Carlos Alcaraz und
Jannik Sinner schreiben seit einigen Jahren abwechselnd Geschichte auf der ATP Tour. Ihre Rivalität sorgt regelmäßig für Schlagzeilen, und ihre dominante Serie bei Grand-Slam-Turnieren stellt sie auf eine Stufe mit früheren Größen.
Im vergangenen Jahr setzten sich Alcaraz und Sinner vom Verfolgerfeld ab. Sie waren für fast jeden kaum zu bezwingen, selbst für ihre engsten Konkurrenten in der Weltrangliste. Tatsächlich verlor Sinner im Jahr 2025 nur gegen zwei Spieler, die nicht Alcaraz hießen: Alexander Bublik und Tallon Griekspoor. Er gewann zwei Grand Slams, die Paris Masters und verteidigte seinen ATP-Finals-Titel in Turin.
So beeindruckend das war, er hätte noch mehr erreichen können, wäre da nicht seine dreimonatige Sperre gewesen. In dieser Zeit setzte Alcaraz starke Akzente, kam bei Turnieren weit und holte große Titel. Er verteidigte seinen Roland-Garros-Titel gegen Sinner im ersten von drei aufeinanderfolgenden Major-Endspielen. In Wimbledon reiste er als haushoher Favorit zur Titelverteidigung an, wurde jedoch vom souveränen Italiener bei SW19 gestoppt. Das Duell verlagerte sich weiter in die nordamerikanische Hartplatzsaison, wo sich Alcaraz im US-Open-Finale revanchierte, die Nummer eins der Welt zurückeroberte und in Flushing Meadows erstmals seit 2022 wieder triumphierte.
Am Rande weiterer Geschichte
Diese drei aufeinanderfolgenden Grand-Slam-Endspiele stellen das Duo in eine sehr exklusive Kategorie. Nur wenige Spieler haben in ihrer Hochphase eine derartige Dominanz erlebt oder sie derart genutzt. Alcaraz und Sinner haben das, und ein weiterer Rekord ist in Reichweite.
Mit den schnell näher rückenden
Australian Open sind sie die klaren Favoriten, erneut im Finale aufeinanderzutreffen. Das wäre ihr viertes und damit die Egalisierung des Rekords von
Novak Djokovic und
Rafael Nadal zwischen 2011 und 2012.
Begonnen hatte es in Wimbledon 2011, wo Djokovic nicht nur sein erstes Wimbledon-Finale erreichte, sondern in vier Sätzen auch seinen ersten Titel dort holte. Ein paar Monate später suchte der Spanier nach Revanche, musste sich aber erneut geschlagen geben, als der Serbe in der Schlussphase davonzog und seinen ersten US-Open-Titel gewann. Es folgte ein absolutes Meisterwerk der beiden im Endspiel der Australian Open 2012. Das Match dauerte fünf Stunden und 53 Minuten, Djokovic setzte sich hauchdünn durch und verteidigte seinen Titel. Er zielte auf den vierten Sieg in Serie gegen Nadal, kam im Roland-Garros-Finale jedoch nicht heran. Nadal dominierte dort und setzte sich endlich gegen Djokovic durch, um seinen siebten Titel in Paris zu feiern. Am Ende sollten es 14 werden.
Novak Djokovic und Rafael Nadal trafen in neun Grand-Slam-Finals aufeinander
Alcaraz und Sinner können in Melbourne mit diesem Rekord gleichziehen, doch das ist leichter gesagt als getan. Während Sinner als zweifacher Titelverteidiger anreist, hat Alcaraz bei jenem einzigen Grand Slam, der ihm noch fehlt, nie das Viertelfinale übertroffen. Seine regelmäßig zähen Saisonstarts in Ozeanien könnten diesen Rekord und seine Chancen auf den Karriere-Grand-Slam gefährden.
Der 22-Jährige hofft auf eine Trendwende, zumal der Rekord zum Greifen nahe ist. Treffen sie im Finale der Australian Open und der French Open im Juni aufeinander, gehört der Rekord ihnen. Angesichts ihrer absurden Autorität auf dem Court könnte es zudem dauern, bis jemand diese beeindruckende Serie bricht. Die Australian Open finden vom 18.01. bis 01.02. statt.
Nadal-Djokovic-Rekord an aufeinanderfolgenden Grand-Slam-Endspielen
| Year | Tournament | Winner | Score |
| 2011 | Wimbledon | Djokovic | 6–4, 6–1, 1–6, 6–3 |
| 2011 | US Open | Djokovic | 6–2, 6–4, 6–7(3), 6–1 |
| 2012 | Australian Open | Djokovic | 5–7, 6–4, 6–2, 6–7(5), 7–5 |
| 2012 | Roland Garros | Nadal | 6–4, 6–3, 2–6, 7–5 |