Jannik Sinner wird im Doppel beim
Monte Carlo Masters antreten, bestätigt damit seine Teilnahme am ersten ATP-Masters-1000-Turnier der europäischen Sandplatzsaison und signalisiert einen vertrauten strategischen Ansatz zu Beginn eines Belagswechsels. Der Italiener, aktuell die Nummer 2 der Welt, hatte hinsichtlich seiner Planung einige Unsicherheiten, doch seine Meldung für beide Wettbewerbe beseitigt alle Zweifel an seiner Teilnahme am monegassischen Event.
Die Entscheidung fällt zu einem markanten Zeitpunkt der Saison. Carlos Alcaraz reist als Titelverteidiger nach Monte Carlo, während Sinner im vergangenen Jahr aufgrund einer Sperre nicht antrat und somit keine Punkte zu verteidigen hat. Diese Konstellation eröffnet eine unmittelbare Chance in der ATP-Rangliste, da der Italiener in einer Phase, in der Ergebnisse direkte Auswirkungen haben können, die Lücke an der Spitze verringern will.
Sinners Nennung im Doppel fügt sich in ein Muster, das er in den vergangenen zwei Saisons etabliert hat. Er nutzt zu Beginn eines neuen Swings – insbesondere beim Wechsel der Beläge – regelmäßig Doppelwettbewerbe, um die Anpassung zu beschleunigen. Dieser Ansatz zeigte sich sowohl zum Start der Rasen- als auch der Sandplatzphasen, wenn frühe Matchpraxis Timing und Bewegung unter veränderten Bedingungen schärfen kann.
Sein jüngster Doppelauftritt vor Monte Carlo erfolgte Anfang dieses Monats in Indian Wells, wo er an der Seite von Reilly Opelka spielte. Das Duo benötigte eine Wildcard und traf zum Auftakt auf die topgesetzten Marcel Granollers und Horacio Zeballos, schied aber in zwei Sätzen mit 4:6, 4:6 aus. Trotz der frühen Niederlage folgte die Teilnahme derselben vorbereitenden Logik, die seine Terminplanung weiterhin prägt.
Ein konstantes Muster in Übergangsphasen
In den vergangenen Saisons hat Sinner Doppel gezielt an wichtigen Übergangspunkten in seinen Kalender integriert. Zum Start der Rasensaison 2025 trat er bei den Halle Open gemeinsam mit Lorenzo Sonego an, wenngleich das Duo in der ersten Runde ausschied. Ein ähnliches Ergebnis gab es 2024 beim selben Turnier, als er in der frühen Anpassungsphase an Rasen mit Hubert Hurkacz zusammen spielte.
Der Italiener hat zudem mit verschiedenen Partnerschaften über Turniere und Beläge hinweg experimentiert. 2024 spielte er beim Canadian Open im Doppel mit Jack Draper, als er von Rasen auf Hartplatz umstellte. Zuvor im selben Jahr meldete er für das Doppel sowohl in Monte Carlo als auch in Indian Wells an der Seite von Sonego, ohne dabei in die späten Runden vorzudringen, aber mit konstanter Ausrichtung seiner Vorbereitung.
Diese wiederholten Nennungen unterstreichen eine bewusste Strategie statt isolierter Entscheidungen. Auch wenn die Doppelresultate keine tiefen Läufe brachten, lag der Fokus weiterhin auf Matchrhythmus, Platzpositionierung und an den jeweiligen Belag geknüpften Anpassungen. Für einen Spieler, dessen Grundlinienkonstanz und Timing zentral sind, können diese Feinabstimmungen in den Einzelwettbewerb überschwappen.
Neue Partnerschaft und Direkteinzug in Monte Carlo
Beim Monte Carlo Masters bildet Sinner ein neues Duo und spielt mit Belgiens
Zizou Bergs zusammen, derzeit die Nummer 45 im Einzel. Das Team gibt sein gemeinsames Debüt und erhielt direkten Zugang ins Doppelfeld, im Gegensatz zur Wildcard, die Sinner
in Indian Wells früher in der Saison benötigte.
Die Partnerschaft steht für eine weitere Variation in Sinners häufig kurzfristigen und situativen Doppelkooperationen. Bergs, bekannt für physische Intensität und sein Grundlinienspiel, bietet ein ergänzendes Profil für frühe Runden, besonders auf Sand, wo längere Ballwechsel und die Positionierung am Netz im Doppel stärker ins Gewicht fallen.