Die Erstrunden-Action in
Indian Wells ist abgehakt. An Tag drei richten sich alle Blicke auf die Zweitrunden-Duelle, wenn die großen Namen der Szene ihre Kampagnen starten und ihre Titelambitionen hier ihren Anfang nehmen. Gespielt wird ab 11:00 Ortszeit (20:00 CET).
Italienische Talente im Mittelpunkt
Nie ein Champion in
Indian Wells, hofft
Jannik Sinner, sein Jahr 2026 endlich mit dem Sprung auf die oberste Stufe des Podiums zu beleben, nachdem der Start nach seinen irrsinnigen Maßstäben lethargisch verlief. Zwei Turniere hat er bestritten, und ohne Finaleinzug ist das ein krasser Befund für jemanden, den Tennisfans gewohnt sind, regelmäßig in Endspielen zu sehen.
Auf die Halbfinalniederlage bei den Australian Open folgte ein Viertelfinal-Aus in Doha, während sein Rivale Carlos Alcaraz beide Turniere gewann. Der Italiener kommt nun in eine Phase, in der er keine Ranglistenpunkte verteidigt, da er vor einem Jahr zu dieser Zeit gesperrt war, was ihm eine große Chance bietet, aufzuschließen oder sogar die aktuelle Nummer eins der Welt zu überflügeln, wenn er auf höchstem Niveau performt. Er startet seinen Sunshine Swing gegen Qualifikant Dalibor Svrcina, der bei seinem Indian-Wells-Debüt vor einer kniffligen Aufgabe steht.
Sinner ist nicht der einzige Italiener am dritten Tag. Lorenzo Musetti war drauf und dran, Novak Djokovic bei den Australian Open rauszuwerfen, bevor ihn eine schwere Verletzung zum Aufgeben zwang und er den gesamte Golden Swing ausließ. Er kehrt nun mit dem Antrieb zurück, an seinen Jahresstart anzuknüpfen. Sein Gegner ist der Ungar Marton Fucsovics.
Apropos Hürden: Matteo Berrettini könnte gegen
Alexander Zverev Schwerstarbeit vor sich haben, falls die Nummer vier der Welt ihr Top-Niveau findet. Nach einem souveränen Auftritt in Melbourne war das frühe Aus in Acapulco ein herber Dämpfer auf einen ansonsten guten Start in das Jahr 2026, in dem er zur Bestform zurückfinden und die Top Zwei attackieren will. Er peilt an, als zweiter Deutscher nach Boris Becker dieses Turnier zu gewinnen. Zunächst muss er jedoch am früheren Wimbledon-Finalisten Berrettini vorbei.
Alexander Zverev in Aktion
Der höchstplatzierte italienische Turniersieger in diesem Jahr ist Flavio Cobolli. Nach einem verheerenden Start gewann er die Mexican Open mit einem starken Auftritt und kam wieder in die Spur. Miomir Kecmanovic ist seine erste Hürde, und eine knifflige, denn der Serbe ist ebenfalls in starker Form.
Auch Auger-Aliassime und Shelton im Einsatz
Felix Auger-Aliassime war nur einen Sieg davon entfernt, drei Finals in Serie zu erreichen, nachdem er bei den Australian Open in Runde eins aufgeben musste. Er gewann die Open Occitanie, bevor er im ABN AMRO Open gegen Alex de Minaur verlor. Danach stoppte ihn Daniil Medvedev in Dubai, doch seine Form ist auf sehr hohem Niveau. Ein Leckerbissen steht an, wenn der Kanadier seine Serie gegen Gael Monfils in dessen letztem Indian-Wells-Auftritt fortsetzen will. Monfils will das Publikum unterhalten, muss aber sein bestes Tennis zeigen, um den Paris-Masters-Finalisten von 2025 aus dem Rhythmus zu bringen.
Während Auger-Aliassime und Monfils noch nie einen Masters-1000-Titel gewonnen haben, gelang Ben Shelton dies im vergangenen Jahr bei den Canadian Open. Er nutzte ein ausgedünntes Feld, bezwang Karen Khachanov und holte seinen bislang größten Titel, den er nun als angehender US-Spitzenmann fortschreiben will. Bereits Dallas-Open-Champion trifft der 23-Jährige auf den aufschlagstarken Reilly Opelka, ebenfalls Canadian-Open-Finalist, wenn auch ohne den Triumph seines Landsmannes.
Ein weiteres US-Duell bestreiten der Mexican-Open-Finalist Frances Tiafoe und Jenson Brooksby, der nach zähem Jahresbeginn in Dubai die Kurve bekam. In guter Form ist auch Brandon Nakashima, der diese Woche mit Tiafoe im Doppel antritt. Seine erste Aufgabe lautet Camilo Ugo Carabelli aus Argentinien. Australian-Open-Viertelfinalist Learner Tien ist ebenfalls bereit und trifft auf Adam Walton.
Arthur Fils hat seit seinem Comeback nach Verletzung überzeugt. Er ist der zweite Franzose im Einsatz und spielt gegen Dino Prizmic. Weitere Partien: Denis Shapovalov gegen Tomas Martin Etcheverry sowie Alejandro Davidovich gegen Zachary Svajda. Jakub Mensik wird bald seinen Miami-Open-Titel verteidigen, wofür ein positives Resultat hier wichtig ist. Marcos Giron will das verhindern, während Landsmann Tommy Paul den Tag mit einem Duell gegen Zizou Bergs beschließt.
