Rund um
Ugo Humbert gab es beim Open Occitanie einige Kontroversen, nachdem der Franzose in einer kritischen Phase des Tiebreaks im dritten Satz zu seinem Stuhl ging und scheinbar auf sein Handy schaute.
Kontroverse und Fan-Reaktionen zum Tiebreak-Eklat in Montpellier
Es war ein kompletter Thriller gegen Landsmann Adrian Mannarino. Der 37-Jährige war in einer miserablen Form, hatte erst kürzlich seinen ersten ATP-Einzelsieg seit der Auftaktrunde beim Shanghai Masters Anfang Oktober geholt. Gegen jemanden mit dem Ruf, auf Hallen-Hartplatz sehr versiert zu sein, war er klar nur zweite Wahl.
Der erste Satz ging bis in den Tiebreak, in dem Humbert zuerst zuschlug. Bei 3:4 Rückstand gewann er vier Punkte in Serie, holte sich den ersten Satz und machte einen großen Schritt Richtung Viertelfinale in Montpellier. Der Routinier war jedoch nicht bereit, sich so leicht zu ergeben. Nach einer Serie verpasster Breakchancen beider Spieler zu Beginn des zweiten Satzes nutzte Mannarino schließlich selbst eine Möglichkeit, stellte auf 5:3 und servierte zu Null aus, womit er zügig den dritten Satz erzwang.
Kontroverse am Ende des Matches
Genau hier setzte der Gesprächsstoff in einem Match an, das die Zuschauer fesselte. Es war ein weiterer Satz ohne Breaks, doch das hätte anders ausgehen können, wenn
Humbert eine seiner drei vergebenen Matchbälle genutzt und die Partie zugemacht hätte.
Ein zweiter Tiebreak musste her, dessen Sieger sich den Platz im Achtelfinale sicherte. Humbert stürmte nach zwei Minibreaks zum 4:3. Dann kam es zu einer bizarren Wendung: Er schlenderte zu seinem Stuhl und checkte dabei sein Handy. Der ehemalige Weltranglisten-13. kehrte anschließend auf seine Seite zurück und verlor jeden weiteren Punkt der Partie. Die Folge: Mannarino gewann vier Zähler in Serie, holte sich das Match und setzte seinen starken Auftritt in der Heimat fort. Er trifft nun auf Wildcard-Starter Arthur Gea, der zwei Partien gewann, in denen seine Gegner aufgaben.
Viele blenden diese glänzende Chance für die französischen Spieler aus und fokussieren sich stattdessen auf die Eskapade des ehemaligen französischen Nummer eins in diesem Tiebreak. Zahlreiche Fans werteten dies als Spielmanipulation. Das Video ging rasch viral und löste sehr unterschiedliche Reaktionen unter Tennisfans aus.
„Ich will nur wissen, welchen Zweck das jemals haben sollte? Warum konnte er nicht bis nach dem Match warten, das buchstäblich Minuten später vorbei war“, kommentierte ein Fan. „Das FBI muss Ugo Humbert untersuchen“, bemerkte jemand anderes.
Der Grund dafür könnte aus einer langen Liste möglicher Erklärungen stammen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Spieler nach Matches auf ihr Handy schauen, um Verpasstes nachzuholen oder Wichtiges zu prüfen. Alarmierend wird es jedoch, wenn ein Spieler dies in einer derart entscheidenden Phase tut. Was auch immer dahinter steckt: Die ATP hat sich dazu bislang nicht geäußert, wirkt nicht so, als würde sie die Situation untersuchen, geschweige denn Humbert sanktionieren. Der 27-Jährige tritt als Nächstes erneut bei einem Hallenturnier an, diesmal außerhalb Frankreichs in Rotterdam beim ABN AMRO Open.