Drei Tage voller Drama in der Auftaktrunde der
Australian Open sind vorbei, und sowohl im ATP- als auch im WTA-Feld wurde von 128 auf 64 halbiert. Nun wollen die verbleibenden Spieler in diesem Grand-Slam-Turnier weiter vorankommen.
Tag vier wird vom
Weltranglistenersten und den drei Gesetzten beider Wettbewerbe angeführt, während sich die australischen Fans darauf freuen, ihren Topspieler sowie eine Wildcard zu sehen, die zum Abschluss der Session auf eine Teenie-Sensation trifft. Zudem präsentiert Melbourne Park eine ganze Reihe von Stars, mit dem Drittrunden-Einzug als Ziel vieler.
Alcaraz, Zverev wollen Titeljagd fortsetzen
Für
Carlos Alcaraz begann das Turnier gut, er bezwang Adam Walton in drei Sätzen, der Karriere-Grand-Slam weiter fest im Blick. Seine Form Down Under war nie überragend, doch viele meinen, dass dies sein Jahr für den Titel sein könnte.
Dafür muss er im weiteren Verlauf sein bestes Tennis abrufen, um mit seinem Erzrivalen Jannik Sinner mitzuhalten, der zum Auftakt mühelos gewann. Der Spanier wirkte in seiner ersten Partie nicht so souverän wie der zweifache Champion, hoffte aber, sich vor dem Zweitrunden-Duell mit Yannick Hanfmann eingegroovt zu haben.
Der Deutsche lieferte sich gegen Qualifikant Zachary Svajda einen Kampf, setzte sich aber in vier engen Sätzen durch. Er muss sein bestes Tennis finden, und noch etwas mehr, wenn er dem Weltranglistenersten Paroli bieten will.
Von einem Deutschen zum nächsten: Alexander Zverev spielt in der John Cain Arena gegen Alexandre Muller. Der Vorjahresfinalist steht unter Druck, die in Melbourne Park gewonnenen Ranglistenpunkte zu verteidigen, dem mit Abstand größten Highlight seines Jahres 2025.
Nach einem kniffligen ersten Satz gegen Gabriel Diallo fand der Weltranglistendritte seinen Rhythmus und gab in den letzten drei Sätzen nur sieben Spiele ab, ein sehr respektabler Sieg. Daran will er gegen einen weiteren harten Gegner anknüpfen, der ihn bei ihrem letzten Duell bei den Hamburg Open bezwang.
Alexander Zverev erreichte das Finale der Australian Open 2025
De Minaur führt Australier an, formstarke Bublik und Medvedev auf dem Court
Alex de Minaur erreichte 2025 erstmals das Viertelfinale der
Australian Open und erweiterte seine Sammlung von Grand-Slam-Viertelfinals. Er hat das Potenzial für mehr und wie stets den Rückhalt in Melbourne, wo die Fans ihn leidenschaftlich antreiben. Auch auf der Rod Laver Arena ist das nicht anders, wenn er gegen Hamad Medjedovic um den Einzug in Runde drei spielt.
Dreifinalist Daniil Medvedev wird von vielen nicht als erneuter Finalist Down Under gesehen, doch seine Form bleibt nicht unbemerkt. Nach seinem Titel in Brisbane International hat er nun innerhalb weniger Monate zwei Trophäen geholt. Der ehemalige Weltranglistenerste will seinen Lauf in Melbourne gegen den Franzosen Quentin Hayls fortsetzen.
Auch Alexander Bublik ist in Topform. Er startete das Jahr mit dem Titel bei den Hong Kong Open und ist 2026 bislang ungeschlagen. Sein Sprung in die Top 10 ist ein großer Moment für den talentierten Kasachen, der sein Potenzial endlich konstant zeigt. Marton Fucsovics ist sein nächster Gegner.
Auf der Margaret Court Arena eröffnet Andrey Rublev den Tag gegen Qualifikant Jaime Faria, während Frances Tiafoe die Matches dort gegen Francisco Comesana beschließt. Spaniens Nummer 14 Alejandro Davidovich Fokina trifft auf den großgewachsenen Amerikaner Reilly Opelka, und Landsmann sowie Vorjahresviertelfinalist Tommy Paul steht Thiago Tirante gegenüber.
