„Ich nehme eure Kinder im Sarg mit“: Nicolas Jarrys Ehefrau schildert Drohung beim Rome Masters während des Laufs ins Finale

ATP
Samstag, 11 April 2026 um 14:30
Nicolas Jarry waiting for a ball to serve
Der Lauf von Nicolas Jarry beim Rome Masters 2024 wurde weithin als Durchbruch gewertet, nachdem der Chilene sein erstes ATP-Masters-1000-Endspiel erreicht hatte. Neue Aussagen seiner Ehefrau, Laura Urruticoechea, verleihen jener Woche jedoch eine andere Dimension, indem sie Sicherheitsbedenken und die Auswirkungen von wettbezogener Belästigung auf Spieler und ihre Familien hervorhebt.
In sozialen Medien, nach Jarrys jüngstem Sieg beim Madrid Challenger, schilderte Urruticoechea eine Reihe von Drohungen sowie einen Hoteleinstieg während des Turniers in Rom. Der Vorfall ereignete sich früh im Event, bevor Jarry seinen Lauf ins Finale startete, und spiegelt ein übergeordnetes Problem wider, das den Profitennis weiterhin betrifft.
Zu diesem Zeitpunkt spielte Jarry als gesetzter Spieler und eröffnete seine Kampagne mit einem Zweisatzsieg gegen Matteo Arnaldi. Während der Auftritt auf dem Platz kontrolliert wirkte, wurde das Umfeld abseits des Courts laut Urruticoechea rasch instabil. Sie betonte, dass derartige Drohungen im Tennissport keine Einzelfälle sind.

Drohungen und Hoteleinstieg während des Rome Masters

Urruticoechea erklärte eingangs, dass die Situation mit Nachrichten nach Jarrys Auftaktmatch begann, und merkte an, dass diese Art von Interaktionen im Tennis-Ökosystem häufig als normal hingenommen werde. Sie beschrieb, wie Personen Spieler eng verfolgen und ihr Verhalten eskalieren, wenn Ergebnisse nicht mit Wettermwartungen übereinstimmen.
„Ich mache dieses Video, weil ich Dinge teilen will, die ich noch nie gesagt habe. Vor zwei Jahren, beim Rome Masters, nach Nicos erstem Match gegen einen Italiener, erhielten wir Drohungen“, erklärte sie in ihren sozialen Medien, laut Emol. „Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber das ist üblich. Jeder bekommt sie. Selbst wenn dein Profil privat ist.“
Die Lage spitzte sich zu, als die Familie ins Hotel zurückkehrte. Ihren Schilderungen zufolge waren sofort Anzeichen eines unbefugten Zutritts sichtbar, was darauf hindeutete, dass jemand ihr Zimmer betreten hatte, während sie abwesend waren.
„Wir kamen mit den Kindern vor Nico im Hotelzimmer an. Jemand war drin gewesen. Man hatte geraucht, eine Zigarette aufs Bett gelegt, die Kissen herausgenommen, alles war unordentlich. Es war, als würde jemand sagen: ‚Ich war hier.‘“
Versuche, den Fall über offizielle Stellen zu eskalieren, erwiesen sich als wirkungslos. Urruticoechea schilderte fehlende Reaktionen sowohl vom Hotelpersonal als auch von den örtlichen Behörden, wobei Verfahrenshürden und Kommunikationsprobleme jede formale Anzeige erschwerten. Das Ausbleiben unmittelbarer Unterstützung verstärkte das Gefühl der Verletzlichkeit.
„Wir gingen ins Hotel, aber sie sagten, das seien wahrscheinlich wir gewesen“, fügte Urruticoechea hinzu. „Wir gingen zur Polizei, aber in Rom ist alles sehr kompliziert. Man hört Frauen nicht zu, es gibt viel Bürokratie. Wir kamen nicht voran.“

„Nach Rom kam der Schwindel“

Die Situation eskalierte weiter, als die Familie zusammen mit Polizisten ins Zimmer zurückkehrte und feststellen musste, dass der Einstieg erneut passiert war. In diesem Moment wurde die psychologische Belastung deutlich spürbarer, zumal die Kinder anwesend waren. „Wir kamen mit der Polizei zurück, und es war wieder passiert. Dieselbe Person war eingedrungen und hatte dasselbe getan. Da spürten wir die Angst und die Grenzverletzung. Es war sehr heftig.“
Urruticoechea schilderte zudem den Kontakt zur ATP Tour, in der Erwartung zusätzlicher Schutzmaßnahmen. Die Reaktion beschränkte sich jedoch auf logistische Unterstützung statt auf Sicherheitsintervention, was ihre Sicht bestärkte, dass solche Vorfälle oft als Routine behandelt werden.
Parallel dazu arbeitete sich Jarry weiter durchs Feld und verbuchte Siege gegen höher platzierte Gegner wie Stefanos Tsitsipas und Tommy Paul. Er erreichte schließlich das Endspiel, das er in zwei Sätzen gegen Alexander Zverev verlor.
Urruticoechea verband die Erlebnisse abschließend mit Jarrys anschließenden gesundheitlichen Problemen, darunter Schwindel und anhaltende Sehstörungen. Sie stellte seine Fähigkeit, weiterzuspielen, als Ausdruck von Resilienz dar, nicht als bloße professionelle Routine.
„Nach Rom kam der Schwindel. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie hart das war. Selbst heute muss er visuelle Referenzen nutzen, um sein Sehen zu justieren. Was seine Augen sehen und was sein Gehirn verarbeitet, ist nicht dasselbe.“
Der Chilene kämpft seitdem mit seiner Form und hat die Konstanz, die ihn in sein erstes Masters-Finale brachte, nicht wiedergefunden. Aktuell auf Platz 156 der Welt gelistet, kehrt er nun zur Sandplatzsaison zurück und legt beim Madrid Challenger 75 eine solide Serie hin, wo er das Halbfinale erreicht hat und sich auf das Duell mit Jurij Rodionov um den Finaleinzug vorbereitet.

Nicolás Jarry — Weg ins Finale, Rome Open 2024 

RundeGegnerRang des GegnersErgebnis
R64Matteo ArnaldiNr. 376-2, 7-6(6)
R32Stefano NapolitanoNr. 1256-2, 4-6, 6-4
R16Alexandre MüllerNr. 1097-5, 6-3
VFStefanos TsitsipasNr. 83-6, 7-5, 6-4
HFTommy PaulNr. 166-3, 6-7(3), 6-3
FinaleAlexander ZverevNr. 54-6, 5-7
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