Mirra Andreeva reist unter einem anderen Scheinwerferlicht zu den
Upper Austria Ladies Linz, da sie ihren Ausraster in Indian Wells aufarbeitet – nur wenige Tage nachdem sie ihren späten Start beim Turnier bestätigt hat. Die 18-jährige Russin, inzwischen Weltranglisten-10., wurde nach mehreren Absagen per Last-Minute-Wildcard ins Feld aufgenommen, was sie zugleich zur Topgesetzten machte.
Ihre Entscheidung für Linz fiel kurz nach einem frühen Aus beim Miami Open und erforderte eine schnelle Planänderung. „Ich bin dankbar, dass ich so kurzfristig eine Wildcard bekommen habe. Ich habe in Miami früh verloren und mich schnell entschieden, diese Woche zu spielen“, sagte Andreeva laut dem österreichischen Medium Kurier. Der Wechsel bietet ihr eine unmittelbare Chance, den Matchrhythmus wiederzufinden.
Neben dem sportlichen Kontext ging Andreeva auch auf den Vorfall ein, der ihre Indian-Wells-Kampagne prägte, als sie den Schläger warf und nach einer Niederlage Beschimpfungen in Richtung Publikum rief. Die Szene erregte Aufmerksamkeit nicht nur wegen der Reaktion an sich, sondern auch wegen der Sichtbarkeit auf einer großen Bühne früh in der Saison.
In Linz sprach Andreeva ohne Beschönigungen. „Das ist unentschuldbar, das darf nicht passieren. Ich schäme mich dafür“, sagte sie laut
Kurier.
Fokus auf Entwicklung und Bedingungen in Linz
Aus sportlicher Sicht kommt Andreeva ohne zu verteidigende Punkte an, was in dieser Woche einen freieren Ansatz ermöglichen könnte. „Ich will mich weiter verbessern, das ist mein Ziel. Der Rest kommt“, sagte sie und skizzierte damit eine prozessorientierte Haltung statt eines Fokus auf unmittelbare Ergebnisse.
Zudem hob sie die Bedingungen in Linz als sinnvollen Schritt vor der Sandplatzsaison hervor. „Ich mag die Bedingungen, es ist ein guter Start in die Sandplatzsaison“, bemerkte Andreeva, auch wenn die Halle sich von den anstehenden Outdoor-Sandturnieren unterscheidet.
Die Anlage ist für sie kein völlig unbekanntes Terrain. „Ich habe hier viele Juniorenturniere gespielt“, fügte sie an und verwies auf frühere Besuche in Österreich während ihrer Entwicklung.
Fokus auf die Sandsaison
Andreeva reist als Weltranglisten-10. nach Linz und behauptet nach einem konstanten Start in die Saison 2026 eine stabile Position in der WTA-Spitzengruppe. Ihre Kampagne begann stark in Australien, wo sie den Titel in Adelaide holte, im Finale Victoria Mboko besiegte und anschließend das Achtelfinale bei den Australian Open erreichte.
In Indian Wells endete ihre Titelverteidigung in der dritten Runde, in der sie nach gewonnenem Auftaktsatz in drei Sätzen gegen Katerina Siniakova verlor. Das Ergebnis wog in der Rangliste zusätzlich, da sie viele Punkte aus ihrem Titel 2025 zu verteidigen hatte.
In Miami schlug sie McCartney Kessler und Marie Bouzkova, bevor sie im Achtelfinale von Victoria Mboko (7:6, 4:6, 6:0) ausgeschieden ist. In Linz startet sie als Topgesetzte auf WTA-500-Ebene und hat in der ersten Runde ein Freilos fürs Achtelfinale, ohne diese Woche Punkte verteidigen zu müssen – damit ist das Turnier eine direkte Chance, ihr Ranking vor der Sandsaison auszubauen.