Belinda Bencic hat am Medientag in Charleston eine klare Verteidigung von
Coco Gauff vorgebracht und sich gegen die wachsende Kritik an dem Aufschlag der Amerikanerin gestellt. Die Aussagen folgen auf ihr jüngstes Duell beim
Miami Open, wo Gauff sich in drei Sätzen durchsetzte und eine Head-to-Head-Bilanz ausbaute, die trotz ihres generellen Vorteils konstant umkämpft ist.
Gauff, derzeit in den Top Drei der Welt gelistet, liefert auch 2026 weiter Ergebnisse. Sie erreichte das Finale in Miami, unterlag dort Aryna Sabalenka, und stand in Indian Wells im Viertelfinale, womit sie ihre starke Präsenz in späten Turnierphasen untermauerte. Diese Konstanz hält sie im Kreis der Favoritinnen auf der Tour, auch wenn technische Debatten um ihren Aufschlag anhalten.
Die Kritik stützt sich auf messbare Trends. In den vergangenen 52 Wochen verzeichnete Gauff 444 Doppelfehler, den höchsten Wert auf der WTA-Tour, deutlich vor Linda Noskova (296) und Ekaterina Alexandrova (288). Ihre Doppelfehlerquote liegt bei 10,2 % und führt das Feld an, dahinter Marketa Vondrousova (7,5 %) sowie Jelena Ostapenko und Jessica Bouzas Maneiro (je 7,3 %).
Dieses Muster setzt sich 2026 fort. Gauff führt die Tour erneut mit einer Doppelfehlerquote von 10,6 % und insgesamt 134 Doppelfehlern an, vor Victoria Mboko (102) sowie Dayana Yastremska und Mirra Andreeva (je 82).
Bencic weist vereinfachte Erzählung über Gauff zurück
Bencics Sicht speist sich aus wiederholten Duellen. Gauff führt im Head-to-Head 5:2, doch fünf ihrer sieben Begegnungen gingen über drei Sätze, einschließlich ihres jüngsten Matches in Miami. Die Dynamik spiegelt ein Duell wider, in dem die Margen klein sind und Entscheidungen oft über längere Ballwechsel fallen.
Auf Gauffs Spiel angesprochen, wehrte Bencic es ab, die Analyse auf Aufschlag-Inkonstanz zu verengen. Sie räumte gelegentliche Rhythmusprobleme ein, betonte aber vor allem die generelle Schwierigkeit gegen eine Spielerin, deren Bewegung und Variabilität Spielmuster konstant stören.
„Sie ist eine harte Gegnerin. Wir haben jedes Mal großartige Matches, und es ist wirklich bewundernswert, wie sie sich bewegt“, sagte Bencic
bei ihrer Pressekonferenz in Charleston. „Man hat definitiv das Gefühl, der Platz ist viel kleiner. Ich greife natürlich gerne an, und sie macht es einem wirklich schwer. Sie zwingt dich, Punkte neu aufzubauen. Ihr Aufschlag ist auch sehr hart. Ich weiß, sie bekommt viele Kommentare hier und da, aber ihr Aufschlag ist sehr gut.“
„Wenn er kommt, ist er sehr schnell. Natürlich kann man manchmal Probleme mit dem Rhythmus und allem haben, aber ich finde nicht, dass sie so viele negative Kommentare bekommen sollte, denn ihr Spiel ist sehr einzigartig und hat einen ganz anderen Rhythmus. Sie variiert Tempo, Spin und Rhythmus. Sie kann wirklich überall auf dem Platz spielen, und außerdem bewegt sie sich großartig. Deshalb ist sie offensichtlich eine sehr verdiente Nummer 3 oder Nummer 4 der Welt.“
Ihre Einschätzung weist auf ein wiederkehrendes Thema unter Gauffs Gegnerinnen hin: Die Herausforderung liegt weniger in isolierten Schwächen als vielmehr im kumulativen Druck durch Defensive, Platzabdeckung und Variation.
Kontext zur Miami-Niederlage und breitere Perspektive
Bencics Aussagen stehen auch im Kontext ihres Miami-Duells. Die Schweizerin berichtete später, sie habe während des Matches unter Menstruationsschmerzen gelitten, ein Thema, das sie offen ansprach, als sie gefragt wurde, ob solche Aspekte im Profisport noch zu wenig thematisiert würden. „Ich glaube nicht, dass es noch ein Tabuthema ist, was ich liebe. Ich denke, andere Athletinnen haben auch aufgehört, dieses Thema zu verstecken.“
Ohne dies als Rechtfertigung für das Ergebnis darzustellen, erkannte Bencic es als Teil der körperlichen Realität des Wettkampfs an und bot damit eine breitere Perspektive auf Leistung, die über taktische Analysen hinausgeht. „Es ist keine Ausrede, wenn man ein Match verliert, aber es ist etwas, womit wir umgehen.“
Mit dem Übergang der Tour auf Sand in
Charleston starten beide in eine neue Saisonphase mit unterschiedlichen Verläufen. Gauff baut ihre konstante Form auf höchstem Niveau weiter aus, während Bencic nach ihrer Rückkehr aus der Babypause an Stabilität arbeitet. Ihr jüngster Austausch, auf dem Platz wie in den Medien, unterstreicht einen zentralen Punkt: Leistungen auf Elite-Niveau fügen sich selten in vereinfachte Narrative.
2026 WTA Doppelfehler – Spitzenreiterinnen
| Player | Double Faults | DF% | Aces | Matches |
| 1 | Coco Gauff | 134 | 10.6% | 36 | 22 |
| 2 | Victoria Mboko | 102 | 6.4% | 108 | 25 |
| 3 | Dayana Yastremska | 82 | 7.3% | 40 | 15 |
| 4 | Mirra Andreeva | 82 | 5.6% | 61 | 20 |
| 5 | Linda Noskova | 80 | 6.9% | 110 | 15 |
| 6 | Elina Svitolina | 75 | 4.4% | 94 | 25 |
| 7 | Jaqueline Cristian | 70 | 6.0% | 50 | 17 |
| 8 | Jelena Ostapenko | 69 | 5.5% | 53 | 17 |
| 9 | Peyton Stearns | 67 | 5.3% | 85 | 17 |
| 10 | Amanda Anisimova | 64 | 5.6% | 51 | 17 |
| 11 | Liudmila Samsonova | 60 | 6.6% | 28 | 12 |
| 12 | Madison Keys | 60 | 6.3% | 53 | 13 |
| 13 | Diana Shnaider | 59 | 5.0% | 27 | 15 |
| 14 | Xin Yu Wang | 59 | 4.4% | 74 | 19 |
| 15 | Hailey Baptiste | 58 | 4.3% | 72 | 17 |