„Es geht nicht um Rache“: Elena Rybakina spielt das Sabalenka-Narrativ nach Miami-Sieg herunter

WTA
Donnerstag, 26 März 2026 um 8:30
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Elena Rybakina erreichte nach einem 2:6, 6:3, 6:4-Comeback gegen die Weltranglistenfünfte Jessica Pegula das Halbfinale der Miami Open und baute ihre Siegesserie in diesem Duell auf fünf Partien in Folge aus. Die Kasachin steht zum dritten Mal in ihrer Karriere unter den letzten Vier in Miami und bestätigt nach ihrem jüngsten Indian-Wells-Finaleinzug erneut einen tiefen Lauf auf WTA-1000-Ebene.
Das Match war von einem klaren Momentumwechsel nach einem einseitigen Auftaktsatz geprägt. Pegula nutzte Rybakinas frühe Fehler konsequent aus, doch die Wimbledonsiegerin setzte zunehmend ihren Aufschlag und das First-Strike-Spiel durch, schlug am Ende 15 Asse und verbesserte ihre Platzpositionierung im Verlauf der Partie.
Rybakinas Fähigkeit, sich während des Matches neu zu justieren, ist ein wiederkehrendes Merkmal ihrer Saison 2026, in der sie auf Hartplätzen konstant zu den Topanwärterinnen zählt. Ihr Lauf in Miami unterstreicht diese Entwicklung und bringt sie erneut in Reichweite eines weiteren WTA-1000-Finals.
Nach dem Match lieferte die an Nummer 4 gesetzte Spielerin eine detaillierte Einschätzung ihrer Leistung, mit Fokus auf die inneren Anpassungen, die ihr die Wende ermöglichten. Ihre Überlegungen kreisten um Frustration, Tempokontrolle und das Anpassen an die Bedingungen und gaben Einblick in den Wendepunkt der Partie.

„Ich konnte meine Einstellung nicht bremsen“: Frust managen und das Match drehen

Rybakina benannte ihre mentale Ausrichtung als Hauptproblem in der Anfangsphase und räumte ein, dass ihre Frustration sowohl die Schlagauswahl als auch den Rhythmus beeinträchtigte. Der frühe Rückstand mit zwei Aufschlagverlusten spiegelte eher mangelnde Kontrolle wider als eine taktische Unterlegenheit gegenüber Pegula.
„Ich habe nicht optimal angefangen und war ehrlich gesagt frustriert über all meine Fehler“, sagte die Weltranglistenzweite dem Tennis Channel. Ich war zu hastig und konnte meine Einstellung nicht bremsen, aber ich bin froh, dass ich im zweiten Satz eine Auszeit nahm, kurz durchgeatmet habe und es geschafft habe, das Match zu drehen.“
Die Anpassung gelang durch das bewusste Bestreben, das Tempo zu drosseln. Rybakina verlangsamte die Abläufe zwischen den Punkten und konzentrierte sich darauf, Ballwechsel klarer aufzubauen, was ihr half, ihr Niveau zu stabilisieren und die Kontrolle auf der Anzeigetafel zurückzugewinnen. Ihre Bereitschaft, nach vorne zu rücken und Punkte am Netz zu vollenden, trug ebenfalls zum Momentumwechsel bei.
„Ich habe im zweiten Satz versucht, einen Weg zu finden, habe mir etwas mehr Zeit genommen und versucht, in den Ballwechseln nicht so zu überstürzen. Ich bin auch ein paar Mal ans Netz gegangen. Ich hatte ein bisschen Glück, aber ich bin froh, dass es auf meine Seite gekippt ist, und am Ende freue ich mich auf das Halbfinale.“

„Die Bedingungen sind komplett anders“: Umstellung von Indian Wells auf Miami

Ein Schlüsselfaktor in Rybakinas Analyse war der Wechsel zwischen Indian Wells und Miami, zwei Turnieren, die trotz Hartplatzoberfläche unterschiedliche taktische Ansätze erfordern. Sie deutete an, dass ihre anfänglichen Probleme teilweise mit diesen Anpassungen zusammenhingen, insbesondere bei Bewegung und Timing.
„Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht genug mit den Beinen geschoben habe … von Nachtmatches kommend, und selbst wenn man versucht, früher zu trainieren, ist es trotzdem nicht dasselbe. Nicht derselbe Court und nicht dieselben Bedingungen.“
Im Verlauf des Matches rückte sie in eine offensivere Position, trat häufiger ins Feld und nahm Pegula damit die Zeit. Das stand im Kontrast zu ihrem Ansatz in Indian Wells, wo höhere Flugkurven und Variation aufgrund der langsameren Bedingungen oft besser wirken.
„Zum Beispiel sind Indian Wells und hier komplett unterschiedlich. Hier habe ich versucht, mehr reinzusteigen und wirklich aggressiv zu spielen, und in Indian Wells kann man vielleicht das Tempo etwas variieren und höher spielen. Hier ist es schwieriger.“

„Es geht nicht um Rache“: Rybakina relativiert das Sabalenka-Narrativ

Da Aryna Sabalenka noch im Turnier ist, bleibt die Aussicht auf ein weiteres Duell der beiden nach ihrem jüngsten Indian-Wells-Finale ein zentrales Thema. Rybakina wies jedoch die Vorstellung zurück, dass Rache ein Antrieb für mögliche künftige Begegnungen sei. „Nun, nicht unbedingt. Ich würde vielleicht lieber im Finale gegen sie spielen, falls sie gewinnt, aber ehrlich gesagt geht es mir nicht wirklich um Rache.“
Stattdessen ordnete sie diese Matches als Teil eines fortlaufenden Wettbewerbsprozesses ein und hob die knappen Unterschiede hervor, die ihre jüngsten Duelle geprägt haben, sowie die Lernchancen, die sie bieten.
„Ich hatte viele Chancen, und im dritten Satz war es in Indian Wells so etwas wie eine Lotterie. Ich weiß einfach, dass wir uns gegenseitig pushen, und von solchen Matches kann man lernen. Ich möchte aus dem Match herausgehen, unabhängig vom Ergebnis, zufrieden mit dem, was auf dem Court passiert ist, was funktioniert hat, vielleicht mit kleinen Verbesserungen.“
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