Spielmanipulation ist im Tennis weit verbreitet, besonders in den unteren Ebenen wie den Challenger-Turnieren, die in den vergangenen Jahren stark betroffen waren und zahlreiche Fälle verzeichneten. Jüngst bekam die ungarische Tennisspielerin Panna Udvardy dies zu spüren.
Während der Großteil der Topspielerinnen in
Indian Wells antritt, bestreitet die Nummer 95 der Welt ihr Turnier beim Antalya Challenger in der Türkei. Sie war an Position zwei gesetzt und hatte sich eine tiefe Turnierwoche ausgerechnet, doch diese Ziele rückten angesichts akuter Sicherheitsbedenken in den Hintergrund.
Udvardy geht auf Instagram mit beunruhigenden Nachrichten an die Öffentlichkeit
Am Freitag, dem 06.03., informierte sie die WTA und ihre Familie darüber, dass sie während des Turniers bedroht worden sei. Man habe von ihr verlangt, das Match absichtlich zu verlieren, andernfalls würden Konsequenzen folgen. Diese sollten ihrer Familie Schaden zufügen – eine äußerst belastende Situation für die 27-Jährige.
Auf
Instagram machte sie die Drohungen mit einer langen Nachricht öffentlich. „Letzte Nacht gegen Mitternacht erhielt ich mehrere sehr verstörende WhatsApp-Nachrichten von einer unbekannten Nummer auf meinem privaten Handy“, schrieb sie. „Die Person sagte mir, dass sie Mitglieder meiner Familie verletzen würden, wenn ich mein heutiges Match nicht verliere. Sie behaupteten, zu wissen, wo meine Familie lebt, welche Autos sie fahren und dass sie deren Telefonnummern hätten. Sie schickten sogar Fotos von meinen Familienmitgliedern und ein Bild einer Waffe.“
Für sie war das naturgemäß eine äußerst beängstigende und surreale Erfahrung, auf die sie sofort reagierte. „Es war ehrlich gesagt sehr beängstigend, so etwas zu bekommen. Ich habe umgehend die WTA-Supervisorin kontaktiert, die Screenshots geschickt und meine Eltern informiert. Meine Eltern haben dann das Konsulat kontaktiert, und als ich heute Morgen aufgewacht bin, habe ich erneut mit der WTA-Supervisorin gesprochen.“
Sie war nicht die einzige Spielerin, gegen die Drohungen ausgesprochen wurden. „Mir wurde gesagt, dass in letzter Zeit ähnliche Drohungen auch bei anderen Spielerinnen vorgekommen sind und dass man vermutet, persönliche Daten könnten aus der WTA-Datenbank abgeflossen sein, was derzeit untersucht wird.“
Udvardy zeigte sich für die Unterstützung sehr dankbar. „Danke an alle, die sich heute mit Nachrichten und Zuspruch gemeldet haben. Das hat mir wirklich viel bedeutet. Danke an das Konsulat für die schnelle Reaktion und dafür, dass sie sich um mich und meine Familie gekümmert haben.“
Gleichwohl war dies ein erschreckender Vorfall, den nicht nur sie erlebt hat, und sie fordert Aufklärung. „Aber ich möchte etwas klar sagen: Das ist nicht normal. Auch als Sportlerinnen oder öffentliche Personen ist es nicht akzeptabel, Drohungen gegen unsere Familien zu erhalten – schon gar nicht auf unsere privaten Telefonnummern und zusammen mit verstörenden Bildern. Solche Übergriffe dürfen wir im Sport nicht normalisieren.“
Sie appellierte an die WTA, derartige Fälle weiter konsequent zu verfolgen. „Ich hoffe, die WTA untersucht diese Situation weiterhin ernsthaft und ergreift stärkere Maßnahmen, um die persönlichen Daten und die Sicherheit der Spielerinnen zu schützen und die Spielerinnen umgehend zu informieren, falls es zu einer Sicherheitslücke im System kommt. Keine Spielerin sollte mit so etwas konfrontiert werden müssen.“
Die Behörden in Ungarn boten zudem Schutz an den Wohnsitzen ihrer Eltern und ihrer Großmutter an. Sie verlor anschließend im Viertelfinale mit 6:7(3), 5:7 gegen die Ukrainerin Anhelina Kalinina.