„Das entspricht nicht unserem Image“: Amelie Mauresmo lehnt den 'One Point Slam' bei Roland Garros ab

Tennis News
Samstag, 18 April 2026 um 11:40
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Amélie Mauresmo, Turnierdirektorin von Roland Garros und ehemalige Nummer 1 der Welt, hat die Einführung des Formats „One Point Slam“ bei den French Open ausgeschlossen und damit auf Distanz zu einer Innovation gegangen, die zu Beginn dieser Saison getestet wurde. Das Format, erprobt bei den Australian Open und in Ausstellungsrahmen im Umfeld von Events wie den Stuttgart Open wieder aufgegriffen, hat in der Tenniswelt eine Debatte über eine breitere Einführung ausgelöst.
Bei der offiziellen Präsentations-Pressekonferenz am 16.04.2026 stellte Mauresmo klar, dass Roland Garros diesem Weg nicht folgen wird. Während die Initiative in Melbourne Aufmerksamkeit erzeugte, wo die Organisatoren konsequent bei Fan-Engagement experimentieren, bleibt Paris einem konservativeren Rahmen treu, der auf sportlicher Integrität und struktureller Kontinuität basiert.
Die Entscheidung spiegelt eine grundsätzliche Spannung im Tennis zwischen Innovation und Identität wider. Das Konzept des „One Point Slam“, aufgebaut auf ultrakurzen Formaten und Entscheidern über einen Punkt, zielt darauf ab, Zugänglichkeit und TV-Tauglichkeit zu erhöhen. Seine Rolle ist jedoch überwiegend promotional und nicht in offizielle Grand-Slam-Hauptfelder integriert.
Für Roland Garros ist die Debatte besonders sensibel angesichts der Turnieridentität. Auf Sand ausgetragen und traditionell als körperlich anspruchsvollstes Major gesehen, haben die French Open historisch Ausdauer, taktischen Aufbau und Match-Tiefe priorisiert – Elemente, die durch verdichtete Formate grundlegend verändert würden.

„Das passt nicht zu unserem Image“

Mauresmo verortete die Absage in der institutionellen Identität statt in einer Einzelpräferenz und betonte, dass Roland Garros nicht beabsichtigt, anderswo eingeführte Neuerungen zu kopieren. Der Einsatz des Formats bei den Australian Open in diesem Jahr lieferte einen prominenten Testfall, ähnliche Konzepte tauchten während der Woche der Stuttgart Open in Ausstellungskontexten auf, doch Paris hat sich entschieden, außerhalb dieses Trends zu bleiben.
Ihre Aussagen unterstreichen eine strategische Positionierung: Differenzierung statt Angleichung. Während andere Turniere alternative Formate erproben, um die Reichweite zu erhöhen, schärft Roland Garros sein Profil als Turnier, das für Kontinuität und die spezifischen Anforderungen der Spielfläche steht.
„Zunächst glaube ich, dass unsere DNA, unsere Ambitionen, nicht unbedingt darin bestehen, anderen zu folgen. Und es geht nicht darum, Ruhm um jeden Preis zu jagen“, sagte sie laut UbiTennis. „Für uns ist Authentizität wichtiger; wir sind in unseren Traditionen verwurzelt und blicken zugleich in die Zukunft, auf Modernität, auf Innovation in anderen Bereichen. Diese Initiative ist nichts, was für uns mit dem Image von Roland Garros in Einklang steht.“
Die Aussage spiegelt eine breitere Zurückhaltung in Paris wider, an den Grundelementen von Matches zu rütteln, insbesondere bei einem Turnier, dessen sportlicher Wert wesentlich auf körperlicher und taktischer Ausdauer beruht. Anders als Hartplatz-Majors, deren Terminflexibilität Experimente zulässt, verankert Roland Garros seine Identität weiterhin in Langformat-Wettbewerben.

Eine ehemalige Nr. 1 prägt eine traditionalistische Haltung

Mauresmos Position erhält zusätzliches Gewicht durch ihre sportliche Vita. Die frühere Nummer 1 der Welt und zweifache Grand-Slam-Siegerin stand 1999 im Roland-Garros-Finale und kehrte 2003 und 2004 ins Halbfinale zurück, wobei sie einen wesentlichen Teil ihrer Karriere auf Sand aufbaute, ohne in Paris den Titel zu gewinnen.
Diese Laufbahn prägt ihre Perspektive. Geprägt von einer Ära mit Vollformat-Matches und Spezialisierung auf Beläge, steht Mauresmo für eine Generation, deren Verständnis von Wettkampf auf struktureller Beständigkeit und nicht auf Experimenten beruht. „Für uns ist Authentizität wichtiger; wir sind in unseren Traditionen verwurzelt und blicken zugleich in die Zukunft, auf Modernität, auf Innovation in anderen Bereichen. Diese Initiative ist nichts, was für uns mit dem Image von Roland Garros in Einklang steht.“
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