschland unterlag Spanien im Doppel. Insgesamt hat Zverev eine enorme Anzahl an Partien absolviert. Und was steht unterm Strich? Ein Titel, drei Finalniederlagen und eine weitere verpasste Grand-Slam-Chance. Für 2026 wird er auf eine Wende hoffen.
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