Sabalenka und Gauff führen WTA-Feld an
Es ist erneut eine hochkarätige Session im Frauentennis, angeführt von niemand Geringerer als der Weltranglistenersten und zweifachen Championess Aryna Sabalanka. Die Belarussin hat die Hälfte ihrer Grand-Slam-Titel in Melbourne gewonnen und peilt mit dem fünften Major die vierte Finale-Teilnahme in Serie an.
Das ist allerdings noch ein weiter Weg. In ihrem Auftaktmatch gegen die junge Französin Tiantsoa Rakotomanga Rajonah sah sie nach einem frühen Ausrutscher gut aus. Mit fortschreitendem Turnier werden solche Fehler häufiger bestraft, daher ist es entscheidend, dass Sabalenka in einen guten Rhythmus kommt. Sie trifft auf Qualifikantin Zhuoxuan Bai, die trotz einer Weltranglistenposition außerhalb der Top 700 die Favoritinrolle sprengte und die frühere French-Open-Finalistin Anastasia Pavlyuchenkova besiegte.
Aryna Sabalenka gewann die Australian Open 2023 und 2024, verlor jedoch das Finale 2025 gegen Madison Keys
Sabalenka ist klare Favoritin, ebenso
Coco Gauff auf dem Weg zu ihrem dritten Grand-Slam-Titel. Die Amerikanerin hatte im ersten Satz gegen Kamila Rakhimova mit dem Aufschlag zu kämpfen, steigerte sich jedoch im zweiten deutlich und geriet letztlich kaum unter Druck.
Zwischenzeitlich sah es nach einem Duell mit Venus Williams aus, das ein Blockbuster gewesen wäre. Doch Olga Danilovic schaffte nach einem 0:4-Rückstand im dritten Satz ein unglaubliches Comeback. Es ist das erste Aufeinandertreffen der beiden auf der ganz großen Bühne.
Andreeva, Paolini, Mboko alle im Einsatz
Eine der Leistungen der ersten Runde lieferte Mirra Andreeva. Trotz Satzrückstands gegen Donna Vekic drehte sie im Verlauf des Matches auf ein furchteinflößendes Niveau und gewann 10 der letzten 11 Spiele, um die Überraschung zu verhindern. Leichter wird es nicht, denn als Nächste wartet die frühere Nummer drei der Welt, Maria Sakkari, auf die 18-Jährige, es ist das erste Duell der beiden.
Auf der Kia Arena beschließt Jasmine Paolini den Tag mit einem Duell gegen Magdalena Frech. Sie trafen seit 2023 nicht mehr aufeinander, die Bilanz steht 1:1. Die Italienerin glänzte zum Auftakt und gab beim Sieg über Aliaksandra Sasnovich nur drei Spiele ab.
Für Victoria Mboko war es zwar etwas kniffliger, dennoch feierte die Kanadierin bei ihrem Australian-Open-Debüt einen souveränen Sieg, Opfer war die 17-jährige Emerson Jones. Nun wartet eine deutlich erfahrenere Gegnerin, Catherine McNally, die den steilen Aufstieg der 19-Jährigen stoppen will. Währenddessen spielt ihre Doppelpartnerin und ebenfalls gefeierte Newcomerin Iva Jovic unter Flutlicht auf der Rod Laver Arena gegen die australische Wildcard Priscilla Hon.
Emma Raducanu war einst selbst eine Teenie-Sensation und gewann die US Open als 18-jährige Qualifikantin. Ihre Karriere verlief seither nicht wie erhofft, doch die britische Nummer eins befindet sich weiter im Aufschwung. Die großen Turniere hat sie noch nicht wieder geknackt. Nach einem sehr soliden Auftaktsieg gegen Mananchaya Sawangkaew wartet nun mit Anastasia Potapova eine etwas härtere Prüfung.
Weitere bekannte Namen auf dem Court sind ASB-Classic-Siegerin Elina Svitolina gegen Qualifikantin Linda Klimovicova, Clara Tauson trifft auf Polina Kudermetova, und die frühere Roland-Garros-Finalistin Karolina Muchova spielt gegen Alycia Parks.