„Es ist zusätzliche Motivation“: Jannik Sinner nimmt den Durchbruch in Indian Wells nach zwei Halbfinals in Folge ins Visier

ATP
Mittwoch, 04 März 2026 um 20:45
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Die Nummer 2 der Welt, Jannik Sinner, kehrt nach Indian Wells zurück und peilt erstmals in seiner Karriere den Sprung über das Halbfinale hinaus an. Der Italiener stand in den vergangenen zwei Ausgaben jeweils in der Vorschlussrunde und unterlag beide Male Carlos Alcaraz. Vor dem nächsten Anlauf in der kalifornischen Wüste sprach Sinner von „zusätzlicher Motivation“.

Jannik Sinner vor Indian Wells: gelingt der große Durchbruch?

Seit seinem Turnierdebüt 2021 hat Sinner eine 11:3-Bilanz in Indian Wells aufgebaut. Trotz dieser Konstanz fehlt dem Italiener bei diesem ATP-Masters-1000-Event noch das Finale als letzter Meilenstein. Mit bereits fünf Masters-Titeln im Gepäck reist der 24-Jährige mit starken Referenzen und unerledigter Mission an.
Der Italiener kommt nach einem wackligen Start in die Saison 2026 ins Turnier. Sinner erreichte das Halbfinale der Australian Open, wo er gegen Novak Djokovic verlor — damit endete die Titelverteidigung seiner zwei Trophäen in Melbourne sowie eine Serie von 19 Siegen in Folge dort. Einige Wochen später kehrte er beim ATP-500-Turnier der Qatar Open zurück, unterlag in Doha jedoch im Viertelfinale Jakub Mensik. Rückblickend betonte Sinner, die Unterschiede seien gering gewesen, und stellte fest, er sei bei beiden Turnieren „sehr nah dran“ gewesen.
„Es gab in jedem Match nur ein, zwei Momente, die ich ein wenig verpasst habe“, sagte Sinner bei Super Tennis TV. „Aber gleichzeitig bin ich sehr glücklich, hier zu sein, und zufrieden mit der Form, in der ich mich gerade befinde.“ Da die ATP-Tour nun in die erste Masters-Phase des Jahres einbiegt, sieht der Italiener sein Spiel auf dem richtigen Weg.

„Es ist ein Platz, der ein wenig anders ist“: Eine besondere Oberfläche und ein anderer Test

Indian Wells gilt seit Langem als eines der markanteren Hartplatzturniere im ATP-Kalender. Der Belag im Indian Wells Tennis Garden ist in der Regel langsamer als andere Hardcourts; höherer Absprung und rauere Struktur prägen Ballwechsel und Taktik. Sinner erkannte diese Faktoren als Teil dessen an, was Erfolge in der Wüste besonders anspruchsvoll macht.
Trotz dieser Herausforderungen sagte der Italiener, das Turnier motiviere ihn weiterhin, zumal nach zwei aufeinanderfolgenden Halbfinal-Aus. „Es ist zusätzliche Motivation. Es ist ein Platz, der ein wenig anders ist als andere Courts. Hier ist es ziemlich rau und es kann mitunter langsam werden, aber ich nehme diese Herausforderung sehr gerne an und bin sehr zuversichtlich, dass ich hier in Zukunft sehr gute Resultate erzielen kann.“
Die Vorbereitung auf das Turnier erforderte auch Anpassungen vor der Anreise nach Kalifornien. Schlechtes Wetter in Monaco zwang Sinners Team zu einem temporären Standortwechsel, mit intensiven Trainingseinheiten kombiniert mit lockereren Momenten abseits des Courts.
„Wir sind hierhergekommen, weil das Wetter in Monaco nicht gut war, also haben wir entschieden, hierher zu kommen, ein paar Freunde mitzunehmen und etwas Golf zu spielen. Gleichzeitig haben wir sehr hart trainiert — sehr lange Tage, viele Stunden auf dem Platz — daher habe ich das Gefühl, dass mir das sehr geholfen hat, und hoffentlich bin ich bereit für ein gutes Turnier.“
Der vierfache Grand-Slam-Champion nahm 2025 nicht in Indian Wells teil, da er damals seine dreimonatige Sperre absaß. So verteidigt er in diesem Jahr keine Punkte, und eine starke Woche könnte ihn in der Rangliste wieder näher an Carlos Alcaraz heranbringen — zumal der Spanier seinen Vorsprung in den vergangenen Wochen ausgebaut hat und derzeit über 3.000 Punkte vorausliegt.

„Harte Arbeit hat mir immer Erfolg gebracht“: Selbstvertrauen intakt, während die Saison Fahrt aufnimmt

Trotz der verpassten Titel in Melbourne und Doha betonte Sinner, sein Selbstvertrauen sei ungebrochen. Der Italiener hob die nötige Langsicht in einer langen Saison hervor und merkte an, dass Formschwankungen und Ergebnisse selbst bei den konstantesten Spielern Teil des Prozesses sind.
Er zeigte sich zudem zufrieden mit seiner aktuellen physischen Verfassung und sagte, er fühle sich wohl mit dem Level, das er bislang gezeigt habe. Angesichts eines langen Kalenders sieht Sinner die frühen Wochen der Saison als Fundament, nicht als endgültiges Erfolgskriterium. „Ich habe in Australien gut gespielt. Ich war dort sehr nah dran, und in Doha auch. Es gab in jedem Match nur ein, zwei Momente, die ich ein wenig verpasst habe. Aber gleichzeitig bin ich sehr glücklich, hier zu sein, und ich bin zufrieden mit der Form, in der ich mich gerade befinde.“
Sinner, der eine der stärksten Hartplatzbilanzen im Herrentennis aufgebaut hat, weist eine Karriere-Marke von 234:54 auf diesem Belag auf, eine Siegquote von 81,3 Prozent laut dem Infosys ATP Win/Loss Index. Seine Masters-Titel in Toronto, Miami, Cincinnati, Shanghai und Paris unterstreichen seine Konstanz bei den größten Events der Tour.
„Es ist alles Teil des Prozesses. Wir haben alle Höhen und kleine Tiefen, aber ich mache mir keine Sorgen. Wir trainieren sehr hart. In der Vergangenheit hat mir harte Arbeit immer Erfolg gebracht, und ich arbeite jetzt noch härter als zuvor, daher bin ich mir sehr sicher, dass die Ergebnisse zurückkommen werden.“
Mit Blick nach vorn betonte Sinner Geduld und Perspektive. Während er auf einen starken Lauf in der kalifornischen Wüste hofft, weiß er, dass sich Ergebnisse nicht Woche für Woche vorhersagen lassen. „Wenn es nicht hier ist, habe ich hoffentlich noch viele Jahre zum Spielen, also bin ich ziemlich entspannt. Gleichzeitig weiß ich, dass die Saison gerade erst begonnen hat, also wird es eine lange Saison.“
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