„Ich will, dass sie aktiver ist“ – Vom Coach Andreevas umgesetzte passive Spielweise scharf von Dementieva kritisiert

WTA
Samstag, 07 Februar 2026 um 15:30
Mirra Andreeva fängt einen Ball ab
Mirra Andreeva hat in ihrer noch sehr jungen Tenniskarriere eine starke Beziehung zu Trainerin Conchita Martínez aufgebaut. Mit der Spanierin an ihrer Seite hat sie bereits viel erreicht, doch ihre Präsenz rund um die 18-Jährige sei womöglich nicht ideal für sie, meint die ehemalige russische Tennisspielerin Elena Dementieva.

Dementieva kritisiert Andreevas Stil und fordert mehr Offensive

Die beiden arbeiten seit dem 08.04.2024 zusammen, nach einer erfolgreichen Probephase vor der Sandplatzsaison. In den darauffolgenden Wochen erreichte sie bei Roland Garros ihr erstes Grand-Slam-Halbfinale und zeigte damit, dass das Duo von Beginn an harmonierte.
Weitere Erfolge und Titel folgten aus dieser Zusammenarbeit. Dazu gehört das vergangene Jahr, als Andreeva back-to-back zwei WTA-1000-Turniere gewann – die Dubai Duty Free Championships und die Indian Wells Open – eine beeindruckende Hochphase der Russin.
Sie beendete 2025 mit einem Formknick, fand jedoch schnell wieder ihren Rhythmus und hat bereits beim Adelaide International einen Titel geholt gegen die ebenfalls junge Victoria Mboko, während sie in eine entscheidende Phase der Saison 2026 geht, in der wichtige Ranglistenpunkte auf dem Spiel stehen.

Dementieva stellt Martínez’ Einfluss auf Andreevas Entwicklung infrage

Die ehemalige Nummer drei der Welt sprang nicht so schnell auf den Andreeva-Hype auf wie manche andere und machte Martínez dafür verantwortlich, dass Andreeva nicht noch mehr erreicht. „Man sieht hier wohl den Einfluss von Conchita Martínez, ihrer Trainerin, denn ich bin ihr selbst auf der Tour begegnet – ich habe gegen sie gespielt, und auch wenn ich gewonnen habe, erinnere ich mich an diese Matches als reine Tortur“, sagte sie bei First&Red über die russische Publikation Championat.
„Es war ein endloser Tempowechsel, ein ständiger Rhythmusbruch. Du beginnst gerade, deinen Angriff aufzubauen, und plötzlich wirst du wieder auf die Fersen gedrängt. Das geht ewig so. Auf der Rückhand ein Schnitt, auf der Vorhand dieser bogenhafte Halbvolley – Schnitt, bogenhafter Halbvolley. Es war einfach sehr schwer auszuhalten. Du hast überhaupt keinen Spaß am Spiel.“
Während es für Martínez ein nachvollziehbarer Ansatz war, hinterfragte Dementieva, warum Andreeva ebenfalls so spiele, und stellte die Unterschiede zu den Topspielerinnen heraus. „In ihrem Fall war es gerechtfertigt, denn sie war eine sehr talentierte Tennisspielerin, eine Wimbledon-Siegerin. Aber nennen wir die Dinge beim Namen: Sie war nie eine Über-Athletin. Sie war nie schnell, nie explosiv. Sie gestaltete und spielte in dem Tempo, das für sie angenehm war.“ Sie stellte es erneut infrage. „Also ist meine Frage: Warum braucht Mirra das?“

Forderung nach einem aggressiveren Stil

Dieser passive Ansatz sei nicht der Weg nach vorn, so die zweifache Grand-Slam-Finalistin, die sich wünscht, dass ihre Landsfrau auf dem Platz aggressiver agiert und damit einigen ihrer härtesten Konkurrentinnen entspricht.
„Im Gegenteil, ich möchte, dass sie das Tempo anzieht. Ich möchte, dass sie aktiver ist, dass sie kontert, dass sie angreift“, erklärte sie. „Ich meine, das ist die Art von Spiel, die ihr in Zukunft Siege bringen wird.“
Sie reagierte auch auf andere Kritiker, die Andreeva nach ihrer Niederlage im Achtelfinale der Australian Open kritisierten, obwohl der Start ins Turnier so vielversprechend war. „In Melbourne hat es nicht geklappt. Ich habe dort viele Kommentare gesehen, dass sie mit so einem Spiel dort nicht gewinnen könne. Ich sage nur, dass ich der Aussage, Mirra könne mit so einem Spiel keinen Grand Slam gewinnen, dass es dort eine Katastrophe war, kategorisch widerspreche.“
Dementieva sieht in Andreeva weiterhin eine hoch talentierte Spielerin, fordert sie jedoch auf, auf dem Platz noch durchschlagskräftiger zu werden. „Ich habe keine Katastrophe gesehen. Ich weiß, dass sie es kann. Ich sehe, dass sie es kann. Es ist nur eine andere Frage, dass man eben weiter an seinem Spiel arbeiten, es verbessern muss, und Variabilität im Spiel ist wunderbar. Aber Aktivität ist nicht abgeschafft worden. Wenn wir uns die Topspielerinnen ansehen, spielen sie sehr aktives und sehr kraftvolles Tennis.“
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