Ein neues Karrierehoch ist für
Flavio Cobolli in Stein gemeißelt, nachdem er
Frances Tiafoe mit 7:6(4), 6:4 bezwang und beim Mexican Open seinen ersten Titel auf Hartplatz holte.
Cobolli bezwingt Tiafoe und feiert Hartplatz-Premiere
Nach seinem miserablen Start in die Saison ist es eine willkommene Wende für Italiens Davis-Cup-Held, der 2025 auf dem Höhepunkt endete. Zunächst konnte er diesen Erfolg nicht sofort in weiteren Fortschritt auf dem Platz ummünzen, der 23-Jährige tat sich schwer, überhaupt Siege einzufahren, geschweige denn tief in Turniere vorzudringen.
Nach seinem ersten United-Cup-Sieg verlor er vier Matches in Folge und feierte erst in Delray Beach wieder einen Erfolg, wo er das Halbfinale erreichte. In Acapulco legte er noch einen drauf, mit dem Ziel eines dritten ATP-Titels und seines zweiten auf ATP-500-Ebene.
Leicht war es nicht, denn Tiafoe ist an guten Tagen ein unangenehmer Gegner. Der US-Amerikaner ließ den Schlussteil der Saison 2025 aus, um sich zu resetten und 2026 mit neuem Mindset anzugreifen, und die Ergebnisse sehen nun deutlich positiver aus. Der zweimalige Grand-Slam-Halbfinalist hat allerdings eine schwache Bilanz in Endspielen vorzuweisen: Er gewann nur drei seiner elf erreichten Finals, einschließlich jenem in Mexiko. Es ist seine dritte Niederlage in einem ATP-500-Endspiel und eine weitere bittere Pille.
Letztlich hatte Cobolli auf dem Court die Nuance mehr. Er gewann 79% der Punkte über den ersten Aufschlag, was in einem Match mit sehr wenigen Breaks entscheidend war. In diesem Zusammenhang wehrten beide Spieler 66% der Breakbälle ab, wobei Tiafoe drei mehr als sein Gegner zu überstehen hatte. Beide gewannen gleich viele Aufschlagpunkte, doch Cobollis 33 Returnpunkte im Vergleich zu Tiafoes 21 sind ein deutlicher Unterschied und ein Grund dafür, dass Cobolli erstmals gegen Tiafoe triumphierte.
Cobolli stürmt in Acapulco zum Triumph
Der erste Satz dauerte insgesamt 70 Minuten und bot nur zwei Breakchancen, die Tiafoe abgeklärt vereitelte. Eine davon war ein Satzball bei 5:4, etwas, das Cobolli später nicht bereuen wollte.
Ein Tiebreak schien unvermeidlich, und so kam es auch, wobei Tiafoe zunächst knapp mit 3:2 vorlegte. Cobolli zündete dann den Nachbrenner und zerstörte die Hoffnungen seines Gegners, früh davonzuziehen. Er glich zum 3:3 aus und gewann anschließend die letzten vier Punkte zum 7:4 im Tiebreak, wodurch er einen großen Schritt in Richtung Titel machte.
Im fünften Spiel des zweiten Satzes wurden diese Titelambitionen konkreter, als Cobolli Tiafoes Aufschlag zum 3:2 durchbrach. Er bestätigte mit einem Hold, vergab danach jedoch zwei weitere Breakchancen, die ihm den Doppelbreak-Vorsprung eingebracht hätten.
Stattdessen schlug Tiafoe zurück und stellte wieder auf Aufschlag, was ihm eine flüchtige Chance auf Erfolg eröffnete. Diese verpuffte umgehend, als Cobolli sofort wieder vorlegte und anschließend bei eigenem Service seinen zweiten Matchball zum ersten Titel des Jahres 2026 verwertete.
„Als Kind habe ich von diesem Moment geträumt“, sagte Cobolli
nach dem Match. „Von diesem Turnier, vom Spielen auf dem Center Court mit Leuten, die mich anfeuern. Ich bin sehr stolz, nicht nur auf mich, sondern auch auf die Menschen, die für mich arbeiten — meinen Vater, meine Familie, den Rest meines Teams. Sie werden mir sehr helfen.“
Flavio Cobolli überglücklich nach dem Sieg in einem entscheidenden Davis-Cup-Duell.
Es sind nun drei Finalsiege in Serie und der erste abseits von Sand. Nach einem katastrophalen Start in das Jahr 2026 zeigt die Kurve bei Cobolli klar nach oben, der sich nach 470 in Mexiko gewonnenen Punkten erstmals auf Rang 15 der Welt wiederfinden wird.
„Ich denke, ich habe es mir verdient, so wie ich außerhalb des Platzes arbeite“, kommentierte Cobolli. „Nach den Niederlagen arbeite ich wieder auf dem Court, und ich will nur sagen, dass ich sehr stolz auf mich bin. Es war heute ein großartiges Match, ich glaube, es war mein bestes im Turnier. Ich habe noch nie zuvor gegen [Frances] gewonnen, daher bin ich sehr glücklich.“
Ruhe gibt es für die Finalisten jedoch nicht, beide peilen nun einen tiefen Lauf bei dem anstehenden Masters-1000-Doppel an. Zunächst das Indian Wells Open vom 04.03.2026 bis 15.03.2026, dicht gefolgt vom Miami Open kurz danach.
Match Statistics Flavio Cobolli vs. Frances Tiafoe
| Flavio Cobolli |
VS |
Frances Tiafoe |
| 10 |
Aces |
6 |
| 2 |
Double Faults |
1 |
| 74% (53/72) |
1st Service Percentage |
57% (48/84) |
| 79% (42/53) |
1st Service Points Won |
73% (35/48) |
| 47% (9/19) |
2nd Service Points Won |
44% (16/36) |
| 67% (2/3) |
Break Points Saved |
67% (4/6) |
| 91% (10/11) |
Service Games |
82% (9/11) |
| 27% (13/48) |
1st Return Points Won |
21% (11/53) |
| 56% (20/36) |
2nd Return Points Won |
53% (10/19) |