Italien stößt zur Rasensaison: Mailand richtet ab 2028 ein neues ATP 250 aus

ATP
Sonntag, 08 März 2026 um 10:00
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Die ATP Tour kehrt 2028 mit der Einführung eines neuen ATP-250-Turniers auf Rasen nach Mailand zurück und markiert damit einen historischen Meilenstein für den italienischen Tennissport. Erstmals wird in Italien ein Herren-Event der Haupttour auf dem Belag ausgetragen, der traditionell mit Wimbledon und der Rasensaison zu Beginn des Sommers verbunden ist.

Mailand erhält 2028 ein neues ATP-250-Rasenturnier als Meilenstein

Laut einem Bericht des Corriere della Sera hat der Italienische Tennis- und Padelverband (FITP) die Lizenz des derzeit in Brüssel ausgetragenen ATP-250-Turniers erworben. Dieses Event findet üblicherweise im Oktober auf Indoor-Hartplätzen statt, doch der italienische Verband plant, es nach Mailand zu verlegen und ab 2028 in ein Rasenturnier umzuwandeln.
Die Vereinbarung soll eine erhebliche Investition erfordert haben. FITP-Präsident Angelo Binaghi soll rund 24 Millionen US-Dollar für die Lizenz geboten haben, wovon etwa 10 Prozent im Rahmen des Deals an die ATP fließen.
Das neue Turnier soll in den kurzen Rasenschwung zwischen Roland Garros und Wimbledon eingebettet werden. In den ersten Ausgaben dürfte es entweder in der Woche nach den French Open — parallel zu den Turnieren in Stuttgart und ’s-Hertogenbosch — oder in der Woche direkt vor Wimbledon terminiert werden, wenn traditionell die Events in Mallorca und Eastbourne stattfinden.
Die Rückkehr der ATP Tour nach Mailand hat auch historische Bedeutung. Die Stadt war bereits zwischen 1978 und 1997 sowie erneut von 2001 bis 2005 Ausrichter eines ATP-Turniers, zunächst auf Synthetikbelag und später auf Hartplätzen. Seit 2006 ist das wichtigste Profiturnier in Mailand ein Challenger am Aspria Harbour Club.
Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Strategie des italienischen Verbands, die Rolle des Landes im globalen Tenniskalender zu stärken. Italien richtet bereits die Italian Open in Rom aus, eines der ATP-Masters-1000-Turniere, während die ATP Finals bis 2030 in Turin bleiben und die Davis Cup Finals mindestens bis 2027 in Italien stattfinden sollen.
Die Expansion spiegelt das starke Wachstum des Tennissports im Land wider. Italien zählt derzeit schätzungsweise 16,9 Millionen Tennisfans, rund 1,25 Millionen eingetragene Verbandsmitglieder und eine jährliche Wirtschaftsleistung von etwa 1,2 Milliarden Euro, wobei der Sport landesweit rund 57.000 Menschen beschäftigt.
Jüngste Erfolge auf Profiniveau haben die Popularität zusätzlich befeuert. Spieler wie Jannik Sinner, derzeit eine der prägenden Figuren auf der ATP Tour, ebenso wie Lorenzo Musetti und Jasmine Paolini, haben das Interesse am Tennissport im ganzen Land neu entfacht.
Mit Blick nach vorn reicht der Anspruch des Verbands über den anfänglichen ATP-250-Status hinaus. Berichten zufolge hofft die FITP-Führung, das Turnier perspektivisch auf ATP-500-Niveau aufzuwerten, ähnlich der Entwicklung in Doha, Dallas und München in den vergangenen Jahren. Gelingt dies, könnte Mailand zu einer wichtigen Station der Rasensaison auf dem Weg nach Wimbledon werden.
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