Elina Svitolina und
Belinda Bencic haben beide lange Phasen abseits des Sports verbracht, als sie sich darauf konzentrierten, erstmals Mutter zu werden, und den Start einer Familie ihrer glanzvollen Tenniskarriere voranstellten. Jetzt fliegen sie beide auf dem Court und glänzen Down Under zum Auftakt der Saison 2026. Ihre Auftritte zu Beginn des Jahres 2026 brachten beide in die Top 10 – erstmals stehen zwei Mütter gleichzeitig in den WTA-Top 10.
Analyse zu WTA-Ranking-Comebacks von Svitolina und Bencic
Diese außergewöhnliche Leistung zeigt nicht nur das Können und Talent der beiden auf dem Platz, sondern auch die Entschlossenheit, nach den Anforderungen des Mutterwerdens und der Babypflege wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren. Ihre Geschichten sind wahrlich inspirierend, und sie ernten die vollen Früchte, während sie in der Rangliste weiter nach oben blicken.
Ihre Rückkehr an die Spitze wurde von der WTA unterstützt, die in den vergangenen Saisons mehrere erstmalige Mutterschaftsinitiativen eingeführt hat, um Spielerinnen die Rückkehr zu erleichtern, ohne zwischen Familie und Tenniskarriere wählen zu müssen – mit der Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen und anschließend mit geschützter Rangliste zurückzukehren.
Erstmals zwei Mütter in den Top 10
Vor den Australian Open 2025 startete Bencic als Nummer 421 der Welt. Sie kehrte mit einem Paukenschlag zurück, erreichte das Achtelfinale der Australian Open und gewann anschließend auf bemerkenswerte Weise die Abu Dhabi Open. Es war ein unglaublicher Triumph und ein Fingerzeig. Die zweifache WTA-1000-Siegerin erreichte zudem ein Wimbledon-Halbfinale, bevor sie zum Jahresende den Pan Pacific Open-Titel holte – damit stand ihre Rückkehr in die Top 10 kurz bevor.
Vollendet hat sie das mit einer herausragenden Kampagne beim United Cup. Irgendetwas entfacht Bencics bestes Tennis, wenn sie für die Schweiz aufläuft, und das zeigte sich erneut auf der großen Bühne. Trotz vorheriger Ausscheiden in der Gruppenphase führte sie ihr Land in ein unglaubliches Finale. Die 28-Jährige gewann auf dem Weg dorthin alle Einzel und Doppel, schlug unter anderem Jasmine Paolini sowie Iga Swiatek im letzten Einzel. Die Niederlage im Doppel bescherte Polen zwar den Titel, doch ein schöner Trost für Bencic war, dass die gesammelten Punkte sie in die Top 10 hievten.
In Melbourne Park konnte sie dann keinen großen Impact setzen und schied überraschend in der zweiten Runde gegen Nikola Bartunkova in drei Sätzen aus. Das bedeutet, dass sie das Turnier zwar in den Top 10 beendete, aber bald wieder herausfallen könnte, falls sie bei den laufenden Abu Dhabi Open nicht genügend Ranglistenpunkte sammelt.
„Ein Jahr nach meiner Rückkehr nach der Babypause wieder in die WTA-Top 10 zu kommen, macht mich unglaublich stolz“, sagte Bencic der
WTA. „Nur sehr wenige wissen oder haben erlebt, wie schwierig dieser Weg ist, aber meine Familie, mein Team und ich haben all unsere Energie, Arbeit und Hingabe hineingesteckt, um dieses Ziel zu erreichen. Sie verdienen genauso viel Anerkennung wie jede und jeder andere, und ich bin für ihre Unterstützung auf diesem Weg enorm dankbar.“
Dieser Sprung in die Top 10 wurde bald von Svitolinas Heldentaten überstrahlt, die mit beeindruckendem Tennis aufhorchen ließ. Die Ukrainerin brachte 2022 Skaï zur Welt und kehrte 2023 auf die Tour zurück. Mehrere tiefe Läufe bei großen Turnieren sowie einige Titel hielten sie in Schlagdistanz, doch der ungeschlagene Start ins Jahr 2026 ließ sie wirklich nach oben klettern.
Sie begann mit einem sehr soliden Titel beim ASB Classic, besiegte im Endspiel Iva Jovic und gewann das Turnier in Auckland zum zweiten Mal. Anschließend legte sie bei den Australian Open einen tiefen Lauf hin und erreichte das Halbfinale. Nachdem sie Coco Gauff im Viertelfinale deklassiert hatte, stand ihr Platz in den Top 10 an der Seite von Bencic fest. Im Halbfinale verlor sie gegen die Nummer eins der Welt, doch das schmälert ihren auffälligen Saisonstart in keiner Weise.
„Es ist ein Traum, in die WTA-Top 10 zurückzukehren“, kommentierte Svitolina. „Und es als Mutter zu schaffen, bedeutet mir sehr viel. Ich bin stolz auf meinen Kampfgeist und meine Widerstandsfähigkeit und kann den Fans für ihre unglaubliche Unterstützung nicht genug danken.“
Diese Leistung blieb nicht unbemerkt: WTA-CEO Portia Archer übermittelte ihre Glückwünsche. „Zwei Mütter gleichzeitig unter den Top 10 der WTA zu haben, ist ein unglaublicher Moment für Tennis und den Frauensport“, erklärte sie. „Das betont nicht nur die außergewöhnlichen Leistungen von Belinda und Elina, sondern bekräftigt auch das Engagement der WTA, ein Umfeld zu schaffen, in dem Mütter weiterhin auf höchstem sportlichen Niveau – oder in jedem Beruf – konkurrieren und erfolgreich sein können. Ich freue mich darauf, Belinda und Elina weiterhin auf und neben dem Platz aufsteigen zu sehen.“