In nur wenigen Stunden geht es beim
Indian Wells Open 2026 los, wenn die besten Tennisspieler der Welt nach Kalifornien reisen, um bei einem der größten Turniere im Tennis-Kalender anzutreten.
Der erste Tag beginnt mit einer feinen Auswahl an ATP- und WTA-Duellen, die das Publikum in den frühen Phasen dieses 12-tägigen Turniers unterhalten werden.
Tsitsipas–Shapovalov, Berrettini, Monfils führen ATP-Programm an
Die Top 32 Gesetzten stehen nach einem Freilos bereits in der zweiten Runde, doch es bleibt immer noch eine Fülle an Qualität, die ihr Indian-Wells-Abenteuer starten will.
Die Partie des Tages dürfte zwischen
Stefanos Tsitsipas und Denis Shapovalov steigen. Der Grieche ist schwer außer Form, stürzte in der Weltrangliste auf Platz 43 ab – seine niedrigste Position seit 2018. Frühe Niederlagen werden zur Gewohnheit, und eine Trendwende ist nicht in Sicht. Auf der anderen Seite hat Shapovalov zwar durch die verpasste Titelverteidigung in Dallas ebenfalls Plätze eingebüßt, erreichte dort aber das Halbfinale und will seine makellose Erstrundenbilanz in Indian Wells fortsetzen.
Einer der auffälligsten Namen ist der ehemalige Wimbledon-Finalist Matteo Berrettini, der den schnellen Wechsel von den südamerikanischen Sandplätzen auf die nordamerikanischen Hartplätze meistern will. Er gehörte zu den Spielern, die die Golden Swing vollständig absolvierten, ohne jedoch Erfolg zu feiern. Frühe Niederlagen in der Argentina Open und der Chile Open rahmten einen Viertelfinaleinzug bei der Rio Open ein. Auch wenn die Ergebnisse nicht seinen Vorstellungen entsprechen, tut ihm Matchpraxis gut. Der Italiener trifft auf den Open Occitanie-Finalisten Adrian Mannarino in einer voraussichtlich vielbeachteten Auftaktpartie, deren Sieger auf Alexander Zverev wartet.
Ein weiterer Franzose betritt die Bühne – zum letzten Mal in Indian Wells. Dieser Halt war ein naheliegender Teil von Gael Monfils’ Abschiedstour, die bislang nur einen Einzelsieg bei den Mexican Open gebracht hat. Der dreimalige Masters-1000-Finalist ist in seinen letzten fünf Teilnahmen nur einmal in der ersten Runde ausgeschieden und hofft auf ein ähnliches Ergebnis gegen den Kanadier Alexis Galarneau, der außerhalb der Top 200 rangiert. Ein mögliches kanadisches Zweitrundenduell gegen Felix Auger-Aliassime liegt in der Luft.
Gael Monfils at the 2025 French Open
Joao Fonseca dürfte die brasilianischen Fans zahlreich anlocken. Ein holpriger Saisonstart, geprägt von Verletzungen, steht im starken Kontrast zum Vorjahr, als er in Buenos Aires triumphierte, kurz vor seinem erst zweiten Masters-1000-Auftritt. Er hat in diesem Rahmen acht Turniere bestritten und nur zweimal Auftaktniederlagen erlebt. So gefährdet wie jetzt, an der ersten Hürde zu scheitern, war er selten, zumal Raphael Collignon darauf brennt, das Ergebnis ihres einzigen Duells im Davis Cup zu drehen.
Landsmann Zizou Bergs trifft auf einen formschwachen Jan-Lennard Struff. Das ist nicht die einzige deutsche Beteiligung heute: Daniel Altmeir steckt aktuell in einer Serie von sechs Erstrundenniederlagen. Gegen den Mexican-Open-Halbfinalisten Miomir Kecmanovic wartet eine knifflige Aufgabe, zumal der Serbe seine gute Form fortsetzen will. Ein Wiedersehen mit dem späteren Champion Flavio Cobolli ist für den Serben durchaus möglich, der auf Revanche brennt.
In Indian Wells ist die US-Beteiligung traditionell groß, denn das erste Masters 1000 des Jahres bietet die Bühne vor heimischem Publikum. Den Auftakt bilden zwei US-argentinische Duelle: Wildcard-Spieler Martin Damm Jr gegen Camilo Ugo Carabelli sowie Marcos Giron gegen Mariano Navone. Ben Shelton wird in Runde zwei garantiert auf einen Amerikaner treffen, muss aber abwarten, ob es Reilly Opelka oder Etahn Quinn wird. Auch Jenson Brooksby möchte mit einem Sieg gegen den früheren Canadian-Open-Champion Alexei Popyrin in die nächste Runde einziehen.
