Boris Becker sprach in seiner Rolle bei den Laureus Sports Awards über den Aufstieg von Carlos Alcaraz und Jannik Sinner, darüber, dass Spieler deren Höhenflug nicht rechtzeitig erkennen, und was passieren muss, damit sich das ändert.
Zudem äußerte er sich zum jüngsten IOC‑Beschluss über den Ausschluss von Transgender‑Athleten aus olympischen Sportarten und dazu, ob er künftig wieder coachen werde. Zu Alcaraz sagte Becker, dass dieser keine Schwäche habe, dies aber seinen Preis haben könne, falls ihm langweilig werde, was aus Beckers Sicht durchaus passieren könnte.
Er sagte, dass wenn die Matches zu leicht werden, auch der Wille, früh aufzuhören, aufkommen könnte – zumal Alcaraz und Sinner aktuell in der jüngsten ATP Rankings gewaltige 7.000 Punkte Vorsprung auf die Konkurrenz haben, was ihre enorme Dominanz unterstreicht, aber auch zeigt, dass es derzeit kaum Wettbewerb gibt.
„Alcaraz ist ein faszinierender Spieler. Er ist genau das, was die Tenniswelt gebraucht hat“, sagte Becker zu EFE. „Er ist charismatisch, eine Freude zum Zuschauen, ein wahrer Künstler auf dem Platz.“
„Er hat keine Schwäche“, sagte er. „Aber alle Künstler brauchen Inspiration. Er wird von Sinner und von bestimmten Herausforderungen inspiriert. Wenn Matches zu leicht werden, könnte ihm ein bisschen langweilig werden.“
Fils und Fonseca, Coaching und Transgender‑Entscheidung
Mit Blick darauf, wer die Dominanz der Topspieler realistisch angreifen könnte, sieht er Arthur Fils und Joao Fonseca als große Namen. Insgesamt müssten jedoch andere nachziehen und ihren Weg in die unterschwellige Debatte neben Sinner und Alcaraz finden.
„Mir gefällt, wie er spielt“, sagte Becker über den Franzosen. „Wenn er gesund bleibt, kann er Alcaraz und Sinner bei den Grand Slams herausfordern. Fonseca schätze ich sehr hoch ein. Seine Zukunft ist ebenfalls vielversprechend.“
„Sie müssen ihr Spiel verbessern. Sie müssen es zeigen, wenn es zählt – nicht auf dem Trainingsplatz, nicht in einem Viertelfinale, sondern in den Halbfinals und Finals der großen Turniere. Dort sind Alcaraz und Sinner noch in einer anderen Liga.“
Telefonanrufe für Trainerjobs wird er jedoch nicht annehmen. Zuletzt coachte er Holger Rune, diese Zusammenarbeit endete abrupt, und das scheint auf einen Rückzug hinzuweisen.
„Meine Zeit als Coach ist vorbei“, sagte er. „Mein Telefon ist immer an – wenn einer von den Jungs anruft, gebe ich ihnen privat meine Sichtweise, aber als Trainer kehre ich nicht zurück.“
Er wurde auch nach Politik im Sport und der Entscheidung des IOC gefragt, die Transgender‑Athleten von olympischen Sportarten ausschließt, und sagte, er habe eine offene Haltung.
„Mir gefällt die Entscheidung. Es ist die richtige. Ich bin offen – Menschen können ihr Geschlecht ändern. Aber im Sport gilt: Wenn man als Mann geboren ist und zur Frau wird, ist man körperlich stärker. Man hat einen Vorteil.“
„Die Kraft des Sports lag immer darin, dass er unpolitisch ist, und das sollten wir beibehalten“, sagte Becker. „Es gab in den letzten hundert Jahren überall Kriege. Wir unterstützen nicht die ‚Guten‘ oder die ‚Bösen‘ je nach Sichtweise. Athleten sind nicht verantwortlich für die Entscheidungen ihrer Regierungen und sollten nicht bestraft werden.“
Seit dem legendären Wimbledon-Finale zwischen Björn Borg und John McEnroe verfolgt Pascal Michiels den Tennissport mit großer Leidenschaft und analytischem Interesse. Diese langjährige Verbundenheit mit dem Sport verbindet er mit fundierter Datenkompetenz und einem klaren Blick für die Dynamiken des professionellen Wettbewerbs.
Er lebt in Brüssel und absolvierte ein Studium der Wirtschaftsingenieurwissenschaften an der Vrije Universiteit Brussel. Seine berufliche Laufbahn begann er in der Medienanalyse bei Report International, wo er unter anderem mit internationalen Marken wie Mercedes, BMW, Ford Europa und Bewerbungen für Olympische Spiele zusammenarbeitete. Anschließend leitete er ein internationales Team von mehr als zwanzig angehenden Journalistinnen und Journalisten und sammelte dabei umfassende Erfahrung in redaktioneller Koordination und Medienperformance-Analyse.
In den folgenden Jahren war er als selbstständiger Business-IT-Berater tätig, unter anderem in langfristigen Projekten für GlaxoSmithKline. Danach wechselte er in den Bildungsbereich und unterrichtete Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung.
Bei Tennisaktuell.de verantwortet er als Chefredakteur und Herausgeber die strategische und redaktionelle Ausrichtung der Plattform. Er steuert die inhaltliche Entwicklung, optimiert Sichtbarkeit und Reichweite und verbindet journalistische Standards mit datenbasierter Analyse. Dazu entwickelt er unter anderem Modelle zur Spiel- und Ergebnisprognose, die der internen Einordnung und Kontextualisierung dienen.
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