Der ehemalige Weltranglisten-Sechste
Hubert Hurkacz hat nach 15 Monaten die Trennung von Trainer Nicolas Massu bekannt gegeben – bereits der zweite prominente Coaching-Wechsel im polnischen Tennis in den vergangenen Tagen nach
Iga Swiateks Trennung von Wim Fissette. Der Pole hatte ein schwieriges Jahr mit Verletzungen und blieb seit seiner Rückkehr auf die Tour hinter den Erwartungen zurück.
Auffällig ist das Timing angesichts Polens jüngstem Erfolg beim United Cup, bei dem sowohl Hurkacz als auch Swiatek maßgeblich zum Titelgewinn zu Saisonbeginn beitrugen. Nur wenige Monate nach diesem Triumph stehen beide nun ohne ihre jeweiligen Trainer da – ein abrupter Umbruch hinter den Kulissen bei den Aushängeschildern des Landes.
Zuvor hatte Hurkacz lange mit Craig Boynton zusammengearbeitet, von 2019 bis Ende 2024. Nach einem enttäuschenden frühen Aus bei den US Open beendete er die fünfjährige Zusammenarbeit. Gegen Ende der Saison bestätigte Hurkacz, dass Massu ab 2025 sein neuer Coach werde, zudem stieß Ivan Lendl als Berater zum Team.
Der chilenische Coach kam nach einer erfolgreichen Partnerschaft mit Dominic Thiem, den er zu einer Karrierebestmarke in den Top 3, seinem ersten Masters-1000-Titel in Indian Wells und seinem einzigen Grand-Slam-Titel bei den US Open führte. Massus Verpflichtung galt als Schritt, Hurkacz’ Karriere weiterzuentwickeln und ihn zu einem konstanten Anwärter bei den größten Turnieren zu machen.
Verletzungen und schwache Ergebnisse stoppen den Aufschwung
Verletzungen waren im vergangenen Jahr jedoch ein ständiges Thema für den Polen, der sich sogar einer Operation unterzog und einen erheblichen Teil der Saison 2025 verpasste. Hurkacz entschied sich, mit Massu bis 2026 weiterzuarbeiten, und das Duo startete stark in die Saison, zeigte beim United Cup ein gutes Niveau, wo der 28-Jährige mehrere bemerkenswerte Auftritte hinlegte.
Polen gewann schließlich den United-Cup-Titel, wobei Hurkacz eine Schlüsselrolle spielte. Er bilanzierte 4:1 im Turnier, darunter zwei Top-10-Siege gegen Alexander Zverev und Taylor Fritz — ein beeindruckendes Comeback für einen Spieler, der seit Juni 2025 nicht mehr angetreten war.
Während dieser United-Cup-Kampagne waren Massu und Wim Fissette — ehemaliger Coach von Iga Swiatek — beide Teil des polnischen Aufgebots. In dieser Woche traten sie zudem gemeinsam in Miami bei einer Veranstaltung über ihre Arbeit als Trainer auf und beendeten bemerkenswerterweise in derselben Woche ihre Partnerschaften mit ihren polnischen Spielern.
Seitdem allerdings brachen die Ergebnisse deutlich ein. Nach dem Aus in der ersten Runde der Australian Open gegen Ethan Quinn kassierte Hurkacz eine Serie von sieben Niederlagen in Folge.
Besonders schwierig verlief die Sunshine Double, mit Zweisatzniederlagen gegen Aleksandar Kovacevic (Nr. 72), Mattia Bellucci (Nr. 94) und Ethan Quinn (Nr. 56). In den ersten drei Monaten der Saison gewann er in seinen letzten sieben Turnieren lediglich zwei Sätze.
Hurkacz richtet Worte an Massu nach der Trennung
Der frühere Weltranglisten-Sechste will nun während der Sandplatzsaison neu ansetzen, mit geplanten Starts beim Monte-Carlo-Masters in zwei Wochen und kurz darauf in München. Es sind seine ersten bestätigten Turniere seit der Trennung, bislang ohne Hinweis darauf, wer sein Trainerteam künftig verstärken wird.
Trotz der Entscheidung richtete Hurkacz Worte des Dankes an Massu und betonte die gemeinsame Arbeit in einer besonders anspruchsvollen Phase seiner Karriere. „Ich bin Nico sehr dankbar für all seine Hingabe, harte Arbeit und die Zeit, die wir in den schwierigsten Momenten meiner Karriere miteinander verbracht haben. Wir haben beschlossen, getrennte Wege zu gehen. Nochmals vielen Dank für alles!“
Massu trainierte neben seiner Arbeit mit Hurkacz zeitweise auch die Schwestern Linda und Brenda Fruhvirtova und fungiert darüber hinaus weiterhin als Kapitän des chilenischen Davis-Cup-Teams. Es bleibt abzuwarten, ob der Olympiasieger von Athen 2004 in naher Zukunft eine neue Aufgabe auf der ATP- oder WTA-Tour übernimmt.