Nummer eins der Welt und weitere Top-10-Akteurinnen im Einsatz
Aryna Sabalenka gelang es ähnlich wie Sinner nicht, einen weiteren Australian-Open-Titel zu holen, und sie verließ Melbourne nach einer weiteren Finalniederlage tief enttäuscht. Die Belarussin unterlag im Finale des ersten Grand Slams des Jahres Elena Rybakina und hat seither kein Match bestritten. In Indian Wells stand sie zweimal im Endspiel und verlor beide Male. Zuletzt unterlag sie im Vorjahr Mirra Andreeva und will das nun korrigieren. Qualifikantin Hinebo Sakatsume hat die Ehre, gegen die Nummer eins der Welt anzutreten.
Auch die Weltranglisten-Vierte Coco Gauff hat in ihrer kurzen, aber erfolgreichen Zeit an der Spitze noch nie hier gewonnen. Die zweimalige Grand-Slam-Siegerin kämpft zuletzt massiv mit dem Aufschlag, bringt aber weiterhin Ergebnisse zustande und erreichte zuletzt das Halbfinale in Dubai. Nun richtet sich der Fokus auf Kalifornien, wo Kamilla Rakhimova ihre nächste Aufgabe ist.
Coco Gauff jubelt beim Dubai Duty Free Tennis Championships 2026
Eine weitere hochveranlagte US-Amerikanerin wird spät am Abend ins Geschehen eingreifen: Amanda Anisimova peilt den dritten WTA‑1000‑Titel ihrer stetig wachsenden Sammlung an. In sechs bisherigen Anläufen kam sie nur zweimal über die zweite Runde hinaus, ihr bestes Ergebnis war das Achtelfinale bei ihrem Debüt. Erwartet wird diesmal deutlich mehr, und sie will ihre Kampagne mit einem Paukenschlag gegen Anna Blinkova eröffnen.
Außerdem greift Jasmine Paolini gegen Anastasia Potapova ein. Die Italienerin galt zwischenzeitlich als klare Favoritin auf den Titel beim Merida Open bei ihrem Debüt, schied jedoch überraschend aus. Während das eine große Enttäuschung war, reitet Victoria Mboko auf einer Erfolgswelle. Die Finalistin der Qatar Open bestreitet ihr erstes Indian Wells und will sich tiefer in die Top 10 spielen. Für die 19‑Jährige geht es nun gegen Kimberly Birrell um ein Ticket für die dritte Runde.
Erfahrene Siegerinnen und junge Talente im Fokus
Die Championess von 2018, Naomi Osaka, bestreitet ihr erstes Turnier seit ihrem Rückzug vor dem Drittrundenmatch bei den Australian Open. Sie kehrt gegen Victoria Jimenez Kasintseva zurück, die jüngst als erste Andorranerin die Top 100 erreicht hat. Clara Tauson stand im vergangenen Jahr beim Qatar Open bereits in einem WTA‑1000‑Finale und hofft, dieses Kunststück irgendwie zu wiederholen. Dafür muss sie allerdings einen Weg an Yulia Putintseva vorbei finden.
Emma Raducanu hat in ihrer Karriere erst ein WTA‑1000‑Viertelfinale erreicht, beim Miami Open im vergangenen Jahr. Die frühere US‑Open‑Siegerin ist weiterhin ohne Coach und versucht, sich von einer enttäuschenden Middle‑East‑Tour zu erholen. Gegen Anastasia Zakharova will sie die nächste Hürde nehmen, mit Anisimova als möglicher Gegnerin in Runde drei.
Einst galt Raducanu als eines der strahlendsten Talente im Sport, inzwischen ist die 23‑Jährige eine fest etablierte WTA‑Spielerin. Am dritten Turniertag präsentiert sich eine Reihe der heißesten Perspektivspielerinnen. Neben der bereits erwähnten Mboko wird Iva Jovic vor heimischem Publikum viel Unterstützung erhalten. Nun selbst Grand‑Slam‑Viertelfinalistin, will sie sich nicht am Erreichten berauschen, sondern motiviert weitermarschieren. Camila Osorio wartet in Runde zwei.
Am Folgetag wird sie gemeinsam mit Alexandra Eala
im Doppel aufschlagen. Für die Filipina beginnt eine wichtige Phase der Saison. Als
Weltranglisten‑32. könnte Eala viele Zähler verlieren, da sie die Punkte aus ihrem starken Miami‑Open‑Lauf im Vorjahr verteidigen muss, als sie einige der besten Spielerinnen der Welt schlug und das Halbfinale erreichte. Dayana Yastremska steht ihr bei ihrem Indian‑Wells‑Debüt auf dem Weg in die dritte Runde im Weg.
Linda Noskova zählt trotz ihres jungen Alters bereits zur etablierten Spitze, nachdem sie das Finale der China Open erreicht hat. Nur wenige Spielerinnen können sich WTA‑1000‑Finalistinnen nennen, mit 20 Jahren ist das herausragend. Nun 21, rangiert die Tschechin auf Platz 14 der Welt. Jessica Bouzas Maneiro will ihrerseits glänzen und verhindern, dass die nächste Spielerin aus Tschechien die nächste Runde erreicht.
Nicht mehr so präsent in den Schlagzeilen wie im Vorjahr, will Maya Joint das ändern und ihre Ansprüche gegen Jaqueline Cristian untermauern, während die Weltranglistenelfte Ekaterina Alexandrova mit einem positiven Auftritt zurück in die Top 10 strebt. Eine weitere Australierin ist in Kalifornien im Einsatz: Talia Gibson steht auf der anderen Seite des Netzes, zudem trifft Ajla Tomljanovic auf Xinyu Wang.
Ein russisches Duo komplettiert den umfangreichen Spielplan an diesem ereignisreichen ersten Tag der Zweitrundenmatches. Diana Shnaider steht vor einer harten Prüfung gegen die Transylvania‑Open‑Siegerin Sorana Cirstea, während Anna Kalinskaya auf die türkische Nummer eins Zeynep Sonmez trifft.