US-Open-Effekt? Indian Wells setzt verstärkt auf den Mixed-Trend mit Rekord-Preisgeld von 1 Mio. US-Dollar

Tennis News
Freitag, 27 Februar 2026 um 8:00
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Die BNP Paribas Open Indian Wells haben für 2026 ein Preisgeld von 1 Million US-Dollar für den Mixed-Doppel-Wettbewerb angekündigt, fast das Dreifache des Vorjahres und ein Signal für einen strategischen Kurswechsel beim sogenannten „fünften Grand Slam“. Turnierverantwortliche bestätigten die Erhöhung als Teil einer breiteren Initiative, Mixed Doppel aufzuwerten und die Fanbindung auch in der zweiten Turnierwoche hochzuhalten.
Mixed Doppel wurde in Indian Wells erst 2024 mit einem bescheidenen Preisgeld von 150.000 US-Dollar eingeführt. Diese Summe stieg 2025 auf 370.000 US-Dollar. Der Sprung auf sieben Stellen im Jahr 2026 markiert eine deutliche Neujustierung und bringt das Event in Kalifornien näher an jüngste Schritte anderer führender Turniere heran, die das wachsende Interesse am Format nutzen wollen.
Das Timing ist bemerkenswert. Bei den US Open 2025 erhöhten die Organisatoren das Mixed-Doppel-Preisgeld auf 1 Million US-Dollar, nach 200.000 US-Dollar im Vorjahr. Die Entscheidung zielte darauf ab, Top-Einzelspieler für die Disziplin zu gewinnen. Nach den meisten Maßstäben gelang das: Nahezu jede Top-10-Spielerin und jeder Top-10-Spieler im Einzel meldete für das Event.
Indian Wells hat sein Mixed-Doppel-Feld für 2026 noch nicht veröffentlicht. Die Turnierleitung hat jedoch deutlich gemacht, dass die erhöhte Dotierung die Teilnahme etablierter Einzelstars fördern und die sportliche Relevanz in einer Phase sichern soll, in der das Einzel-Tableau ausdünnt.

Eine strategische Lösung für die zweite Woche

Chief Marketing Officer Philippe Dore ordnete die Initiative in eine breitere Terminstrategie ein. Mit fortschreitendem Einzelturnier schrumpft das Feld zwangsläufig, wodurch weniger Matches vor Ort stattfinden. Mixed Doppel, mit Start am 10.03.—sechs Tage nach Beginn des Einzel-Hauptfelds am 04.03.—soll diese Lücke auf dem Neun-Plätze-Komplex schließen.
„Ein Teil unserer Strategie ist, mehr Tennis zu haben, denn wie wir wissen, verlieren wir in der zweiten Woche [Spieler]“, sagte Dore gegenüber Front Office.
Die Struktur spiegelt die in New York angewandte Logik wider. Indem Mixed Doppel tiefer im Turnierkalender positioniert wird, können Organisatoren prominente Spieler länger vor Ort halten und den Fans zusätzliche Top-Duelle bieten. Die wirtschaftlichen Implikationen liegen auf der Hand: Mehr bekannte Namen auf dem Court bedeuten höhere Ticketnachfrage und anhaltendes Interesse der Übertragungen.
Das Experiment der US Open verlief jedoch nicht friktionsfrei. Klassische Doppelspezialisten wurden weitgehend verdrängt, da Einzelspieler das Feld füllten. Das einzige Doppel- fokussierte Team, Italiens Sara Errani und Andrea Vavassori, gewann letztlich das Turnier und besiegte Iga Swiatek und Casper Ruud im Finale.
„Wir sehen darin eine tiefgreifende Ungerechtigkeit, die eine ganze Spielerkategorie missachtet. Geld über Tennis zu stellen, ist nie eine gute Idee“, schrieb das italienische Duo im Februar 2025 auf Instagram über das Mixed Doppel der US Open.

Olympischer Rückenwind und Einfluss der Grand Slams

Die erneute Betonung von Mixed Doppel erfolgt vor dem Hintergrund breiterer institutioneller Unterstützung. Laut Journalist Ben Rothenberg eröffnet Mixed Doppel das Tennisprogramm bei den Olympischen Sommerspielen 2028 in Los Angeles. Diese Positionierung verschafft der Disziplin zusätzliche Sichtbarkeit auf einer der größten Bühnen des Sports und könnte Top-Einzelspieler zusätzlich motivieren, sie in der Vorbereitung ernst zu nehmen.
Indian Wells lässt sich auch in anderen Bereichen vom Australian Open inspirieren. Die Ausgabe 2026 führt ein 10-Dollar-Ticket für den Qualifikationstag ein, das Fans erstmals Zugang zu Trainingseinheiten in Stadium 1 und Stadium 2 gewährt. Der Schritt folgt dem erweiterten Zugangsmodell in Melbourne, das zu einem Anstieg der Quali-Wochen-Besucher um 87% führte.
Dore räumte ein, dass die australische Blaupause die jüngsten Entscheidungen maßgeblich geprägt hat. „Wir lassen uns vom AO durchaus inspirieren“, sagt Dore. „Wenn wir uns diese Kennzahlen und die Festival-Atmosphäre anschauen, die sie schaffen, gefällt uns das.“
Für Indian Wells ist die Botschaft konsistent. Erweiterter Zugang, erhöhtes Preisgeld und eine prominentere Mixed-Doppel-Plattform sind keine isolierten Anpassungen, sondern Teil eines koordinierten Versuchs, die Relevanz über zwei Wochen zu strecken. Ob die 1 Million US-Dollar die Teilnahme topgesetzter Einzelspieler sichern, bleibt abzuwarten, doch das finanzielle Signal ist eindeutig.
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