Alexander Zverev hat sich bei den
Australian Open ohne Umwege ins Viertelfinale gespielt. Das 6:2, 6:4, 6:4 gegen Francisco Cerúndolo wirkte auf dem Papier kontrolliert – auf dem Platz war es ein Match, in dem sich Zverev von Satz zu Satz deutlicher als der bestimmende Spieler absetzte. Nach drei Vier-Satz-Partien zum Turnierauftakt war es ein Abend ohne Umwege, aber nicht ohne Aussagekraft. 2:12 Stunden, kein Satz außer Kontrolle, kein Moment echter Unsicherheit.
Australian Open – Was Zverevs dominante Zahlen für Tien bedeuten
Der erste Satz setzte früh ein Zeichen. Zverev nahm Cerúndolo direkt den Aufschlag ab, diktierte die Ballwechsel mit Länge und Ruhe und ließ den Argentinier nie in einen Rhythmus kommen. Zwei frühe Breaks, ein klarer 6:2-Satzgewinn – getragen von hoher Aufschlagquote und einem Tempo, das Cerúndolo permanent einen halben Schlag zu spät kommen ließ. Es war der Satz, in dem Zverev das Match an sich riss.
Im zweiten Satz verschob sich das Bild leicht, aber nicht die Statik. Cerúndolo stabilisierte sich, suchte früher den Punktabschluss und hielt seine Aufschlagspiele länger offen. Zverev blieb unbeirrt.
Beim Stand von 3:3 setzte er das eine Break, das diesen Satz entschied, verteidigte es mit Autorität und servierte ohne Diskussion zum 6:4. Es war kein spektakulärer Satz – aber ein reifer.
Der dritte Satz wurde zur Prüfung der Geduld. Cerúndolo versuchte, über Intensität und Risiko Druck aufzubauen, doch Zverevs Aufschlag blieb unantastbar.
Beim Stand von 3:3 erhöhte der Deutsche noch einmal den Druck, erzwang das Break und zog das Match dann konsequent zu.
Kein Wackler beim Ausservieren, kein unnötiger Umweg – das 6:4 war der logische Schlusspunkt.
Die Zahlen
Die Zahlen unterstreichen den Verlauf eindrucksvoll. Ein Dominance Ratio von 1,68, 57 Prozent gewonnene Punkte, 77 Prozent erste Aufschläge mit 79 Prozent Punktgewinn dahinter. Fünf Breaks aus acht Chancen, 13 von 14 gehaltenen Aufschlagspielen. Dazu 87 Prozent gewonnene Netzpunkte – ein Wert, der zeigt, wie klar Zverev die Kontrolle übernahm, sobald sich Gelegenheiten boten.
Mit dem Einzug ins Viertelfinale steht Zverev in Melbourne nun
zum fünften Mal unter den letzten acht und ist damit alleiniger deutscher Rekordhalter vor Boris Becker. Doch die nächste Runde wird keine Fortschreibung dieser Ruhe.
Match Statistics Zverev vs. Cerundolo
| Zverev |
VS |
Cerundolo |
| 7 |
Aces |
0 |
| 2 |
Double Faults |
0 |
| 77% (58/75) |
1st Service Percentage |
65% (61/94) |
| 79% (46/58) |
1st Service Points Won |
66% (40/61) |
| 59% (10/17) |
2nd Service Points Won |
42% (14/33) |
| 50% (1/2) |
Break Points Saved |
38% (3/8) |
| 93% (13/14) |
Service Games |
64% (9/14) |
| 34% (21/61) |
1st Return Points Won |
21% (12/58) |
| 58% (19/33) |
2nd Return Points Won |
41% (7/17) |
Learner Tien am Dienstag
Am Dienstag wartet
Learner Tien – und das mit Nachdruck. Der Amerikaner hat Daniil Medvedev nicht einfach geschlagen, sondern ihn zerlegt. Ein Sieg mit Wucht, Tempo und Selbstverständnis, der den Court und das Tableau erschüttert hat. Tien kommt mit nichts zu verlieren und allem zu gewinnen, mit freiem Arm und frischem Selbstvertrauen.
Für Zverev ist das Viertelfinale damit mehr als der nächste Schritt. Es ist der Moment, in dem Kontrolle auf Chaos trifft – und sich zeigen wird, wie belastbar dieser ruhige, reife Lauf wirklich ist.