Alexander Zverev ist zurück auf der Tour – und wie. Beim Abierto Mexicano Telcel presentado por HSBC in Acapulco hat der Weltranglisten-Vierte seine Auftakthürde souverän genommen. Der topgesetzte Hamburger besiegte den Franzosen
Corentin Moutet in der ersten Runde mit 6:2, 6:4 und 2:0 Sätzen. Nach 1:31 Stunden verwandelte Zverev seinen zweiten Matchball und setzte damit ein klares Zeichen.
Es war sein erstes Match seit dem Halbfinale der Australian Open Ende Januar. Dort hatte er in einem hochklassigen Fünfsatzkrimi nur
knapp gegen Carlos Alcaraz verloren. Mehr als drei Wochen Wettkampfpause lagen hinter ihm. In Acapulco präsentierte sich Zverev nun frisch, fokussiert und von Beginn an in Kontrolle.
Dominanz beim Aufschlag als Schlüssel
Zverev bestimmte das Geschehen vom ersten Ballwechsel an. Er servierte sieben Asse, gewann einen Großteil der Punkte hinter dem ersten Aufschlag und ließ keine einzige Breakchance zu. Moutet, aktuell die Nummer 35 der Welt, fand kaum Mittel gegen das druckvolle Service- und Grundlinienspiel des Deutschen.
Im Achtelfinale trifft der Weltranglistenvierte auf den Serben Miomir Kecmanovic
Im ersten Satz nahm Zverev seinem Gegner früh den Aufschlag ab und zog konsequent davon. Er agierte aggressiv, suchte schnell die Entscheidung und zwang Moutet immer wieder zu Fehlern. Mit 6:2 sicherte er sich den Durchgang nach nur 36 Minuten. Auch im zweiten Satz blieb er stabil. Zwar hielt Moutet seine Aufschlagspiele enger, doch Zverev wartete geduldig auf seine Chance. Das entscheidende Break gelang ihm zur Mitte des Satzes. Anschließend brachte er die Partie routiniert nach Hause.
„Corentin kann ein schwieriger Gegner sein, besonders wenn man wie ich eine Weile keine Matches gespielt hat“, sagte Zverev nach dem Spiel. „Ich bin also auf jeden Fall zufrieden mit meiner Leistung und freue mich auf das, was noch vor mir liegt.“
Ein besonderer Ort für Zverev
Das Turnier in Acapulco zählt zur ATP-500-Kategorie und gehört seit 1993 zum festen Bestandteil der Tour. Gespielt wird in der Arena GNP Seguros auf blauem Hartplatz, seit 2014 dient dieser Belag als Bühne für das Event. Die Spieler wählten das Turnier bereits dreimal zum besten seiner Kategorie (2007, 2017, 2019). Für Zverev ist der Ort mit positiven Erinnerungen verbunden: 2021 gewann er hier bereits den Titel.
Der 28-Jährige spricht in diesem Jahr offen über einen Perspektivwechsel. „Dieses Jahr möchte ich Tennis ein bisschen mehr genießen“, betont er. Er werde älter und wisse, dass die Karriere nicht ewig dauere. Gleichzeitig hoffe er, noch mindestens zehn Jahre auf diesem Niveau spielen zu können. Freude und Leichtigkeit rücken für ihn stärker in den Mittelpunkt.
In Mexiko begleitet ihn seine fast fünfjährige Tochter Mayla. Ihre Anwesenheit, so erzählt Zverev, lasse ihn vieles entspannter sehen. Diese Gelassenheit überträgt sich offenbar auch auf sein Spiel. Er wirkt klar in seinen Entscheidungen, ruhig in engen Momenten und fokussiert auf das Wesentliche.
Während Zverev überzeugte, musste ein anderer Deutscher einen Rückschlag hinnehmen.
Daniel Altmaier schied erneut früh aus. Gegen Alejandro Davidovich Fokina verlor er 5:7, 3:6 und kassierte bei seinem sechsten Turnierstart 2026 die sechste Niederlage. Nach seinem zwischenzeitlichen Vorstoß in die Top 50 im vergangenen Jahr rutschte Altmaier zuletzt wieder aus diesem Bereich heraus.
Auch abseits des Courts steht das Turnier unter besonderer Beobachtung. In weiten Teilen Mexikos kommt es weiterhin zu Gewaltausbrüchen, ausgelöst unter anderem durch Konflikte rund um den Drogenboss Nemesio „El Mencho“ Oseguera Cervantes. Die Veranstalter in Acapulco betonen eine enge Abstimmung mit Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden. Strikte Sicherheitsprotokolle sollen einen reibungslosen Ablauf gewährleisten.
Nächste Aufgabe: Kecmanovic
Für Zverev richtet sich der Blick nun nach vorn. Im Achtelfinale trifft er auf den Serben Miomir Kecmanovic. Das Duell dient ihm als nächster Härtetest auf dem Weg zu den anstehenden Masters-1000-Turnieren in Indian Wells und Miami. Gerade auf Hartplatz will der Hamburger in diesem Frühjahr ein Ausrufezeichen setzen.
Der Auftakt in Acapulco liefert dafür eine stabile Grundlage. Zverev agiert selbstbewusst, strukturiert und mit klarer Spielidee. Seine Aufschlagleistung setzt Maßstäbe, sein Grundlinienspiel wirkt variabel und kontrolliert. Das „Mini-Comeback“ ist gelungen – und es deutet darauf hin, dass mit ihm in Mexiko erneut zu rechnen ist.