Elena Rybakina steht nach einem 2:6, 6:3, 6:4 gegen die Weltranglistenfünfte Jessica Pegula im Halbfinale der
Miami Open, erreicht damit zum dritten Mal in ihrer Karriere die Vorschlussrunde dieses Turniers und untermauert erneut ihre starke Saison.
Die Kasachin, aktuell die Nr. 2 der Welt, geriet früh unter Druck, als Pegula den ersten Satz diktierte. Rybakina fand weder mit dem Aufschlag noch von der Grundlinie in den Rhythmus und lag schnell zurück, während die Amerikanerin sich deutlich absetzte. Genau in diesen Momenten der Frustration lieferte sich Rybakina einen hitzigen Wortwechsel mit ihrem Coach Stefano Vukov.
Diese Phase bedeutete den ersten Satzverlust Rybakinas in dieser Woche in Miami, nachdem sie zuvor Yulia Putintseva, Marta Kostyuk und Talia Gibson besiegt hatte. Sie stand damit auch im Kontrast zu ihrer starken Gesamtform in dieser Saison, in der sie eine Bilanz von 21:4 vorweisen kann, inklusive des Titels bei den Australian Open und eines Finaleinzugs in Indian Wells.
Trotz des zähen Starts spiegelte Rybakinas Reaktion ab dem zweiten Satz ihre Fähigkeit wider, unter Druck nachzujustieren – ein Muster, das ihre jüngsten Auftritte geprägt und ihre Position nahe der Spitze der WTA-Rangliste gefestigt hat. Ungeachtet dessen sorgten die Bilder des Wortwechsels zwischen Vukov und Rybakina in den sozialen Medien für Aufmerksamkeit.
Angespannter Austausch mit Vukov prägt Schlüsselmoment im ersten Satz
Der Schlüsselmoment ereignete sich Mitte des ersten Satzes, als Pegula 5:2 führte. Vukov, bekannt für seine laute Präsenz während der Matches, versuchte mit klar hörbaren Anweisungen in die Partie einzugreifen. „Elena, spiel ‘Bergarbeiter’-Tennis. Es funktioniert. Zeig Charakter. Schlag den Ball!“
Rybakina, sichtbar frustriert und auf der Suche nach Lösungen, reagierte umgehend, als sie zur Grundlinie zurückging, und wandte sich in einer seltenen Gefühlsregung Richtung Box. „Du siehst doch, dass es nicht funktioniert! Wovon redest du?!“, entgegnete die Nummer 2 der Welt, sichtlich verärgert in einem Match, das ihr entglitt.
Der Austausch veränderte die Dynamik der Partie kurzzeitig. Zwar verlor Rybakina den Auftaktsatz, doch ihr Niveau stabilisierte sich danach deutlich, was darauf hindeutete, dass der Moment eher zu einer Fokussierung beitrug als zu weiterer Unruhe.
Rybakina dreht das Match und macht den Comeback-Sieg perfekt
Ab dem zweiten Satz erhöhte Rybakina die Konstanz beim Aufschlag und beschränkte Pegulas Möglichkeiten, die Ballwechsel zu bestimmen. Sie gab bis zum Ende des Matches kein einziges Aufschlagspiel mehr ab, wehrte vier Breakbälle ab und übernahm zunehmend die Kontrolle. Der Sieg untermauert zudem Rybakinas starke Bilanz in Miami, wo sie 2023 und 2024 jeweils das Finale erreichte und gegen Petra Kvitova beziehungsweise Danielle Collins unterlag. Ihre aktuelle Serie bietet eine weitere Chance, um den Titel mitzuspielen.
Rybakina wartet nun möglicherweise auf ein Halbfinalduell mit Aryna Sabalenka, die zunächst Hailey Baptiste bezwingen muss. Ein Aufeinandertreffen der beiden wäre eine Neuauflage des Finals von Indian Wells in dieser Saison, das Sabalenka für sich entschied. Die Kasachin behauptet sich weiter in der Ranglistenspitze, liegt jedoch mit mehr als 2.000 Punkten hinter Sabalenka zurück. Auftritte bei Turnieren wie Miami und in der anstehenden Sandplatzsaison werden entscheidend sein, um diese Lücke zu beeinflussen.
Mit Rückenwind und ansteigendem Niveau im Turnierverlauf festigt Rybakina ihren Status als eine der verlässlichsten Anwärterinnen auf der Tour. Die Reaktion nach dem frühen Rückschlag gegen Pegula unterstrich erneut ihre Fähigkeit, unter Druck umzustellen und hochklassige Partien konsequent zu Ende zu bringen.