Yannick Hanfmann setzte bei den BCI Seguros
Chile Open ein Ausrufezeichen. Der 34-Jährige aus Karlsruhe besiegte den an Position vier gesetzten Camilo Ugo Carabelli im Achtelfinale souverän mit 6:4, 6:3 und zog verdient ins Viertelfinale ein. Auf dem Sandplatz des Club Deportivo Universidad Católica zeigte der Weltranglisten-81. eine reife, konzentrierte Leistung – und bestätigte seine ansteigende Form der vergangenen Wochen.
Hanfmann bleibt damit der letzte deutsche Vertreter im Hauptfeld des
ATP-250-Turniers in Santiago de Chile. Das Event, das seit 2020 wieder fest im Kalender der ATP-Tour verankert ist, knüpft an eine lange Tradition in Chile an.
Mut zur Offensive zahlt sich aus
Von Beginn an setzte Hanfmann auf eine klare Marschroute. Er suchte den Weg nach vorne, streute immer wieder Serve-and-Volley-Aktionen ein und nahm dem laufstarken Argentinier so den Rhythmus. „Ich wusste, dass ich meine Chancen aggressiv nutzen muss“, erklärte Hanfmann nach der Partie. In der Höhenlage von Santiago entfaltete sein Aufschlag besondere Wirkung. Die schnellen Bedingungen kamen seinem direkten Spiel entgegen.
Carabelli, zehn Jahre jünger und als Sandplatzspezialist bekannt, versuchte wie erwartet, die Ballwechsel in die Länge zu ziehen. Doch Hanfmann hielt dagegen. Er variierte Tempo und Länge, setzte gezielt Nadelstiche mit der Vorhand und blieb auch in engen Momenten ruhig. Beim Stand von 5:4 im ersten Satz erhöhte er den Druck, erspielte sich Breakchancen und nutzte die entscheidende Möglichkeit konsequent. Mit einem mutigen Returnspiel sicherte er sich den Durchgang.
Starker Aufschlag als Fundament des Erfolgs
Der erste Service bildete die Basis für Hanfmanns dominanten Auftritt. Immer wieder erzielte er freie Punkte oder erzwang kurze Returns, die er konsequent attackierte. Gerade auf dem Sand von Santiago, der durch die Höhenlage schneller spielt als viele europäische Plätze, verschaffte ihm dieser Vorteil klare Kontrolle über die Ballwechsel.
Auch nach der medizinischen Auszeit seines Gegners blieb Hanfmann bei sich. Er brachte eine hohe Quote an ersten Aufschlägen ins Feld und diktierte die Rallyes früh. So nahm er Carabelli die Möglichkeit, sein variables Grundlinienspiel aufzuziehen. Das frühe Break im zweiten Satz resultierte aus genau dieser Entschlossenheit.
Erfahrung und Spielintelligenz machen den Unterschied
Im zweiten Durchgang kämpfte Carabelli sichtbar, doch Hanfmann las das Spiel klug. Er erkannte, wann er das Tempo anziehen musste und wann Geduld gefragt war. Diese Mischung aus Aggressivität und Übersicht prägte seinen gesamten Auftritt. Nach 6:3 verwandelte er seinen Matchball entschlossen und ließ keinen Zweifel am verdienten Einzug ins Viertelfinale.
Bereits in der ersten Runde hatte Hanfmann mit einem stabilen Auftritt gegen Dušan Lajović überzeugt. Auch dort präsentierte er sich wach, griffig und mental gefestigt. In Santiago zeigte er nun, dass er auf Sand weiterhin gefährlich sein kann – gerade wenn er selbst das Heft in die Hand nimmt.
Im Viertelfinale wartet entweder der Kroate Dino Prižmić oder der Litauer Vilius Gaubas. Hanfmann kündigt an, die möglichen Gegner genau zu beobachten. Sein Trainerteam analysiert bereits die nächsten Matches. Die Aussicht auf ein weiteres Spiel auf dem Center Court motiviert zusätzlich.