„Er ist noch jung genug, das zu drehen, wenn er es wirklich will...“ – Boris Becker stellt Stefanos Tsitsipas’ „Profi-Leben“ infrage, als er in der Weltrangliste auf ein neues Tief fällt

ATP
Donnerstag, 16 April 2026 um 10:00
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Der Absturz von Stefanos Tsitsipas setzt sich bis 2026 fort. In der ATP-Weltrangliste findet er immer neue Tiefpunkte, da Siege und tiefe Turnierläufe auf großer Bühne seltener werden. Einst bis auf Rang drei der Welt geklettert, steht er nun live auf Platz 78 – etwas, das Boris Becker für umkehrbar hält, sollte er seinen Ansatz an den Sport ändern.
Tsitsipas’ jüngste Probleme traten bei den BMW Munich Open zutage, wo er über zwei Tage hinweg Fabian Marozsan in drei Sätzen unterlag. Er lag vorne, fand aber keinen Weg, das Match nach Hause zu bringen, und schied damit erneut früh aus einem Turnier aus.

Tsitsipas erreicht neue Tiefststände

2026 ist für den Griechen bislang ein schlechtes Jahr. 2025 deutete das bereits an, abgesehen von ein paar tiefen Läufen. Er gewann die Dubai Duty Free Tennis Championships und zeigte damit seine Qualität auf dem Court, zudem lief es gut beim Monte-Carlo Masters, einem Turnier, das er bereits dreimal gewonnen hat.
Abgesehen davon war es ziemlich ernüchternd. Er gewann nur zwei Grand-Slam-Matches und beendete das Jahr erstmals seit 2017 außerhalb der Top 32. Für ihn sollte es noch schlimmer kommen. Eine Verletzung stoppte zwar das Saisonende 2025, doch er kehrte fit und frisch zurück, fest entschlossen, sein Blatt zu wenden.
Beim United Cup gab es einige positive Anzeichen, als er alle drei von ihm bestrittenen Einzel gewann, darunter gegen Taylor Fritz in zwei Sätzen. Danach verlor er jedoch in der ersten Runde der Adelaide International, ehe ein Zweitrundenaus bei den Australian Open seine Australien-Tour mit einem leisen Abgang beendete.
Nach einem Zweitrundenaus beim ABN AMRO Open erreichte er beim Qatar Open sein erstes Viertelfinale des Jahres, schlug Daniil Medvedev, bevor Andrey Rublev ihn stoppte. Zwei weitere Erstrundenniederlagen, darunter bei seiner Titelverteidigung in Dubai, zeigten, in welch miserabler Form er war. Er holte weiterhin bemerkenswerte Siege gegen Topspieler, bezwang Alex de Minaur beim Miami Open auf dem Weg in die dritte Runde.
Das war sein letzter ATP-Sieg. Beim Monte-Carlo Masters und im aktuellen Turnier in München kam er nicht voran, was ihn auf einen kaum vorstellbaren 78. Platz der Welt fallen ließ. Vom Mitstreiter um Grand-Slam- und Masters-1000-Titel zwischen 2021–2024 zum Absturz in die Mittelmäßigkeit. Mehr ist mit diesem Ranking nicht drin. Es ist der niedrigste Stand seit 2018 und ein harter Realitätscheck für den zweifachen Grand-Slam-Finalisten.

Becker meldet sich zu Wort

Der sechsfache Grand-Slam-Champion Becker äußerte sich in den sozialen Medien zur Lage. Er hatte den Niedergang von Tsitsipas aus der Ferne verfolgt und meinte, dass dieser auf dem Tennisplatz noch immer sehr viel geben könne.
„Frage mich, wann ihm klar wird, dass er in seinem Profi-Leben ein paar Dinge ändern muss“, schrieb er. „Er ist noch jung genug, um es zu drehen, wenn er es wirklich will…“
Mit erst 27 Jahren sollte er eigentlich seinen Zenit erreichen. Das scheint jedoch nicht der Fall zu sein. Er wird weitermachen in der Hoffnung, jene Sicherheit wiederzufinden, die ihn einst so stark machte, doch die Anzeichen sind nicht gut. Sein nächster Auftritt folgt bei den Madrid Open, bevor er beim Rome Open vor Roland Garros sein Glück versucht.
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