Carlos Alcaraz reist als topgesetzter Spieler und Weltranglistenerster zum
Miami Open, mit starker Form und klarer Zielsetzung nach seinem ersten Rückschlag der Saison. Der Spanier weist laut ATP Win/Loss Index eine 16:1-Bilanz im Jahr 2026 auf, seine einzige Niederlage kassierte er
in zwei Sätzen gegen Daniil Medvedev im Halbfinale von Indian Wells.
Der 22-Jährige will sich nun in Südflorida schnell neu ausrichten, wo Bedingungen und jüngste Historie eine Chance bieten, wieder Fahrt aufzunehmen. Alcaraz weiß bereits, wie es ist, die Trophäe in Miami zu stemmen – 2022 gelang ihm das – doch seither kehrte er nicht mehr ins Finale zurück, während er 2025 wohl seine enttäuschendste Niederlage der Saison erlitt, als er in seinem Auftaktmatch gegen David Goffin ausschied.
Zum Auftakt wartet eine knifflige Aufgabe auf den Spanier, gegen wohl einen der gefährlichsten ungesetzten Spieler: den Brasilianer
Joao Fonseca. Der Brasilianer setzte sich in der ersten Runde in drei Sätzen gegen Fabian Marozsan durch und fügte seinem wachsenden Portfolio einen weiteren harten Auftritt hinzu.
Das Duell wäre ihr erstes offizielles Aufeinandertreffen auf der
ATP Tour, nachdem sie im vergangenen Dezember in Miami eine Exhibition bestritten hatten. Seither hat sich Fonsecas Entwicklung beschleunigt, er ist bereits als Top-40-Spieler etabliert und erreichte nach einer starken Kampagne in Indian Wells das Achtelfinale – wo er schließlich von Jannik Sinner gestoppt wurde.
„Er hat alles“: Alcaraz analysiert Fonsecas steilen Aufstieg
Alcaraz hat Fonsecas Aufstieg genau verfolgt und vor ihrem möglichen Duell eine detaillierte Einschätzung zum Spiel des Brasilianers abgegeben. Der Spanier betonte sowohl die Vollständigkeit von Fonsecas Fertigkeiten als auch die Bereiche, die seine langfristige Entwicklung bestimmen werden.
Er beschrieb den 19-Jährigen als Spieler, der bereits „das Niveau“ besitzt, um auf höchster Bühne mitzuhalten, und verwies insbesondere auf sein Schlagrepertoire und seine physischen Voraussetzungen. Alcaraz deutete an, dass Fonsecas Mischung aus Wucht und Variabilität ihn vielen Spielern auf einem ähnlichen Entwicklungsstand voraus habe.
„Nun, ich denke, er hat das Niveau. Er hat die Schläge, er hat die Power. Ich würde sagen, er hat alles“, sagte der 7-fache Grand-Slam-Champion. „Natürlich gibt es vieles zu verbessern, aber wenn er die richtigen Dinge tut, wird er ganz sicher dort oben sein.“
Alcaraz hob auch den breiteren Kontext rund um aufstrebende Talente hervor und merkte an, dass der Umgang mit Erwartungen oft ebenso entscheidend ist wie die technische Entwicklung. Für Fonseca, der 2025 bereits Titel in Buenos Aires und Basel gewonnen hat, ist dieser Übergang nun in vollem Gange, während er sich an mehr Aufmerksamkeit auf und neben dem Platz gewöhnt.
„Er wird um große Dinge kämpfen. Er muss sich verbessern. Er muss lernen, mit Erwartungen umzugehen. Mit allem auf dem Platz umzugehen. Und natürlich immer die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wenn oder falls er das schafft, wird er ein Spieler sein, den es zu schlagen gilt.“
„Er hat alles“: Miami-Kontext und steigende Erwartung
Fonsecas jüngste Ergebnisse unterstreichen, warum das mögliche Duell an Bedeutung gewinnt. Anfang des Monats in Indian Wells forderte er Jannik Sinner in zwei engen Sätzen, eine konkurrenzfähige Vorstellung gegen den amtierenden Champion. Diese Leistung folgte auf eine Durchbruchssaison 2025 mit ATP-Titeln und tieferen Läufen bei großen Turnieren.
Miami war für den Brasilianer bereits ein produktives Pflaster. 2025 erreichte er erstmals die dritte Runde bei einem Masters-1000-Turnier, besiegte Learner Tien und Ugo Humbert, bevor er gegen Alex de Minaur verlor. Dieser Lauf setzte einen Maßstab, den er nun übertreffen will.
Am letzten Tag vor seinem Einsatz erschien der Brasilianer im Trikot der brasilianischen Fußballnationalmannschaft und zeigte damit auch seine Wertschätzung für das brasilianische Publikum, das das Miami Open füllt. „Ich finde es großartig, so viele Menschen und so viele Fans zu sehen, die schreien und anfeuern, sie so laut zu hören. Ich finde es großartig. Also versuche ich einfach, das Joga Bonito [schön spielen] aus Brasilien mitzunehmen.“