„Es ist ein Schritt-für-Schritt-Prozess“: Matteo Berrettini setzt auf Konstanz, während er Punkte verteidigt und gegen den Absturz aus den Top 100 kämpft Unbetitelter Artikel

ATP
Freitag, 20 März 2026 um 15:00
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Matteo Berrettini eröffnete seine Miami-Open-Kampagne mit einem kontrollierten 6:4, 6:2 gegen den Franzosen Alexandre Muller und zog in die zweite Runde ein, während er in einer entscheidenden Phase seiner Saison Schwung aufnehmen will. Der Italiener zeigte eine abgeklärte Vorstellung, löste die Schlüsselmomente konsequent und hielt sein Niveau über die gesamte Partie stabil.
Das Ergebnis kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt für Berrettini, der das Turnier in den Live-Rankings um Platz 98 der Welt begonnen hat. Mit Punkten aus dem Viertelfinale des Vorjahres zu verteidigen droht dem ehemaligen Wimbledon-Finalisten erstmals seit April 2024 der Absturz aus den Top 100, was seiner Miami-Kampagne zusätzliches Gewicht verleiht.
Seine Nordamerika-Tour hatte mit einer Zweitrundenniederlage gegen Alexander Zverev in Indian Wells begonnen, doch die Leistung dort machte Mut. Berrettini hob sowohl die körperliche Belastbarkeit als auch die mentale Widerstandskraft als Pluspunkte hervor und deutete an, dass sein Niveau nach einer von Unterbrechungen geprägten Phase allmählich zurückkehrt.
In der zweiten Runde trifft Berrettini nun auf den an Nummer 10 gesetzten Alexander Bublik, was eine andere Herausforderung gegen einen der unberechenbarsten Spieler der Tour darstellt. Das Duell wird seine aktuelle Form deutlicher testen, während er versucht, jüngste Fortschritte in nachhaltige Ergebnisse zu überführen.

Verschiebung der Prioritäten: Konstanz rückt ins Zentrum

Berrettini hat klargemacht, dass sein vorrangiges Ziel für die Saison 2026 nicht unmittelbar an Ranglistenpositionen oder kurzfristige Resultate gebunden ist, sondern an die Wiederherstellung von Konstanz. Nach mehreren durch körperliche Probleme unterbrochenen Jahren setzt der Italiener auf Kontinuität im Training und im Wettkampf als Basis für die Rückkehr zu seinem früheren Niveau.
„Das Ziel in diesem Jahr hat nichts mit Ranking oder Ergebnissen zu tun, sondern mit Konstanz“, sagte er gegenüber Eurosport Italy. „Das Ziel ist zu trainieren, um so oft wie möglich auf höchstem Niveau zu spielen. Das hat mir in den vergangenen Jahren ein bisschen gefehlt.“
Diese Sichtweise spiegelt eine breitere Neuausrichtung wider. Nachdem er sich zuvor in der Elite etabliert hatte, konzentriert sich Berrettini nun darauf, die Bausteine wieder aufzubauen, die diesen Erfolg getragen haben, statt isoliert Punkten nachzujagen. Er räumte ein, dass Ergebnisse weiterhin wichtig sind, jedoch nur als Folge verbesserter Konstanz.
„Von dort aus können wir beginnen, an große Ergebnisse zu denken. Natürlich bin ich auch hier, um gut abzuschneiden, weil ich es mag, wettbewerbsfähig zu sein, und ich mag es, wenn mein Ranking das widerspiegelt. Aber ich weiß, dass ich bei etwas anderem ansetzen muss.“
Sein Auftakt in Miami entsprach diesem Ansatz. Es war zwar nicht dominant, aber kontrolliert und effizient. Berrettini begrenzte Schwankungen und hielt über beide Sätze ein gleichmäßiges Niveau – ein Aspekt, der zuletzt im Fokus seiner Arbeit stand.

Ermutigende Signale, da sich das Niveau stabilisiert

Berrettini verwies trotz des frühen Ausscheidens auf Indian Wells als wichtigen Schritt in seiner Vorbereitung. Sein Match gegen Zverev sei aus seiner Sicht auf hohem Niveau gewesen, während der Sieg über Adrian Mannarino bestätigte, dass sich sowohl seine körperliche Verfassung als auch die mentale Ausrichtung verbessern.
„In Indian Wells waren das zwei Matches auf sehr hohem Niveau. Sascha hat sehr gut gespielt und anschließend im Turnier überzeugt. Das Match gegen Mannarino war meiner Meinung nach aus vielen Gründen sehr gut: Körperlich habe ich bis zum Ende durchgehalten, mental bin ich vom ersten bis zum letzten Punkt stark geblieben.“
Einer der Schlüsselindikatoren für Berrettini ist seine Fähigkeit, die Leistung über ein gesamtes Match zu tragen – etwas, das in den vergangenen Saisons schwankte. Der Sieg über Muller deutete in dieser Hinsicht auf Fortschritte hin. Der Italiener steuerte die Wechsel im Momentum effektiv und schloss die Partie ohne längere Einbrüche ab. „Ich gewinne physisch und mental die Energie zurück, die ich brauche, um mit den Besten zu konkurrieren“, ergänzte der frühere Wimbledon-Finalist.

Zuversicht mit Realismus vor dem Bublik-Test

Obwohl Berrettini positive Erinnerungen an die Miami Open des vergangenen Jahres mitbringt, ist er vorsichtig mit direkten Vergleichen. Der Italiener betonte, dass sich Bedingungen, Form und Spieldynamiken stark unterscheiden können, was die Aussagekraft früherer Resultate einschränkt. „Letztes Jahr habe ich den richtigen Rhythmus und die richtige Energie gefunden. Ich habe sehr gute Matches gespielt… Diese Erinnerungen trage ich auf jeden Fall mit mir.“
Gleichzeitig erkannte er die Diskrepanz zwischen der Erinnerung an einen erfolgreichen Lauf und dessen Wiederholung an, zumal sich seine aktuelle Situation verändert hat. Sein Fokus bleibt auf schrittweiser Steigerung statt auf sofortigen Erwartungen. „Zwischen der Erinnerung an letztes Jahr und der Aussage, ich könne so eine Woche wiederholen, liegt ein großer Unterschied, denn es ist ein Jahr vergangen und jedes Match ist anders.“
Gegen Bublik trifft Berrettini auf einen Spieler, der mit unkonventionellem Stil den Rhythmus stören kann, was die Begegnung zu einem nützlichen Gradmesser für seine momentane Stabilität macht. Für den Italiener bleibt das Ziel unverändert: Match für Match aufbauen, das Niveau halten und die Grundlagen seines Spiels weiter festigen. „Ich möchte wirklich gut spielen und viel spielen, und ich denke, das ist schon ein kleiner Sieg.“
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