Daniel Altmaier wartet weiter auf den ersten Befreiungsschlag im Jahr 2026. Beim
ATP-500-Turnier in Acapulco unterlag der 27-Jährige aus Kempen dem Spanier
Alejandro Davidovich Fokina in der ersten Runde mit 5:7, 3:6. Nach rund 1:35 Stunden stand die nächste Auftaktniederlage fest – die sechste im sechsten Turnier der noch jungen Saison.
Damit setzt sich eine Serie fort, die Altmaier zunehmend unter Druck bringt. Der Deutsche startete als ehemalige Nummer 44 der Welt in das neue Jahr, inzwischen ist er wieder aus den Top 50 der ATP-Weltrangliste gefallen. In Mexiko wollte er auf dem Hartplatz der
Abierto Mexicano Acapulco ein Zeichen setzen. Stattdessen verließ er den Court erneut ohne Sieg.
Fehlende Konstanz kostet Altmaier die Chance
Altmaier begann gegen Davidovich Fokina engagiert. Er suchte früh die Initiative, variierte das Tempo und versuchte, die Rückhand des Spaniers unter Druck zu setzen. Bis zum 5:5 im ersten Satz hielt er das Match offen. Doch in der entscheidenden Phase fehlte die Entschlossenheit. Zwei vermeidbare Fehler mit der Vorhand brachten Davidovich Fokina das Break zum 6:5. Kurz darauf servierte der Spanier den Durchgang souverän aus.
Im Achtelfinale trifft Davidovich Fokina auf Korda oder Bellucci
Gerade in engen Momenten zeigt sich aktuell Altmaiers zentrales Problem: Er spielt phasenweise auf hohem Niveau, belohnt sich aber nicht. Die Quote beim ersten Aufschlag schwankte, dazu kamen zu viele Fehler in längeren Rallys. Davidovich Fokina agierte konsequenter, setzte die Ballwechsel früher unter Druck und übernahm häufiger die Kontrolle.
Im zweiten Satz verlor Altmaier früh sein Service. Der Spanier attackierte den zweiten Aufschlag aggressiv und rückte immer wieder ans Netz vor. Altmaier kämpfte, fand aber kein Mittel, um das Spiel zu drehen. Nach 1:35 Stunden nutzte Davidovich Fokina seinen ersten Matchball und zog verdient in die nächste Runde ein.
Für Altmaier ist es ein Déjà-vu. Bereits bei seinen fünf Turnierstarts zuvor scheiterte er jeweils in der ersten Runde. Der Rhythmus fehlt, das Selbstvertrauen leidet. Dabei hatte er in der Vorsaison einen wichtigen Schritt gemacht und sich in den erweiterten Kreis der Top 50 gespielt. Der aktuelle Absturz wirkt umso schmerzhafter.
Als deutsche Nummer zwei hinter
Alexander Zverev trägt Altmaier Verantwortung im deutschen Herrentennis. Seine Entwicklung galt lange als stabil, sein Spiel als variabel und mental gefestigt. Doch 2026 läuft bislang nichts zusammen. Jeder verpasste Sieg erhöht den Druck vor den kommenden Masters-Events in Indian Wells und Miami.
Turnier in angespanntem Umfeld
Das sportliche Geschehen in Acapulco findet in einem außergewöhnlichen Umfeld statt. In weiten Teilen Mexikos kam es zuletzt zu massiven Ausschreitungen. Auslöser war die Tötung des Drogenbosses Nemesio „El Mencho“ Oseguera Cervantes durch das Militär. In der Folge brannten Autos, Banken, Tankstellen und Geschäfte. In 20 von 32 Bundesstaaten registrierten die Behörden am Sonntag Unruhen, teilweise blieben Schulen und Gerichte geschlossen.
Die Regierung erklärte am Montag, die Lage sei „bereits wieder unter Kontrolle“. Der Veranstalter des ATP-500-Turniers betont eine enge Abstimmung mit Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden. Man stehe in „ständiger Koordination und Kommunikation“, um die festgelegten Sicherheitsprotokolle einzuhalten. Rund um die Anlage in Acapulco gelten erhöhte Kontrollen.
Für die Spieler bedeutet das zusätzliche Aufmerksamkeit, sportlich jedoch keine veränderten Bedingungen. Der Hartplatz präsentiert sich schnell, die Bedingungen sind aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit anspruchsvoll. Gerade in den Abendstunden verlangt das Klima den Profis viel ab.
Zverev ebenfalls im Einsatz
Auch
Alexander Zverev schlägt in Acapulco auf. Deutschlands Topspieler trifft in der ersten Runde auf den Franzosen Corentin Moutet. Je nach Zeitrechnung beginnt die Partie am Dienstag Ortszeit beziehungsweise in der Nacht zu Mittwoch deutscher Zeit. Zverev geht als Favorit in sein Auftaktmatch.
Für Altmaier dagegen endet die Reise früh. Der Blick richtet sich nun auf die kommenden Turniere in den USA. Dort braucht er dringend Erfolgserlebnisse, um den Abwärtstrend zu stoppen. Die Qualität für Siege auf ATP-Niveau besitzt er weiterhin. Doch im Moment fehlt die Balance zwischen Risiko und Stabilität.