Die Weltranglistenerste
Aryna Sabalenka untermauert weiter ihre Konstanz auf der WTA-Tour und steht nach einem 7:6(0), 6:4 im Viertelfinale der BNP Paribas Open gegen Victoria Mboko in ihrem sechsten Halbfinale in Serie. Die Belarussin wehrte alle fünf Breakbälle ab, die sie in der Partie gegen sich hatte, und lieferte erneut in den Schlüsselphasen ab, die auf höchstem Niveau enge Duelle oft entscheiden.
Der Sieg hält Sabalenkas Jagd nach ihrem ersten Indian-Wells-Titel am Leben, nachdem sie 2023 und 2025 jeweils Finalistin war. Trotz des Zweisatz-Erfolgs war das Match umkämpft, insbesondere im ersten Satz, in dem Mboko die Nummer 1 der Welt mit langen Grundlinienduellen forderte, ehe der Durchgang schließlich im Tie-Break entschieden wurde.
Nach der Partie beschrieb Sabalenka das Duell als anspruchsvollen Test und zeigte sich zufrieden damit, wie sie die entscheidenden Momente in beiden Sätzen gemeistert hat. „Ja, es war heute eine harte Schlacht“, sagte die 4-fache Grand-Slam-Siegerin auf der
Pressekonferenz. „Superhappy mit der Leistung. Zufrieden mit dem Level, das ich in den Schlüsselmomenten jedes Satzes gezeigt habe, und natürlich froh, diese schwierige Runde überstanden zu haben.“
Sabalenka erklärte, ihre Fähigkeit, unter Druck fokussiert zu bleiben, rühre daher, in engen Situationen den Ansatz simpel zu halten, statt die Bedeutung des Moments zu überdenken. „Ich denke nicht wirklich an die Serie, die ich habe. Ich versuche, Punkt für Punkt zu spielen, am Matchplan festzuhalten und aggressiv zu bleiben und es im Grunde Schritt für Schritt anzugehen.“
Sabalenka erläutert die Mentalität hinter ihrem Tie-Break-Erfolg
Der Tie-Break des ersten Satzes erwies sich im Viertelfinale als entscheidend, den Sabalenka mit einer Mischung aus aggressivem Rückschlagspiel und druckvollem Aufschlag 7:0 dominierte. Es war ein weiteres Beispiel für die Fähigkeit der Belarussin, in Hochdruckmomenten ihr Niveau zu steigern.
Auf die Frage, ob frühere Erfolge in Tie-Breaks ihr mehr Selbstvertrauen für diese Situationen geben, sagte Sabalenka, sie vermeide es bewusst, sich dort zu entspannen, da Bequemlichkeit schnell zu Fehlern führen könne. „Nicht wirklich. Ich habe das Gefühl, in dem Moment, in dem ich mich entspannt fühle, werde ich definitiv anfangen zu verlieren. Deshalb, glaube ich, war ich in diesen Tiebreaks so erfolgreich, weil ich sie sehr ernst nehme.“
Sie fügte hinzu, dass ihr Ansatz unabhängig vom Spielstand gleich bleibe, mit Fokus auf Aggressivität statt einer veränderten Denkweise aufgrund der Situation. „Ich konzentriere mich nicht auf die Vergangenheit. Ich versuche wieder, es Punkt für Punkt zu nehmen. Ich bin aggressiv. Ich denke nicht: Das ist ein Tiebreak. Ich fokussiere mich auf mein Spiel, und ich glaube, das ist wirklich der Schlüssel gewesen.“
Sabalenkas Fähigkeit, solche Momente zu meistern, ist zentral für ihre aktuelle Serie auf der Tour, in der sie seit letztem Sommer bei sechs Turnieren in Folge das Halbfinale erreicht hat.
Sabalenka lobt Mboko und die neue Generation
Obwohl Sabalenka in zwei Sätzen siegte, erkannte sie die Steigerung an, die Mboko im Vergleich zu ihrem vorherigen Duell in dieser Saison bei den Australian Open zeigte, wo sich die Belarussin mit 6:1, 7:6(1) durchgesetzt hatte.
Sabalenka sagte, der Aufschlag und das Selbstvertrauen der Kanadierin hätten sich deutlich entwickelt und zu einem wesentlich engeren Duell in
Indian Wells beigetragen. „Ja, definitiv große Verbesserung. Ich finde, sie hat viel besser aufgeschlagen als in diesem Match in Australien. Definitiv selbstbewusster und mutiger gespielt.“
Die Nummer 1 der Welt hob zudem Mbokos Kampfgeist hervor und verwies auf Qualitäten, die die junge Spielerin ihrer Ansicht nach irgendwann zu Grand-Slam-Erfolgen führen könnten. „Ich sehe einfach, wie aggressiv sie ist, wie leidenschaftlich, wie sehr sie auf dem Platz kämpft und niemals aufgibt. Ich sehe in ihr auf jeden Fall eine künftige Grand-Slam-Siegerin.“
Sabalenka blickte auch auf eine breitere Turnierstatistik: Die letzten sieben Siegerinnen in Indian Wells waren alle 23 Jahre alt oder jünger. Mit 26 scherzte die Belarussin, dass dieser Trend nicht unbedingt für sie spreche, sagte aber, sie nehme es als zusätzliche Motivation. „Nun, ich schätze, ich habe nicht viele Chancen. Vielleicht wegen der Bedingungen, die Jüngeren sind körperlich stärker und können die Hitze besser wegstecken als wir alte Leute. Aber ich nehme es als Motivation, diese Zahl zu durchbrechen.“
Ausgeglichenheit und Perspektive hinter Sabalenkas Konstanz
Über Taktik und physische Vorbereitung hinaus nannte Sabalenka auch Ausgewogenheit abseits des Courts als Schlüssel, um ihr Niveau über die Saison zu halten. Auf die Frage, was sie in dieser Karrierephase als ihre „Superkraft“ betrachte, antwortete die Belarussin mit ihrem typischen Humor. „Ich habe keine Superkraft. Vielleicht ist das meine Superkraft.“
Sabalenka erklärte, dass das Gleichgewicht zwischen Tennis und ihrem Leben außerhalb des Wettkampfs ihr geholfen habe, über den fordernden Tourkalender mental frisch zu bleiben. „Ich denke, meine Superkraft ist, dieses On-und-Off-Court-Leben auszubalancieren. Ich glaube, das ist wirklich wichtig, und ich denke, darin bin ich gut.“
Im Halbfinale trifft Sabalenka als Nächstes auf die an Nummer 14 gesetzte Linda Noskova, nachdem die Tschechin die Qualifikantin Talia Gibson mit 6:2, 4:6, 6:2 besiegte. Die Belarussin setzt ihre Jagd nach dem ersten Indian-Wells-Titel fort und will nach zwei Finalteilnahmen bei diesem Turnier einen Schritt weiter gehen.