„Die neue Generation wird immer besser sein als die vorherige Generation“: Stan Wawrinka spricht nach Rückkehr in die Top 100 über die Entwicklung des Tennis

ATP
Montag, 23 Februar 2026 um 18:00
Stan Wawrinka schlägt eine Rückhand
Stan Wawrinka eröffnete seine Kampagne bei den Dubai Duty Free Tennis Championships mit einem Zweisatzsieg gegen Wildcard-Inhaber Benjamin Hassan (Nr. 289) und setzte damit einen weiteren Schritt in einer Saison, die bereits seine Rückkehr in die Top 100 gesichert hat. Der ehemalige Weltranglistendritte, inzwischen auf Platz 99, verbesserte seine Jahresbilanz auf 6:7, zwei dieser Siege holte er bei den Australian Open.

Wawrinka in Dubai: Sieg zum Start, Blick auf Medvedev-Duell

Die Präsenz des 39-Jährigen in Dubai hat zusätzliche Bedeutung. Als Champion des Turniers vor einem Jahrzehnt hat Wawrinka seinen Spielplan in den vergangenen Jahren bewusst reduziert. Angesichts eines zunehmend fordernden ATP-Kalenders wechselte er zwischen Hartplatz- und Sandplatz-Events. In diesem Jahr nahm er jedoch eine Wildcard an, um noch einmal bei einem Turnier anzutreten, das er als persönlich bedeutsam beschreibt.
„Ich mochte das Turnier schon immer“, sagte Wawrinka und erinnerte an seinen früheren Erfolg in den Emiraten, wo er 2016 den Titel holte, nachdem er Marco Baghdatis im Finale besiegt hatte. Der volle Kalender zwang oft zu schwierigen Entscheidungen, doch dieser Auftritt war bewusst gewählt. Er bestätigte, dass die Möglichkeit, „ein letztes Mal hier in Dubai“ zu spielen, bei seiner Rückkehr eine Rolle spielte und die Bedeutung des Turniers in seiner Laufbahn unterstreicht.
Seine Saison beinhaltete enge Duelle gegen höher eingestufte Gegner wie Hubert Hurkacz, Taylor Fritz und Felix Auger-Aliassime. In der zweiten Runde trifft Wawrinka auf den Sieger der Partie zwischen der Nummer 3 der Welt, Daniil Medvedev, und Chinas Juncheng Shang. Für einen Spieler am Ende seiner Karriere bleibt das Ziel leistungs- und nicht symbolgetrieben.

Die Sicht eines Wettkämpfers nach zwei Jahrzehnten auf der Tour

Wawrinka betonte, dass in Dubai nicht Nostalgie, sondern sein Niveau Priorität hat. Er beschrieb sich als „Wettkämpfer“, der weiterhin seine Grenzen auslotet. Die jüngste Rückkehr in die Top 100 ist eine Bestätigung nach Jahren mit Verletzungen und Reha. Dennoch definiert er seine Zufriedenheit eher über Maßstäbe als über Platzierungen.
„Ich bin super glücklich und dankbar, die Wildcard bekommen zu haben, um ein letztes Mal hier in Dubai zu spielen. Bisher war es großartig. Für mich war das Wichtigste, wie ich spielen würde und welches Niveau ich erreiche“, ergänzte der Schweizer. „Ich bin mit meinem derzeitigen Tennis zufrieden, weil ich ein Wettkämpfer bin und mich immer pushe. Ich bin glücklich über die Resultate, die ich dieses Jahr schon hatte. All diese Turniere waren fantastisch, mit vielen Fans. Es war großartig, sie zu sehen und so herzlich empfangen zu werden. Ich freue mich auf den Rest des Jahres.“
Jenseits der Ergebnisse kehrte Wawrinka immer wieder zum Thema Leidenschaft zurück. In mehr als 20 Jahren auf der Profitour traf er auf mehrere Spielergenerationen, von der Hochphase der „Big Four“ bis zu den Stars von heute. Diese Spannbreite empfindet er als Privileg, nicht als Bürde.
„Für mich war das Wichtigste, dass sie die Leidenschaft sehen, die ich auf den Platz bringe. Ich bin wie das Kind, das davon träumte, Tennisspieler zu werden. Ich habe viel mehr erreicht, als ich je dachte. Ich habe immer daran gearbeitet, mich ans Limit zu bringen, und das stets mit Leidenschaft, ich selbst zu sein auf dem Platz. Ich versuche immer, viel mit den Fans und den Menschen um mich herum zu teilen, denn einer der Hauptgründe, warum ich so lange weiterspiele, ist, diese Art von Emotionen auf dem Platz zu erleben.“

Bilanz zur neuen Generation: Sinner, Alcaraz und Djokovic

Auf die aktuelle Lage angesprochen, war Wawrinka eindeutig: Das Niveau steigt. Er argumentierte, dass jede Generation dazu neige, die vorherige zu übertreffen, und verwies auf Veränderungen bei Bedingungen und Material sowie auf physische und taktische Entwicklung. Langsamere Plätze und andere Bälle haben die Spielweisen subtil verändert, doch die grundlegende Intensität bleibt.
„Ich denke, die Entwicklung des Spiels ist derzeit so, dass das Niveau wirklich hoch ist, das steht fest. Die neue Generation wird immer besser sein als die letzte – das sehen wir. Ich glaube, die Bedingungen haben sich mit den Bällen und den etwas langsameren Turnieren ein wenig geändert, daher ist der Spielstil etwas anders. Aber generell versuche ich immer, mich zu verbessern, mein bestes Tennis zu spielen und Lösungen gegen die Spieler zu finden, auf die ich treffe.“
Er verwies speziell auf Jannik Sinner und Carlos Alcaraz als Beispiele für die beschleunigten Standards des Sports und betonte zugleich, dass Novak Djokovic an der Spitze weiter konkurrenzfähig bleibt.
„Wenn man sich das aktuelle Niveau von Jannik und Carlos anschaut, ist das unglaublich hoch – ein verrückt hohes Level“, sagte der ehemalige Weltranglistendritte. „Du hast Novak weiterhin im Duell mit ihnen. Als Tennisfan ist es großartig, das zu sehen. Ich hatte oft die Chance, gegen Jannik zu spielen, und die letzten Male waren wirklich hart. Hoffentlich kann ich einmal gegen Carlos antreten, bevor ich aufhöre.“
Für Wawrinka steht Dubai gleichermaßen für Kontinuität und Übergang. Die Rangliste bestätigt, dass er weiterhin zur Spitze des Sports gehört. Die Auslosung wird diesen Status testen. Wawrinka wird voraussichtlich an diesem Mittwoch wieder auf dem Platz stehen. Für den Moment hat er bereits einen Sprung auf Platz 92 der Live-Rangliste sicher – und ein weiterer Sieg würde ihn nahe an die Top 75 heranbringen.
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