Tag zwei der
Australian Open bringt weitere Topspieler aus ATP und WTA auf den Platz, die hoffen, sich durch die frühen Runden des Major-Turniers zu arbeiten.
Es ist ein Tag mit einer Fülle an talentierten Weltklassespielern, die in Runde eins eine böse Überraschung vermeiden wollen. Dazu zählt die mit Spannung erwartete Rückkehr eines 10‑maligen Champions sowie die WTA-Weltranglistenzweite, -dritte und -vierte, die ihre Titelambitionen unterstreichen möchten.
Djokovic jagt Grand Slam Nummer 25 – schafft er es?
Novak Djokovic bestreitet seinen 21. Auftritt bei den
Australian Open unter Flutlicht vor einer voraussichtlich voll besetzten Rod Laver Arena. Dennoch gibt es Zweifel, ob er es durchziehen kann.
Bei seiner Rückkehr in den Melbourne Park musste der Serbe eine Trainingseinheit nach 12 Minuten wegen einer Nackenverletzung abbrechen. Zuvor wirkte er auch in einem Übungssatz gegen Daniil Medvedev sehr träge. Das ist nachvollziehbar, da er seit dem Titel bei den Hellenic Championship im November nicht mehr auf dem Platz stand, bleibt für Djokovic aber trotzdem besorgniserregend.
Der 38‑Jährige hofft, gegen die Nummer 71 der Welt, Pedro Martinez, wieder in Topform zu sein. Djokovic verlor zuletzt 2006 in Runde eins, und zuletzt verpasste er 2018 bei diesem Turnier die Halbfinals.
De Minaur vor neuem Härtetest
Eigentlich war ein Leckerbissen zum Auftakt gegen Matteo Berrettini für Australiens Nummer eins Alex de Minaur vorgesehen. Nun wurde seine Aufgabe etwas leichter, denn er trifft auf Lucky Loser Mackenzie McDonald. Der US-Amerikaner rückt für den verletzten Berrettini ins Feld.
De Minaur will seinen Heimfans eine Show bieten. Er stand bereits sechs Mal in einem Grand-Slam-Viertelfinale, sein erstes im Heimatland erreichte er im vergangenen Jahr.
Medvedev hat diese Marke mehrfach überschritten. Der ehemalige Weltranglistenerste war in Melbourne bereits drei Mal Finalist, verlor jedoch alle Endspiele. 2022 und 2024 führte er gegen Rafael Nadal bzw. Jannik Sinner jeweils mit zwei Sätzen, wurde in beiden Finals aber schmerzhaft noch abgefangen.
Er reist in deutlich besserer Form an als im Vorjahr, als er bei allen vier Majors zusammen nur ein Match gewann. Auf der Margaret Court Arena eröffnet er den Tag gegen Jesper de Jong, der ihm auf dem Weg zum ersten Grand-Slam-Sieg seit genau einem Jahr im Weg steht.
Der formstarke Felix Auger-Aliassime will an mehrere starke Resultate vom Ende des Jahres 2025 anknüpfen. Er trifft auf Nuno Borges, während Casper Ruud gegen Mattia Bellucci antritt.
Swiatek, Gauff und Anisimova starten ihre Kampagnen
Das WTA-Feld ist gespickt mit Qualität, die Siegerin kann aus vielen Ecken kommen. Die größten Favoritinnen stehen naturgemäß oben, allen voran
Iga Swiatek.
Die 24‑Jährige visiert den kompletten Career Grand Slam an, der Australian-Open-Titel fehlt ihr noch. Im Vorjahr erreichte sie das Halbfinale, gab dort eine Satzführung gegen die spätere Siegerin Madison Keys aus der Hand. Trotz eines starken United‑Cup-Triumphs mit Polen gibt es vor dem Duell mit Qualifikantin Yue Yuan Fragen zu ihrer Form.
Eine dieser Niederlagen kassierte sie gegen US-Nummer eins Gauff im polnischen Halbfinalsieg. Gauff zeigte viele positive Ansätze und starkes Tennis, doch ihre Aufschlagprobleme stehen weiterhin im Fokus. Ein Ausrutscher – und der erste Titel in Melbourne könnte dahin sein. Sie eröffnet gegen Kamilla Rakhimova.
Beim United Cup kehrte die 21‑Jährige auf Rang drei der Welt zurück, vorbei an Amanda Anisimova, die diese Position kurzzeitig zum Jahresbeginn innehatte. In Brisbane schied sie früh aus, kommt aber mit zwei Grand-Slam-Finals in Serie. Beide endeten zwar in Niederlagen, doch diesmal soll der große Wurf gelingen. Drei Mal erreichte sie bereits die vierte Runde, wird aber deutlich weiter vorne erwartet. Zum Auftakt muss sie Simona Waltert aus dem Weg räumen.
Junge Talente wollen ihre Spuren hinterlassen
Nach ihrem Sieg über Victoria Mboko im Finale der Adelaide International wirkt Mirra Andreeva nach einem zähen Jahresende 2025 wieder in der Spur. Ihre erste Prüfung ist die ehemalige Wimbledon-Halbfinalistin Donna Vekic, und die 18‑Jährige ist für möglichen Major-Erfolg gewappnet.
Finalgegnerin Mboko gibt ihr Debüt im Melbourne Park. Der Aufstieg der Kanadierin ist beeindruckend. Vor einem Jahr stand sie noch außerhalb der Top 300. Inzwischen hat sie zwei WTA-Titel aus drei Finals, vertrat Kanada im Unitec Cup und ist bei ihrem zweiten Grand Slam in Folge gesetzt. Es wartet ein spannendes Duell mit Australiens Talent Emerson Jones. Die 17‑jährige Wildcard gilt als große Hoffnung und wird vom heimischen Publikum frenetisch unterstützt.
Auch Spielerinnen wie Alexandra Eala und Linda Noskova steigen ins Turnier ein. Beide spielen auf Court Six, die Pionierin von den Philippinen trifft zunächst auf Alycia Parks, bevor die 13. Gesetzte gegen Darja Semenistaja antritt.
Zurück zur Erfahrung: Die Weltranglisten-Sechste Jessica Pegula will ihre drei bisherigen Viertelfinals in Australien übertreffen. Sie beginnt gegen Anastasia Zakharova, während die Halbfinalistin von 2025, Paula Badosa, auf Wildcard Zarina Diyas trifft.