Iga Swiatek äußerte sich nach ihrem Weiterkommen bei den 2026 BNP Paribas Open zur anhaltenden Debatte über Gleichberechtigung zwischen ATP- und WTA-Tour und fand bei ihrer
Pressekonferenz in
Indian Wells abgewogene Worte. Die Nummer 2 der Welt erklärte, sie habe die Unterschiede in der Ansetzung von Herren- und Damenmatches nicht im Detail analysiert, betonte jedoch, dass sich die Spielerinnen auf der WTA-Tour im gemeinsamen Turnierumfeld gut behandelt fühlten.
Die Aussagen folgten auf einen weiteren überzeugenden Auftritt in der kalifornischen Wüste, wo Swiatek Maria Sakkari mit 6:3, 6:2 besiegte und das Achtelfinale erreichte. Das Ergebnis hatte für den polnischen Star zusätzliche Bedeutung, nachdem sie der Griechin noch vor wenigen Wochen in Doha unterlegen war, ehe sie die Rivalität in Indian Wells wieder zu ihren Gunsten drehte.
Swiateks Sieg setzt ihre starke Bilanz bei den BNP Paribas Open fort, wo sie den Titel bereits zweimal (2022, 2024) holte – jeweils mit einem Finalsieg über Sakkari. Die langsamen, hoch abspringenden Plätze in Indian Wells kamen ihrem schweren Topspin von der Grundlinie und ihrer geduldigen Punktgestaltung historisch entgegen.
In der nächsten Runde wartet Karolina Muchova, die jüngst in Doha ihren ersten WTA-1000-Titel gewann. Das Duell lieferte häufig enge Begegnungen, obwohl die Polin im Head-to-Head vorne liegt, und fügt einer Rivalität ein weiteres spannendes Kapitel hinzu, die bereits mehrere umkämpfte Matches auf der Tour hervorgebracht hat — darunter das Finale der Roland Garros 2023, in dem die Polin siegte und ihren dritten Titel in Paris holte.
Swiatek äußert sich zur Gleichberechtigungsdebatte zwischen ATP und WTA
Auf die Frage nach Gleichberechtigung zwischen Herren- und Damentour sagte Swiatek, sie betrachte die Ansetzungen nicht durch die strikte Brille der Parität. Stattdessen hob sie hervor, dass persönliche Vorlieben der Spielerinnen und Spieler oft auseinandergehen, was die Diskussion komplexer mache als den bloßen Vergleich von Sendeplätzen oder Match-Platzierungen.
Die Polin erläuterte, dass manche Akteurinnen Abendmatches bevorzugen, während andere Tagesbedingungen schätzen, sodass das, was auf dem Papier ungleich wirkt, von den Spielerinnen selbst nicht zwingend so wahrgenommen werde. Aus ihrer Sicht gehört die Anpassung an den Spielplan einfach zum Leben auf der Profitour.
„Ich habe mir den Spielplan nie aus dieser Perspektive angeschaut, denn zum Beispiel könnt ihr sagen, die Night Session sei das beste Matchfenster, aber ich möchte am Tag spielen“, sagte die 24-Jährige. „Wenn es also nicht gleich ist und ich die Day Session bekomme, ist das für mich in Ordnung.“
Swiatek wies zudem darauf hin, dass sie wenig Einblick habe, wie Wünsche der Spielerinnen hinter den Kulissen bearbeitet werden. Da Akteurinnen oft individuelle Vorlieben oder logistische Erwägungen haben, sei es ihrer Meinung nach schwer zu beurteilen, ob Ungleichheiten bestehen, ohne den vollen Kontext zu kennen.
„Ich habe das Gefühl, dass wir gut behandelt werden, daher gibt es nichts, was ich an unserem Leben auf der Tour als schlecht bezeichnen würde. Es ist hart, klar, denn dieser Sport ist hart, aber wir spielen dieselben Turniere und bewegen uns im selben Umfeld.“
Swiatek gewarnt vor Muchova-Herausforderung trotz Head-to-Head-Vorteil
Als Nächstes trifft Swiatek im Achtelfinale auf Karolina Muchova, eine Spielerin, die sie häufig für ihre Kreativität und taktische Intelligenz lobt. Zwar führt die Polin das Head-to-Head mit 4:1 an, doch viele ihrer Matches waren eng und gingen oft in knappe Entscheidungssätze.
Muchova reist ihrerseits in starker Form an, nachdem sie jüngst in Doha einen WTA-1000-Titel gewann und mit wachsendem Schwung in Indian Wells angetreten ist. Ihr variables Spiel — mit druckvollen Grundschlägen, Slices, Stopps und konsequenten Netzangriffen — hat selbst für die konstantesten Grundlinienspielerinnen der Tour häufig Probleme bereitet.
„Es wird hart. Ich erinnere mich an all diese Matches gegen sie — manchmal lag ich im dritten Satz ein Break zurück. Sie ist eine großartige Spielerin, und meistens waren unsere Partien richtig eng.“
Swiatek fügte hinzu, dass sie das Spiel der Tschechin gern ansieht, und lobte deren flüssige Bewegung und strategisches Gespür. Die Polin zog sogar einen Vergleich, der den Respekt vor ihrer kommenden Gegnerin unterstreicht. „Ehrlich gesagt spiele ich sehr gern gegen sie. Ich schaue Karolina auch gern zu. Es ist einfach schön, jemandem zuzusehen, der so clever und so geschmeidig spielt. Sie ist wie der weibliche Roger.“