Die Viertelfinals stehen in
Indian Wells an, mit einem prall gefüllten Donnerstag nach einem langen Abend, an dem Novak Djokovic von Jack Draper besiegt wurde,
Carlos Alcaraz brillierte und die WTA-Seite etwas ins Leere lief.
Sabalenka gegen Mboko im Fokus bei WTA-Action
Zunächst zur
WTA-Seite mit vielleicht einem der Spiele des Tages in Kalifornien, wenn
Aryna Sabalenka auf Victoria Mboko trifft um 19:00 Uhr.
Ein 6:1, 7:6 ist das einzige Duell, das sie je bestritten haben, damals bei den Australian Open zugunsten von Sabalenka. Doch Mboko wird immer stärker und zerlegte eine Spielerin, die oft Sabalenkas Kryptonit ist, in Amanda Anisimova.
Sie fegte Anisimova mit 6:4, 6:1 vom Platz und erreichte das Viertelfinale, während Sabalenka im Achtelfinale mit 6:2, 6:4 gegen Naomi Osaka siegte. Es waren nahezu identische Resultate, da Mboko Anna Kalinskaya aus dem Weg räumte, während Sabalenka Jaqueline Cristian bezwang.
Mboko ist jedoch ein kleines Rätsel und hat das Spiel, um jede Spielerin auf der Tour zu verwirren. Ein großer Schritt wäre es, die aktuelle Nummer eins der Welt zu stürzen, die ihre Verlobung entweder als Glücksbooster nutzt oder gegen die aufstrebende Kanadierin einen Albtraum erlebt.
In derselben Hälfte liegt auch das Überraschungspaket, wobei Linda Noskova, so überraschend nun auch wieder nicht, als 14. gesetzt ist und zu jener Gruppe gehört, die an den Top 10 kratzt und jederzeit die Party sprengen kann. Sie profitierte gewissermaßen davon, dass Coco Gauff gegen die derzeit wohl meistbeachtete Tennisakteurin Alexandra Eala aufgeben musste. Eala wurde anschließend von Noskova klar mit 6:2, 6:0 geschlagen. Nun trifft sie auf Talia Gibson, die überragende Australierin.
Aus der Qualifikation kommend hat sie Clara Tauson und Jasmine Paolini nacheinander ausgeschaltet und nun eine große Chance auf das Halbfinale. Allerdings wissen beide, dass es unabhängig vom Gegner ein steiler Anstieg wird, denn es wartet Sabalenka oder Mboko.
Pegula gegen Rybakina und Svitolina–Swiatek vor großen Duellen
Vom Minenfeld der Unwägbarkeiten hin zur Definition von Konstanz.
Jessica Pegula trifft im ersten von zwei großen Viertelfinals auf
Elena Rybakina.
Rybakina siegte im Halbfinale auf dem Weg zum Titel bei den Australian Open und bezwang sie zudem in Saudi-Arabien auf dem Weg zum WTA-Finals-Titel, sie ist also oft ein gutes Omen. Doch Pegula schaltete in der letzten Runde ein schlechtes Omen in Belinda Bencic aus und wird das Selbstvertrauen haben, den nächsten Schritt in diesem Puzzle zu gehen.
Jessica Pegula ist derzeit in herausragender Form.
Beide sind vielleicht die Pflichttermine dieser Saison unter den Verbliebenen, da sie die formstärksten sind. Beide haben reichlich Titel gesammelt und sind derzeit wohl die Top zwei außerhalb der Top zwei. Ein echtes Spitzenduell zum Anschauen.
Rybakina bremste zuletzt Sonay Kartal aus, die eine starke Woche hatte, aber unglücklich zu den vielen Spielerinnen gehörte, die gestern Abend aufgeben mussten. Gleiches galt für Katerina Siniakova gegen Elina Svitolina, in einem weiteren vertrauten Bild, da die Ukrainerin nun auf Iga Swiatek trifft.
Da es früh erledigt war, geriet Swiatek gestern Abend fast zur Randnotiz, als sie Karolina Muchova, eine der formstärksten Spielerinnen dieser Saison, förmlich überrollte, ohne große Gegenwehr der Tschechin. Svitolina gewann zudem den ersten Satz gegen Siniakova mit 6:1, und beim Stand von 1:1 im zweiten gab die Tschechin auf. Nennen wir es Tschechmatt.
Im direkten Vergleich ist Swiatek klar vorne. Sie führt 4:1, aber Svitolina sollte man nie abschreiben. Sie kämpft sich nach Verletzungen und kleinen Formdellen stetig zurück und hat definitiv die Mittel, wenn Swiatek schwächelt. Auf dem Papier deutet jedoch vieles auf Swiatek–Rybakina im Halbfinale hin.
Draper gegen Medvedev als Hauptattraktion, Alcaraz trifft auf Norrie
Weiter zu den Herren, wo die meisten Topnamen der
ATP-Rangliste im Einsatz sind. Wir beginnen mit einem reizvollen Duell zwischen Arthur Fils und Alexander Zverev. Es steht 4:2 für Zverev gegen den wiedererstarkten Franzosen. Allerdings gewann Fils im vergangenen Jahr auf ähnlichem Belag in Miami. Die meisten Zverev-Siege stammen von Sand oder Rasen.
Fils schlug Auger-Aliassime, Zverev setzte sich gegen Frances Tiafoe durch. In ihrer Sektion steht zudem einer der derzeit meistdiskutierten US-Amerikaner, der sich stetig steigert. Learner Tien besiegte Alejandro Davidovich Fokina nach Ben Shelton und trifft nun auf Jannik Sinner, der in zwei Sätzen, aber nicht leicht, gegen Joao Fonseca gewann – ein Duell von vermeintlicher Zukunft und Gegenwart.
Kann Draper an das Djokovic-Epos anknüpfen?
Dann auf die andere Seite, und es wird interessant zu sehen, wie sich Jack Draper schlägt, der in den vergangenen sechs Monaten bis zuletzt kaum gespielt hat. Er lieferte sich ein absolutes Epos gegen Novak Djokovic und gewann 4:6, 6:4, 7:6. Nun trifft er auf Daniil Medvedev, der Alex Michelsen mit 6:2, 6:4 vom Platz fegte und bislang kaum Spiele abgegeben hat. Er kommt zudem frisch aus der Dubai-Situation der großen Flucht, was es umso beeindruckender macht.
Der Sieger trifft auf Carlos Alcaraz oder Cameron Norrie. Alcaraz war gegen Casper Ruud überragend, hat gegen Norrie jedoch nur knapp mit 5:3 die Nase vorn. Norrie gewann in Paris, Rio und Cincinnati und ist seit Alcaraz’ Durchbruch ein konstanter Prüfstein. Er schaltete Rinky Hijikata aus und hat nun eine große Chance, den neuen Tennis-König zu stürzen.