United Cup: Bencic und Wawrinka führen die Schweiz nach dramatischem Halbfinalsieg über Belgien erstmals ins Finale

ATP
Samstag, 10 Januar 2026 um 15:35
Belinda Bencic
Belgiens Märchenlauf beim United Cup 2026 ist im Halbfinale zu Ende gegangen: Ein entfesseltes Schweizer Team um Belinda Bencic und Stan Wawrinka zog mit einem 2:1-Erfolg ins Finale ein.
Es war bislang ein dramatischer United Cup, in dem große Nationen kaum vorankamen. Das galt nicht für die Schweiz und Belgien, die überraschend bis ins Halbfinale stürmten. Vor dieser Ausgabe hatte keines der beiden Teams jemals die Gruppenphase überstanden. Diese Marke ist nun gefallen – und für die Schweiz winkt Down Under sogar der erste Titel.

Bencic bringt die Schweiz in Führung

Es wirkt, als spiele Bencic ihr bestes Tennis, wenn sie ihr Land vertritt. Nach dem Billie Jean King Cup-Triumph 2022 ist sie für die Schweiz gesetzt. Das bestätigte sie erneut mit einem 6:3, 3:6, 7:6 (0) über Elise Mertens.
Bencic war in Australien zuletzt phasenweise nicht zu stoppen und hatte alle Einzel- und Doppelpartien gewonnen. Auch diesmal sah es zunächst nach einem lockeren Durchmarsch aus, als sie im ersten Satz 5:1 davonzog. Mertens holte eines der zwei Breaks zurück, doch die Aufgabe blieb zu groß, und Bencic nutzte ihren zweiten Satzball.
Vier Breaks in Serie im zweiten Satz hielten alles offen. Nach vier gehaltenen Aufschlagspielen nutzte Mertens ihre Chance, verwandelte ihren ersten Satzball und erzwang den Entscheidungssatz.
Bencic schien die Partie im Griff zu haben und führte 3:1, doch Mertens ließ nicht locker. Sie wehrte Breakbälle zum 1:4 ab und drehte auf 4:3. Dann vergab sie zwei Breakchancen, die sie bis auf ein Spiel an den Matchgewinn gebracht hätten. Es ging in den Tiebreak, in dem Bencic das Tempo erhöhte und alle sieben Punkte gewann – ein Riesenschub für die Schweiz.

Bergs gleicht aus

Zizou Bergs sammelte bereits Davis-Cup-Finals-Erfahrung und erreichte dort das Halbfinale. Beim United Cup führte er Belgien erneut so weit und wollte den nächsten Schritt gehen – mit einem 6:3, 6:7 (4), 6:3 über den dreifachen Grand-Slam-Champion Wawrinka.
In der gesamten Partie gab es nur zwei Breaks, beide zugunsten von Bergs im ersten und dritten Satz. Der Auftakt hätte anders laufen können, hätte der 40-Jährige eine seiner zwei Breakchancen genutzt. Bergs bestrafte das und holte sich den Satz. Der zweite Durchgang ging direkt in den Tiebreak, den Wawrinka mit vier Punkten in Folge gewann und ausglich.
Stan Wawrinka beim Return bei den Swiss Indoors
Stan Wawrinka in Aktion
Im dritten, entscheidenden Satz wirkte Bergs näher am Sieg. Der Druck auf beide war groß, doch Bergs lieferte in den Schlüsselmomenten. Zwei Chancen zum 4:2 ließ er ungenutzt, machte es jedoch wett, indem er auf 5:3 davonzog und anschließend ausservierte – damit lastete deutlich mehr auf dem abschließenden Doppel.

Die Schweiz besteht den Härtetest

Bencic und Jakub Paul setzten ihre imponierende gemeinsame Form fort und machten das Finale beim United Cup perfekt: 6:3, 0:6, 10:5 gegen Mertens und Bergs.
Im ersten Satz hatte das Schweizer Duo alles im Griff. Sie breakten zum 3:1 und brachten den Satz durch. Danach fiel das Niveau im zweiten Durchgang deutlich ab: Nur 12 Punkte verbuchten sie beim 0:6 gegen das belgische Duo.
Damit lastete viel Druck auf dem dritten Satz im Match-Tiebreak, dessen Sieger ins Finale einzog. Zunächst blieb es eng, keiner Nation gelang der entscheidende Vorsprung. Beim 4:4 setzten Bencic und Paul den Stich, gewannen fünf Punkte in Serie und erspielten sich mehrere Matchbälle. Den zweiten verwandelten sie zur Finalteilnahme.
Bencic fand nach dem Sieg lobende Worte für Teamkapitän Wawrinka. „Der Teamgeist ist großartig und er beginnt beim Kapitän“, sagte sie nach dem Match. „Er unterstützt mich während meines Matches, geht dann selbst raus, spielt sein Match und ist anschließend wieder fürs Doppel da. Es beginnt bei ihm, und mit der ganzen Energie von unserer Bank bekommen wir diesen unglaublichen Siegeswillen.“
Auch Paul zog ein Fazit nach einer herausragenden Woche für die Nummer 81 der Doppel-Weltrangliste. „Mit diesem Team ist es leicht, Energie zu finden“, sagte er. „Es ist großartig, mit Belinda zu spielen. Hut ab vor ihr, fast drei Stunden Einzel zu bestreiten und dann noch im Doppel anzutreten. Und starke Leistung von Stan, Zizou so lange wie möglich auf dem Platz zu halten.“
Die Schweiz ist das erste Team im Finale. Dort geht es entweder gegen Titelverteidiger USA oder Vorjahresfinalist Polen.
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