Während die Männer in zwei der längsten Halbfinal-Matches, die je bei den Australian Open zu sehen waren, im Mittelpunkt standen, stellte Australian-Open-Turnierdirektor Craig Tiley die Frage: Warum nicht auch bei den Frauen.
News-Update zu Best-of-Five-Debatte im Frauentennis
WTA-Stars spielen wie bei einem regulären Turnier im Best-of-Three-Format, ebenso wie die Männer auf dieser Ebene, etwa in dieser Woche bei den Abu Dhabi Open, den Open Occitanie und den Transylvania Open. Dennoch gibt es oft Sticheleien gegenüber dem WTA-Tennis, etwa mit Blick auf Beschwerden rund um Abendsessions.
Mit dem Argument, sie spielten ohnehin weniger Tennis und die Fans bekämen zu wenig geboten. In der Australien-Serie ist es weniger ein Thema: Selbst früh im Turnier waren zum Beispiel Maddison Inglis vor dem Rückzug von Naomi Osaka sowie Jovic gegen Hon Primetime-Partien in der Abendsession.
Anders als etwa bei den French Open haben Tiley und sein Team daher nicht dieselben Begründungen wie möglicherweise der FFT für Veränderungen. Carlos Alcaraz und Alexander Zverev rangen fünf Stunden und 27 Minuten, während Novak Djokovic vier Stunden und neun Minuten brauchte, um Jannik Sinner zu schlagen. Patrick Mouratoglou plädierte vergangene Woche dafür – unter anderem mit dem Hinweis, dass dies auch die Debatte um Equal Pay und die Gleichstellung bei Abendsessions entschärfen würde.
Auf der Damenseite gingen beide Halbfinals des ersten Grand Slams nicht über die volle Distanz, und obwohl das Endspiel über drei Sätze ging, hatten weder Rybakina noch Sabalenka vor dem Finale Sätze abgegeben und waren somit über längere Distanzen kaum getestet. Doch die Halbfinals im Herrenturnier befeuern Tileys Argument, dass es bei den Majors auch bei den Frauen Best of Five geben sollte.
Möglich wäre dies schon ab 2027, wenngleich Tiley einräumt, dass es zunächst auf die Agenda gesetzt werden müsse. Ob es dann durchgewinkt wird, steht auf einem anderen Blatt, doch es ist etwas, das sicher geprüft wird.
„Das (Herren-)Halbfinale kann man nicht reproduzieren. Das war unglaublich“, sagte der Turnierdirektor der Australian Open laut AAP. „Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke, und dieses Finale zuletzt auf der Damenseite kann man ebenso wenig replizieren. Es war außergewöhnlich.
„Eines, das ich jetzt sage, ist, dass ich finde, es sollte drei Gewinnsätze für die Frauen geben.
„Wir sollten uns die letzten Matches ansehen – die Viertelfinals, Halbfinals und Finals – und die Damenseite auf drei Gewinnsätze umstellen. Das sollten wir auf die Agenda setzen und beginnen, mit den Spielerinnen darüber zu sprechen, denn es gab in den Endrunden Matches, die in einem Best-of-Five-Format faszinierend gewesen wären.
„Ich weiß nicht, ob die Spielerinnen das wollen oder nicht, aber es ist etwas, das wir auf der Damenseite in Betracht ziehen müssen.“
Seit dem legendären Wimbledon-Finale zwischen Björn Borg und John McEnroe verfolgt Pascal Michiels den Tennissport mit großer Leidenschaft und analytischem Interesse. Diese langjährige Verbundenheit mit dem Sport verbindet er mit fundierter Datenkompetenz und einem klaren Blick für die Dynamiken des professionellen Wettbewerbs.
Er lebt in Brüssel und absolvierte ein Studium der Wirtschaftsingenieurwissenschaften an der Vrije Universiteit Brussel. Seine berufliche Laufbahn begann er in der Medienanalyse bei Report International, wo er unter anderem mit internationalen Marken wie Mercedes, BMW, Ford Europa und Bewerbungen für Olympische Spiele zusammenarbeitete. Anschließend leitete er ein internationales Team von mehr als zwanzig angehenden Journalistinnen und Journalisten und sammelte dabei umfassende Erfahrung in redaktioneller Koordination und Medienperformance-Analyse.
In den folgenden Jahren war er als selbstständiger Business-IT-Berater tätig, unter anderem in langfristigen Projekten für GlaxoSmithKline. Danach wechselte er in den Bildungsbereich und unterrichtete Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung.
Bei Tennisaktuell.de verantwortet er als Chefredakteur und Herausgeber die strategische und redaktionelle Ausrichtung der Plattform. Er steuert die inhaltliche Entwicklung, optimiert Sichtbarkeit und Reichweite und verbindet journalistische Standards mit datenbasierter Analyse. Dazu entwickelt er unter anderem Modelle zur Spiel- und Ergebnisprognose, die der internen Einordnung und Kontextualisierung dienen.
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