Apropos Australier: James Duckworth kehrt erstmals seit 2021 ins Indian-Wells-Hauptfeld zurück und peilt ein Duell mit der Nummer zwei der Welt, Jannik Sinner, an. Das wird Realität, wenn er an Dalibor Svrcina vorbeikommt. Adam Walton, Tristan Schoolkate und Christopher O'Connell vertreten Down Under in Kalifornien ebenfalls und treffen der Reihe nach auf Quentin Halys, Dino Prizmic und Marton Fucsovics. Gabriel Diallo reist aus Kanada an und spielt gegen Mattia Bellucci, während eine der letzten Partien des Abends den früheren US-Open-Sieger Marin Cilic gegen Zachary Svajda sieht.
Ehemalige Champions wollen wieder in die Spur finden - kein Eva Lys
Es ist fair zu sagen, dass es für
Paula Badosa auf dem Platz zuletzt nicht gut lief. Anhaltende Verletzungsprobleme haben ihre Ambitionen stark gebremst, obwohl sie phasenweise groß aufspielte, etwa im vergangenen Jahr mit dem Halbfinale bei den Australian Open. Sie ist inzwischen aus den Top 100 der Welt gefallen – ein drastischer Absturz, und erneut wartet ein steiler Aufstieg zurück dorthin, wo sie hingehört. Die ehemalige Nummer zwei der Welt
gewann diesen Titel 2021, als sie in drei Sätzen gegen Victoria Azarenka dem Hype gerecht wurde. Nun startet sie erstmals seit 2023 wieder bei diesem Turnier, ihr Auftaktmatch bestreitet sie gegen die Kasachin Yulia Putintseva.
Die Rückkehr von
Bianca Andreescu auf die WTA-Bühne bleibt ein äußerst spannender Ausblick. Die frühere US-Open-Siegerin hat zuletzt regelmäßig auf der ITF-Tour gespielt, zwei Titel eingesammelt und anschließend ihr Comeback auf der WTA Tour mit einer Dreisatzniederlage gegen Dalma Galfi beim ATX Open gegeben. Ihren Durchbruch feierte sie 2019 ausgerechnet bei diesem Turnier, als sie mit einem Überraschungscoup im Endspiel Angelique Kerber besiegte. An dieses Niveau reicht sie derzeit nicht heran, doch sie strebt an, wieder zur Weltspitze zu gehören. Dafür muss der Start mit einem Sieg gelingen: In Runde eins trifft sie auf Kamila Rakhimova. Coco Gauff wird das Geschehen genau verfolgen.
Ähnlich wie bei den Herren will auch das US-Aufgebot im Frauenturnier für Spektakel sorgen und die Zuschauer mitreißen. McCartney Kessler hofft darauf besonders, um ihre Formkurve wieder nach oben zu lenken. Eine knifflige Auftaktaufgabe wartet zeitgleich mit Ann Lis Duell gegen Talia Gibson: Kessler trifft auf Zeynep Sonmez. Alycia Parks und Himeno Sakatsume kämpfen um das Recht, in einem einschüchternden Szenario gegen die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka anzutreten. Sloane Stephens eröffnet ihr Turnier als letzte Partie des Tages gegen Camila Osorio.
Catherine McNally muss ihre Vorbereitung anpassen. Eigentlich hätte sie in der ersten Runde auf Eva Lys getroffen, doch die Deutsche bleibt aufgrund eines Knieproblems weiterhin außen vor. Stattdessen gibt Victoria Jimenez Kasintseva ihr Debüt in
Indian Wells. Die Andorranerin schaffte es kürzlich als erste Spielerin ihres Landes in die Top 100, nachdem sie das Viertelfinale der Merida Open erreichte. Für die 20-Jährige ist weiterer Fortschritt in Sicht, denn die Siegerin jenes Viertelfinals, Shuai Zhang, wurde gegen Dayana Yastremska zugelost.
Eva Lys zog nur wenige Stunden vor dem Start ihre Teilnahme in Indian Wells 2026 zurück
Im weiteren Programm eröffnen Kimberly Birrell und Oksana Selekhmeteva den Tennistag, während Transylvania-Open-Siegerin Sorana Cirstea zu einer letzten Reise nach Indian Wells aufbricht und in Runde eins auf Tatjana Maria trifft. Anastasia Potapova und Marina Stakusic spielen um das Ticket gegen Jasmine Paolini, zudem sind Ajla Tomljanovic und Elena-Gabriela Ruse in diesem Teil der Auslosung vertreten.
Weitere deutsche Beteiligung liefert Ella Seidel, die auf Anastasia Zakharova trifft, während Jessica Bouzas Maneiro und Beatriz Haddad Maia ihre Jagd nach Erfolg aufnehmen. Galfi hatte ursprünglich die Qualifikation verpasst, blickt nun gemeinsam mit Anna Blinkova auf ein mögliches Zweitrundenduell mit Amanda Anisimova. Mehr rumänische Präsenz am ersten Tag gibt es mit Jaqueline Cristian, die zum Auftakt auf Janice Tjen trifft.