Ist dies der Beginn einer Alexandra-Eala-Manie? Tausende Zuschauer bei den Australian Open stehen vergeblich Schlange fuer Ealas Niederlage gegen Alycia Parks

WTA
Montag, 19 Januar 2026 um 21:30
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Die Organisatoren der Australian Open haben wohl nicht mit dem Aufruhr gerechnet, der am Montag entstand, als sich tausende Fans anstellten, um die philippinische Tennis-Hoffnung Alexandra Eala zu sehen, am Ende aber auf doppelte Weise enttäuscht wurden: Sie wurden abgewiesen, und zudem verlor sie.
Die Schlangen reichten bis zur Rod Laver Arena zurück. In Melbourne gibt es eine große philippinische Community, und die Warteschlangen übertrafen sogar jene für Cruz Hewitt oder Joao Fonseca, die ebenfalls regelmäßig Zuschauer anziehen. Es war ein gewaltiger Andrang für das Hauptfeld-Debüt der 20-Jährigen bei den Australian Open.
Die Entscheidung, Eala auf einem mittelgroßen Court anzusetzen, war wohl unglücklich. Andererseits hat sie dieses Turnier noch nie gespielt und ist kein so großer Name, dass man dafür Spieler von der Kia Arena oder der 1573 Arena, geschweige denn der Rod Laver Arena, verdrängen würde. Der Andrang setzte jedoch die Grand Slams insofern unter Druck, künftig Massenandrang bei Eala einzuplanen.
Viele kamen Stunden vorher aus Angst, leer auszugehen, und einige, die bis in die Nacht anstanden, erhielten keinen Einlass. Sie mussten sich mit vollen Außenbereichen begnügen und das Match auf den Großbildschirmen verfolgen.

Nächster Pacquiao-Effekt?

Ealas Gegnerin Alycia Parks war in diesem Szenario wohl die große Gewinnerin, gemessen daran, wie sie damit umging. Sie drehte die Partie spektakulär und siegte 0:6, 6:3, 6:2, um die zweite Runde zu erreichen – trotz einer klar pro Eala eingestellten Kulisse, die bei jedem Punkt „Let’s go Alex“ skandierte. Es war ein klassisches Dilemma: Die Stimmung dürfte sie geliebt haben, doch zugleich könnte sie sie unter Druck gesetzt haben.
Ben Rothenberg, ein renommierter Journalist, hatte den Eala-Effekt bereits Tage zuvor registriert, als die Pressekonferenzen auf YouTube gestellt wurden. Die philippinische Spitzenkraft erzielte binnen Stunden über 30.000 Aufrufe und übertraf damit sogar die von der Weltranglistenersten und Größen wie Novak Djokovic, Carlos Alcaraz und Aryna Sabalenka.
Wie schon bei Manny Pacquiao zu beobachten war: Wenn die Filipinos eine Sportikone haben, stehen sie geschlossen hinter ihr – und das in Massen. Ähnlich bei den Brasilianern aktuell mit Joao Fonseca. Offenbar reicht das Potenzial auf zumindest kleinere Erfolge, um ihnen die Lust am Mitfiebern zu geben. Spannend wird nun, wie die Turnierleitung Ealas Doppel ansetzt und ob man denselben Fehler ein zweites Mal begeht.
Insgesamt scheint die Eala-Mania erst zu beginnen. Trotz der Niederlage zeigt sich: Sollte sie eines Tages Großes erreichen, könnte sie eine Nation entfachen, die offenbar darauf wartet, eine neue Sportikone zu unterstützen.
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