Venus Williams erreichte bei den
Australian Open und in Wimbledon 2021 die zweite Runde – ihr letzter Grand-Slam-Lauf mit Siegen – und das setzt sich heute fort, auch wenn sie die Fans im Entscheidungssatz träumen ließ, als sie mit 7:6, 3:6, 4:6 zugunsten von Olga Danilovic bei den
Australian Open unterlag.
Rund um Williams entbrennt inzwischen häufig die alte Debatte, ob sie sich im stolzen Alter von 45 Jahren noch Wildcards verdient. Doch sie zeigt immer wieder – sei es durch ausverkaufte Arenen oder ihre Spielweise –, warum sie diese Chance erhält.
Als sie in die John Cain Arena einlief, war die Stimmung elektrisierend. Das australische Publikum wusste um die Möglichkeit, dass dies in ihren späten Karrierejahren ihr letzter Auftritt bei diesem Turnier sein könnte. Angesichts ihres legendären Status wird daraus stets ein echtes Ereignis.
Sie bewies von Beginn an, dass Alter nur eine Zahl ist, legte mit einem Break ein 2:0 vor und attackierte von der ersten Sekunde an die Widerstandskraft der Serbin. Allerdings wurde sie sofort zurückgebreakt, denn Danilovic war nicht gewillt, ihr den ersten Grand-Slam-Sieg seit fast fünf Jahren auf dem Silbertablett zu servieren. Es stand 2:2, und jenes frühe Break blieb im ersten Satz das einzige, auch wenn Williams eine echte Chance hatte, den Auftaktsatz vorzeitig zuzumachen.
Danilovic lag bei eigenem Aufschlag 40:30 zurück und musste im Satz bleiben, doch Williams nutzte die Gelegenheit nicht, und die Serbin stellte auf 5:5. Williams ging ohne weitere Breakmöglichkeit – abgesehen von jener eben – noch einmal einen Schritt vom Satzgewinn entfernt, sodass es in den Tie-Break ging. Danilovic führte dort 2:1, doch Williams zündete den Turbo und zog auf 5:2 davon. Sie brauchte allerdings drei Satzbälle, um den Satz zu schließen und auf 1:0 zu stellen.
Danilovic schlug jedoch umgehend zurück. Sie breakte zum 2:0 zu Beginn des zweiten Satzes und hielt anschließend ihren Aufschlag, und von da an wurde es auf beiden Seiten weitgehend souverän, ohne dass eine der Spielerinnen beim Return wirklich Boden gutmachen konnte.
Der entscheidende Satz
Danilovic servierte zum 6:3 aus und erzwang den Entscheidungssatz, doch die Fans durften träumen, als Williams zu Beginn des Deciders entfesselt aufspielte und 4:0 in Führung ging. Dann knüpfte Danilovic an den zweiten Satz an, schaffte das Rebreak zum 4:1, und als die Ziellinie und ein erster Grand-Slam-Sieg seit Jahren in Sichtweite rückten, wurde es richtig nervös.
Danilovic hielt zum 4:2 und breakte erneut zum 4:3, womit der Vorsprung von Williams nahezu dahin war, und glich zum 4:4 aus. Es folgte das spielentscheidende Game, in dem Williams nach 15 Minuten ihr Aufschlagspiel verlor. Sie hatte sieben Spielbälle, um auf 5:4 zu stellen, doch Danilovic wehrte jedes Mal ab. Williams fand mit einem brillanten ersten Aufschlag einen Breakball ab, verlor das Spiel aber schließlich doch. Im nächsten Game ging sie aus 15:0-Rückstand mit 30:15 in Front, diesmal geriet Danilovic ins Schwitzen, glich jedoch zum 30:30 aus und servierte in Richtung Matchball.
Danilovic machte es auf Anhieb zu und ließ keine weitere Zitterpartie aufkommen. Ganz knapp für die legendäre Amerikanerin, die die
Australian Open dennoch als jene verlässt, die ihren Status rechtfertigt – nicht nur als Ikone des Sports, sondern als jemand, der weiterhin spektakuläre Matches liefern kann.
Danilovic trifft nun auf die Siegerin von Coco Gauff gegen Kamilla Rakhimova, wobei Hailey Baptiste in der Runde der letzten 16 wohl als mögliche Gegnerin für Gauff lauert.