Nach einem massiven Stromausfall in Santiago und weiten Teilen des südamerikanischen Landes kam es bei den Chile Open zu einer merkwürdigen Situation. Der einheimische Spieler Tomás Barrios verlor auf dem Central Court gerade den ersten Satz gegen den Argentinier Federico Coria, als die Sitzung unterbrochen wurde.
Die Turnieranlagen verfügen über Notstromgeneratoren, so dass der Strom auf dem Jaime Fillol Court weiterlief. Da noch ein paar Stunden Tageslicht zur Verfügung standen, wurde beschlossen, die Spiele trotz der fehlenden Fernsehübertragung fortzusetzen.
Partien wie Hugo Gaston gegen Tomas Martin Etcheverry (Zentralcourt Jaime Fillol) und Corentin Moutet gegen Damir Džumhur (Court 1) wurden in San Carlos de Apoquindo fortgesetzt.
Ein Großteil des Sportkomplexes wurde jedoch in Mitleidenschaft gezogen, so dass die Veranstaltung einige Stunden später abgebrochen werden musste, während Federico Coria mit 6:1 gegen Barrios führte. Die chilenischen Behörden riefen den Notstand aus und verhängten eine Ausgangssperre von 22.00 bis 6.00 Uhr am nächsten Tag, was zur Evakuierung von Zuschauern und Sportlern führte.
"Als Turnier sind wir uns des Notstands bewusst, der sich im Land entwickelt, und des von der Regierung verordneten verfassungsmäßigen Ausnahmezustands, der um 22 Uhr in Kraft treten wird", schrieb das Turnier in einer Erklärung. "Auf Anweisung der Behörden unterbrechen wir das Spiel und evakuieren den Austragungsort."
Mehrere Spiele blieben unvollendet. Neben Coria gegen Barrios wurde auch das Spiel zwischen Francisco Comesaña und Felipe Meligeni unterbrochen, nur wenige Minuten nachdem der Argentinier im ersten Satz in Führung gegangen war (7:6, 1:2). Auch einige Doppelspiele wurden verschoben, so dass das Turnier gezwungen war, alle Plätze neu zu besetzen, um den ursprünglich geplanten Zeitplan einzuhalten.
Ursprünglich sollte das Viertelfinale am Donnerstag beginnen, doch am Mittwoch war die erste Runde noch nicht abgeschlossen. Vier Achtelfinalspiele werden voraussichtlich am Mittwoch ausgetragen, vier weitere am Donnerstagmorgen.
Daher müssen mehrere Spieler zwei Matches an einem Tag bestreiten, darunter auch der Lokalfavorit Alejandro Tabilo (2. Platz) und Titelverteidiger Sebastian Baez (3. Platz). Beide haben ihr Turnierdebüt noch nicht gegeben. Da sowohl Tabilo als auch Báez für die Nachtsession vorgesehen sind, ist es möglich, dass einige Halbfinalplätze bereits vor ihrem ersten Spiel feststehen.