Das Duell zwischen Jannik Sinner und Eliot Spizzirri stiehlt an diesem Samstag, 24.01., im Drittrundenmatch die Show. Der Amerikaner ist bislang die große Überraschung, gewann den Auftaktsatz — und zeigte im zweiten Durchgang zudem eine starke Fair-Play-Geste.
Die Nummer 85 der Welt reiste als völlige Unbekannte zu dieser Turnierausgabe an, die sein Hauptfeld-Debüt bei den Australian Open markiert. In Runde eins wurde ihm der an 28 gesetzte Joao Fonseca zugelost, und er sorgte für eine große Sensation, indem er den Brasilianer in vier Sätzen ausschaltete (6–4, 2–6, 6–1, 6–2). Es folgte ein weiterer Sieg gegen Yibing Wu in fünf Sätzen, der ihm seine erste Drittrunden-Teilnahme bei einem Grand Slam und zugleich einen deutlichen Sprung in der Rangliste bis auf Platz 70 der Welt einbrachte.
Vielleicht die größte Belohnung für einen Spieler, der meist auf der Challenger Tour antritt, ist das Duell mit dem zweimaligen Titelverteidiger Jannik Sinner in der dritten Runde in einer bis auf den letzten Platz gefüllten Rod Laver Arena. Noch besser für den Amerikaner ist die beeindruckende Vorstellung, die er bislang zeigt, wodurch er die Nummer 2 der Welt spürbar unter Druck setzt.
Spizzirri schockt die Rod Laver Arena im ersten Satz
Es wirkte wie ein normaler Arbeitstag für den Italiener, der sich das erste Break des Matches holte und souverän mit 4:2 in Führung ging. Bis dahin hatte Spizzirri einen hohen Aufschlaglevel gezeigt und hielt in den Ballwechseln mit Sinner mit, auch wenn die Gesamtregie des Matches beim Italiener lag.
Die Überraschung kam jedoch, als Sinner im Schlussteil des Satzes unkonstant wurde. Spizzirri gewann 16 der nächsten 18 Punkte, sicherte sich zwei Breaks in Serie und holte den Satz mit 6:4 auf beeindruckende Weise. Es waren vier Spiele in Folge für den Amerikaner, zugleich das Ende von Sinners Serie von 27 gewonnenen Sätzen am Stück. Zuletzt hatte der Italiener im Oktober 2025 einen Satz abgegeben, im Finale der Vienna Open gegen Alexander Zverev — ein Match, das Sinner dennoch mit 3:6, 6:3, 7:5 gewann.
Zu Beginn des zweiten Satzes zeigte der Amerikaner Größe nach einer kleinen Kontroverse zwischen dem Stuhlschiedsrichter und Jannik Sinner. Nach zwei frühen Breaks auf beiden Seiten servierte der Italiener bei 1:1, 40:15, als der Schiedsrichter wegen Überschreitung der zulässigen Aufschlagzeit eine Time-Violation aussprach.
Sinner argumentierte, er sei innerhalb der Frist nicht spielbereit gewesen, weil Zuschauer noch laut gesprochen hätten. Der vierfache Major-Sieger ging zum Schiedsrichter, um seine Beschwerde fortzusetzen, und Spizzirri schaltete sich ein, bat den Schiedsrichter, die Verwarnung gegen seinen Gegner zurückzunehmen, da auch er selbst aufgrund derselben Publikumsstörungen nicht bereit zum Rückschlag gewesen sei.
Am Ende hielt Sinner seinen Aufschlag und ging in Führung, holte sich unmittelbar danach ein zweites Break in Folge. Der Amerikaner stemmte sich dagegen, doch es reichte nicht zur Wende, und Sinner nahm schließlich den zweiten Satz mit, wodurch die Frage offen blieb, wie viel Spizzirri noch nachlegen kann. Nach zwei gespielten Sätzen hat er deutlich gezeigt, dass er für Sinner zu einem ernsthaften Problem werden kann.
Seit dem legendären Wimbledon-Finale zwischen Björn Borg und John McEnroe verfolgt Pascal Michiels den Tennissport mit großer Leidenschaft und analytischem Interesse. Diese langjährige Verbundenheit mit dem Sport verbindet er mit fundierter Datenkompetenz und einem klaren Blick für die Dynamiken des professionellen Wettbewerbs.
Er lebt in Brüssel und absolvierte ein Studium der Wirtschaftsingenieurwissenschaften an der Vrije Universiteit Brussel. Seine berufliche Laufbahn begann er in der Medienanalyse bei Report International, wo er unter anderem mit internationalen Marken wie Mercedes, BMW, Ford Europa und Bewerbungen für Olympische Spiele zusammenarbeitete. Anschließend leitete er ein internationales Team von mehr als zwanzig angehenden Journalistinnen und Journalisten und sammelte dabei umfassende Erfahrung in redaktioneller Koordination und Medienperformance-Analyse.
In den folgenden Jahren war er als selbstständiger Business-IT-Berater tätig, unter anderem in langfristigen Projekten für GlaxoSmithKline. Danach wechselte er in den Bildungsbereich und unterrichtete Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung.
Bei Tennisaktuell.de verantwortet er als Chefredakteur und Herausgeber die strategische und redaktionelle Ausrichtung der Plattform. Er steuert die inhaltliche Entwicklung, optimiert Sichtbarkeit und Reichweite und verbindet journalistische Standards mit datenbasierter Analyse. Dazu entwickelt er unter anderem Modelle zur Spiel- und Ergebnisprognose, die der internen Einordnung und Kontextualisierung dienen.
Sein Anspruch ist eine präzise, transparente und verantwortungsvolle Berichterstattung. Er legt Wert auf klare Quellenstandards und stellt sicher, dass Inhalte bei neuen, verifizierten Informationen zeitnah aktualisiert werden.
Sinner is frustrated because he's losing, gets a time violation and starts complaining to the ref
His true colours show when he's losing. He's got the face of a sociopath, pretending to applaud Spizzirri's fair play. Doesn't mean any of it