Ben Shelton meldete sich zurück. Er teilte ein Video auf seinem neuen YouTube-Kanal — diesmal mit einem näheren Blick auf seinen Lauf durch Indian Wells und die Miami Open. Der Amerikaner erlebte ein enttäuschendes Sunshine Double, nachdem er eine Erkrankung eingeräumt hatte, die ihn in den ersten Masters-1000-Events der Saison mit einer mageren Bilanz von einem Sieg und zwei Niederlagen zurückließ.
Shelton schied in der Runde der 32 in Indian Wells gegen Learner Tien aus, bevor er bei den Miami Open in der Runde der 64 gegen Alexander Shevchenko unterlag. Die Ergebnisse bedeuteten einen Rückschritt in der Konstanz, besonders nach einem starken Februar mit einem Titel in Dallas, wo er im Endspiel Landsmann Taylor Fritz besiegte.
Trotz dieser Resultate ordnete Shelton seine Saison in einem größeren Kontext ein und verwies auf Verbesserungen in seinem Gesamtlevel und seinem Wettkampfansatz. Sein Fokus bleibt darauf, die Leistung über Turniere hinweg zu stabilisieren, statt auf einzelne Ergebnisse zu reagieren.
Einer der zentralen Punkte seiner Reflexionen war eine mentale Umstellung. Shelton erklärte, dass sein Ziel 2026 nicht mehr sei, um Runden zu spielen, sondern Turniere mit dem Anspruch anzugehen, sie zu gewinnen. „Eines meiner großen Ziele in diesem Jahr war, dass ich, wenn ich zu einem Turnier komme, im Kopf habe, dass ich versuche, es zu gewinnen.“
Indian-Wells-Gelassenheit vs. Miami-Chaos
Sheltons Video bot einen Blick hinter die Kulissen seines letzten Monats, der physisch besonders anspruchsvoll war, da er mit hohem Fieber zu kämpfen hatte — was ihn jedoch trotz Einschränkungen nicht davon abhielt, auf den Platz zu gehen.
Shelton hob den Kontrast zwischen Indian Wells und Miami hervor und beschrieb zwei Veranstaltungen, die sich in Atmosphäre und Anforderungen deutlich unterscheiden. Indian Wells, ausgetragen im nahegelegenen Palm Springs, bietet ein langsameres Tempo auf und abseits des Platzes, was er in langen Phasen der Tour als vorteilhaft identifizierte.
Er bezeichnete das Umfeld als „chillig“ und merkte an, dass es den Spielern eine seltene Möglichkeit biete, der üblichen Intensität großer Metropolen zu entkommen. „Es ist chillig. Oft spielen wir diese Turniere in Rom, Shanghai, Madrid, Miami, New York City. Dann spielst du in Palm Springs und alles wird deutlich langsamer. Ich mag die Atmosphäre, die Lebensart. Man kommt zu Dingen, die man auf der Tour normalerweise nicht machen kann.“
In Miami hingegen beschrieb Shelton ein fordernderes Umfeld, sowohl in den Matchbedingungen als auch im gesamten Rahmen rund um das Turnier. „Miami ist ein anderes Biest. Es ist Chaos. Es ist ein Turnier, das im Hard Rock Stadium aufgebaut ist. Komplett andere Vibes auf dem Platz und abseits des Platzes.“
Leistung, Krankheit und Wettkampfniveau
Unabhängig von äußeren Bedingungen hatte Shelton während des Sunshine Double auch mit körperlichen Problemen zu tun. Er enthüllte, dass er trotz Unwohlseins in seinem Auftaktsieg gegen Opelka in Indian Wells antrat und die Symptome mit Medikamenten in den Griff bekam, während er auf dem Platz ein funktionales Niveau hielt. „Ich habe heute Morgen Theraflu genommen — 500 mg Acetaminophen, 500 mg Naproxen, eine Husten-Tablette, Hustenbonbons. Ich habe das ganze Match mit Hustenbonbons im Mund gespielt.“
Selbst in diesem Kontext verwies Shelton auf Elemente seines Spiels, die sich weiterentwickeln, insbesondere seine Fähigkeit, aggressiver zu agieren und in einen All-Court-Stil überzugehen. „Mein Körper kommt in einen Zustand, in dem es automatisch wird“, sagte der 23-Jährige. „Ich muss nicht mehr über Technik nachdenken. Ich muss nicht darüber nachdenken, welche Schritte ich mache. Es ist da, es ist leicht und es passiert einfach.“
Dieser Fortschritt bleibt in den Ergebnissen uneinheitlich, ist aber in bestimmten Auftritten sichtbar. Shelton stellte fest, dass er „wirklich gut konkurriert“, selbst in Matches, die sich nicht in Siege ummünzen ließen, und deutete damit auf eine Lücke zwischen Level und Resultaten in dieser Saisonphase hin.
Nächster Schritt: Umstellung auf Sand
Shelton richtet den Fokus nun auf die Sandplatzsaison, beginnend mit den U.S. Men’s Clay Court Championships in Houston. Das Turnier markiert einen wichtigen Übergang und dient als sein erster Wettkampfschritt in Richtung der europäischen Sandplatz-Serie.
Der Amerikaner kehrt als ehemaliger Champion zurück, nachdem er 2024 den Titel in Houston gewonnen hatte. Im Vorjahr ließ er das Event aus, um direkt in die Europa-Tour zu gehen, nutzt es in dieser Saison jedoch als strukturierten Einstieg in den Sand. Als Topgesetzter führt er ein Tableau an, das von US-Spielern dominiert wird, mit sieben der acht gesetzten Plätze in heimischer Hand.
Zum Feld gehören Frances Tiafoe, Tommy Paul und Learner Tien, während Argentiniens Tomas Martin Etcheverry als einziger nicht-amerikanischer Gesetzter herausragt. In diesem Kontext bietet Sheltons Position in Houston eine unmittelbare Gelegenheit, nach einem schwierigen März wieder Schwung aufzunehmen.