„Ich habe tatsächlich das Hochstapler-Syndrom“: Eva Lys spricht über Selbstvertrauen nach einem Rückgang in der Rangliste

WTA
Samstag, 28 März 2026 um 19:54
Eva Lys beim China Open
Eva Lys gab bei einem jüngsten Auftritt im Tennis Channel eine offene Einschätzung des Lebens auf und neben der WTA Tour und sprach über Themen, die über Ergebnisse und Ranglisten hinausgehen. Die Deutsche, aktuell die Nummer 80 der Welt, sagte: „Niemand weiß irgendetwas über Tennisspielerinnen“, als sie über öffentliche Wahrnehmung, Dating-Kultur und Selbstvertrauen in einer schwierigen Saison 2026 sprach.
Die 24-Jährige kämpft seit einer Knieverletzung zu Beginn des Jahres beim United Cup mit fehlender Konstanz, ein Rückschlag, der ihren Terminplan durcheinanderbrachte und zu einem Absturz in der Rangliste beitrug. Mit wenig Matchpraxis und einer Bilanz von 1:3 seit Januar versucht Lys, wieder Schwung aufzubauen, während sie das, was sie in Phasen der Unsicherheit als Momente von „Impostor-Syndrom“ beschrieb, managt.
Ein zentrales Motiv ihrer Aussagen war die Kluft zwischen Wahrnehmung und Realität im Tennis. Lys argumentierte, dass Spielerinnen oft ausschließlich über Ergebnisse definiert werden, und betonte, sie müssten „einfach mal rauslassen“ und mehr Persönlichkeit zeigen in einem Sport, der traditionell auf kontrollierte Botschaften setzt.
Ihre Reflexionen beleuchteten auch die mentale Seite des Wettkampfs, insbesondere in Phasen, die von Verletzungen und Unbeständigkeit geprägt sind. Auch wenn Ranglisten auf der WTA Tour die wichtigste Messgröße bleiben, unterstrich Lys die Bedeutung von Selbstvertrauen und fügte hinzu, dass „Vibes nicht lügen“, wenn es darum geht, Form und Momentum einzuschätzen.

Verletzung und Ranking-Einbruch prägen den Saisonauftakt

Lys’ Saison wurde beim United Cup in Sydney unterbrochen, wo sie sich bei einem Drei-Satz-Sieg über Suzan Lamens eine Überstreckung des rechten Knies zuzog. Die Verletzung trat beim Nachsetzen auf die Rückhand auf, als sich ihr Knie beim Auftreffen unglücklich überstreckte.
Die Folgen waren unmittelbar. Seit diesem Match steht Lys bei 1:3, darunter eine Erstrundenniederlage bei den Australian Open gegen Sorana Cirstea und eine jüngste Pleite beim Miami Open gegen Yuliia Starodubtseva. Die wenigen Auftritte verhinderten, dass sie Rhythmus aufbauen konnte.
Diese Phase trug zu einem Absturz auf Rang 80 der Welt bei, was sowohl Inaktivität als auch frühe Aus in den Turnieren widerspiegelt. Für Spielerinnen außerhalb der Spitze hängt die Stabilität im Ranking stark von konstanter Teilnahme ab. Sie ging auch auf eine der meistdiskutierten Marotten im Tennis ein und lieferte eine direkte Erklärung. „Tennisspielerinnen stöhnen, weil wir versuchen, den Ball so schnell wie möglich zu schlagen. Warum hört man Leute im Fitnessstudio stöhnen, wenn es hart wird? Genau deshalb machen wir das.“

Klartext zu Beziehungen, Identität und mentalem Ansatz

Abseits des Wettkampfs sprach Lys offen über Beziehungen und emotionale Achtsamkeit und ordnete beides eher pragmatisch als abstrakt ein. „Eine Green Flag ist, sich sicher und geborgen zu fühlen, und eine Red Flag ist Angst. Immer wenn du in einer Beziehung, Situationship, wie auch immer man es heute nennt, Angst verspürst, ist das eine sehr große Red Flag, denn ich finde, Dating sollte zum Genießen da sein.“
Ihr weiter Blick lehnt unnötigen Druck ab, im Sport wie im Alltag, und bekräftigt eine Vorliebe für Balance statt Verbissenheit. „Ein Hügel, auf dem ich bereit bin zu sterben, ist, dass Menschen sich weniger ernst nehmen sollten, weil viele einen Stock im Hintern haben. Sie sollten wirklich einfach mal entspannen.“
Sie räumte auch die mentalen Herausforderungen ein, die mit Form- und Ergebnis-Schwankungen einhergehen, besonders in unsicheren Phasen. „Du bist all das wert, was auf dich zukommt, und gute Dinge kommen. Was auch immer Gutes dir passiert, du verdienst es. Hol dir nicht das Impostor-Syndrom, denn ich habe es manchmal.“

Sand-Comeback in Charleston bietet Chance zum Neustart

Lys wird voraussichtlich während der Sandplatzsaison bei den Charleston Open zurückkehren, wo das Feld acht Top-20-Spielerinnen umfasst, angeführt von Jessica Pegula und Amanda Anisimova. Das Turnier wird nach ihrem verletzungsgeprägten Start einen frühen Härtetest darstellen.
Sand könnte für ihr Comeback ein kontrollierteres Umfeld bieten. Der langsamere Belag nimmt Tempo aus den Ballwechseln und ermöglicht längere Rallys, was Spielerinnen nach körperlichen Rückschlägen hilft, den Rhythmus wiederzufinden.
Sie verwies auch auf die Anforderungen bestimmter Duelle auf der Tour und nannte die wiederholten Begegnungen mit Jacqueline Cristian als Beispiel für physische und taktische Intensität. „Ich habe gegen Jacqueline Cristian drei- oder viermal gespielt – immer drei Sätze, immer so zwei oder drei Stunden. Wenn wir die Auslosung sehen und gegeneinander spielen, sind wir nicht glücklich. Das ist wirklich hart.“
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