Sechs Stunden nach Oman, zehn nach Riad: ATP-Spieler wägen riskante Fluchtrouten aus Dubai ab

ATP
Montag, 02 März 2026 um 8:30
MedvedevGazprom
Die ATP hat Spieler und akkreditiertes Personal, die in Dubai festsitzen, über mögliche Ausreisewege aus dem Emirat informiert, nachdem sich die regionalen Spannungen verschärft und den Flugverkehr beeinträchtigt haben. Laut den an die Spieler weitergegebenen Informationen – geteilt über Marca – wurden zwei Landrouten skizziert: eine sechs Stunden lange Autofahrt nach Oman oder eine zehnstündige Fahrt nach Riad, Saudi-Arabien. Beide Optionen bergen logistische und sicherheitsrelevante Risiken, insbesondere angesichts längerer Wartezeiten an den Grenzen.
Der Flughafen von Riad arbeitet derzeit weitgehend normal und bietet einen potenziellen Ausweg aus der Region. Oman hingegen hat seinen Flughafen geschlossen, was diese Option zusätzlich erschwert. Trotz der aufgezeigten Alternativen haben die Spieler kollektiv entschieden, Dubai vorerst nicht zu verlassen und stellen Sicherheit über unsichere Reiseaussichten.
Auch die militärische Eskalation im Nahen Osten hat einige Tennisstars betroffen, da die aktuelle kriegerische Lage weniger als einen Tag nach dem Abschluss der Dubai Duty Free Tennis Championships eintrat, bei denen Daniil Medvedev den Einzeltitel gewann, während Harri Heliövaara und Henry Patten im Doppel triumphierten.
Die Sieger der jüngsten Ausgabe sowie eine Handvoll weiterer Teilnehmer des Turniers befinden sich nach den Angriffen, die Iran in der Stadt durchgeführt hat, weiterhin in Dubai.
Der Sicherheitschef der ATP hat allen Betroffenen empfohlen, in ihrem Hotel zu bleiben, das faktisch in eine Schutzzone umgewandelt wurde. Berichten zufolge wurden in einem unteren Stockwerk des Gebäudes Betten aufgestellt, falls die Intensität der Angriffe zunimmt. Iran hat eine rote Flagge gehisst und damit mögliche Raketenstarts jederzeit signalisiert, was die Anspannung unter den Eingeschlossenen erhöht.
Insgesamt verbleiben 41 akkreditierte Personen mit Tour-Bezug – darunter Spieler, Supervisoren, Stuhlschiedsrichter, Sicherheitskräfte und Journalisten – in Dubai. Alle Spieler verfügen über bestätigte Flugreservierungen für Dienstag, den 03.03. Allerdings sind bereits für Montag Flüge gestrichen worden, wodurch der Start in Indian Wells zunehmend fraglich wird.

Luftraumsperrung stellt Start in Indian Wells in Frage

Die lokalen Behörden hoffen weiterhin, den Luftraum bis Montagnachmittag wieder zu öffnen, um eine gestaffelte Ausreise von Touristen und internationalen Besuchern zu ermöglichen. Derzeit hängt dieses Szenario davon ab, ob die Drohnen- und Raketenaktivitäten in den Vereinigten Arabischen Emiraten enden. Mehrere für Montagmorgen geplante Flüge wurden bereits gestrichen, was die Zweifel an kurzfristigen Abflügen verstärkt.
Für die auf das BNP Paribas Open in Indian Wells hinarbeitenden Spieler kommt die Störung zu einem besonders heiklen Zeitpunkt im Kalender. Das Masters-1000-Turnier markiert den Beginn des prestigeträchtigen „Sunshine Double“, das traditionell die bestplatzierten Akteure der Welt anzieht. Mit unmittelbar bevorstehenden Qualifikationsrunden und Hauptfeldpartien in wenigen Tagen verkürzen Reiseverzögerungen die Vorbereitungszeit erheblich.
Unter den Gestrandeten sind prominente Namen wie Daniil Medvedev, Tallon Griekspoor, Andrey Rublev, Marcelo Arévalo, Mate Pavić, Harri Heliövaara und Henry Patten. Alle bleiben in ihren jeweiligen Hotels und können das Emirat unter den aktuellen Bedingungen nicht verlassen. Die Ungewissheit wirft die Frage auf, ob sie rechtzeitig nach Kalifornien gelangen, um anzutreten.

Sicherheitsrat rät Spielern, in Dubai zu bleiben

Die Sicherheitsmitteilung der ATP ist eindeutig: drinnen bleiben. Das Hotelumfeld wird intern als kontrollierter Bereich beschrieben, der die Exposition minimieren soll, falls sich die regionale Lage weiter verschärft. Die Installation zusätzlicher Betten auf Kellerebene spiegelt die Notfallplanung für eine mögliche Intensivierung der Feindseligkeiten wider.
Die Spieler haben die „Vor- und Nachteile“ einer Abreise auf dem Landweg abgewogen, sich letztlich jedoch gegen die Fahrt entschieden. Eine sechs Stunden lange Route nach Oman, dessen Flughafen weiterhin geschlossen ist, bietet keine unmittelbare Weiterreisemöglichkeit. Eine zehnstündige Fahrt nach Riad unterliegt zwar weniger Luftverkehrsbeschränkungen, birgt jedoch die inhärenten Risiken einer Langstreckenfahrt in einer Phase erhöhter geopolitischer Spannungen, verschärft durch lange Grenzschlangen.
Mit bestätigten Buchungen für Abflüge am Dienstag entscheiden sich viele dafür zu warten, statt unsichere Landtransfers zu riskieren. Dennoch verkürzt jeder gestrichene Flug das Zeitfenster, um Indian Wells in wettbewerbsfähigem Zustand zu erreichen. Aktuell ist ihre Teilnahme am Tableau in Kalifornien alles andere als gesichert und zeigt, wie externe Ereignisse den Profikalender abrupt umkrempeln können.
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