Alexander Zverev marschiert weiter durch die Auftaktrunden der
Australian Open.
Alexandre Müller erwies sich als harte Prüfung, aber nichts, was der Deutsche nicht schon gesehen hätte, und setzte sich mit 6:4, 4:6, 6:3, 6:4 durch.
Australian Open Matchbericht – wie Zverevs Form Richtung Titel spricht
Melbourne Park ist ein Schauplatz, den der zweimalige ATP-Finals-Sieger in den letzten Jahren genossen hat. 2024 erreichte er nach einem Thriller im Viertelfinale gegen
Carlos Alcaraz das Halbfinale, bevor er gegen Daniil Medvedev eine 2:0-Satzführung verspielte und das Endspiel verpasste. Ein jahr später schaffte er es in ein drittes Major-Finale, war aber gegen den Titelverteidiger
Jannik Sinner chancenlos.
Nur Silberware zählt für
Zverev, der seine höchste Motivation zeigt, nach Jahren des Unterperformens und Frusts endlich einen Grand-Slam-Titel zu holen.
Sein Vorhaben, diese immer schwerer wiegende Bürde abzulegen, könnte in gut einer Woche gelingen. Dafür muss er jedoch die Anfangsphasen meistern. Gegen Müller wurde er gefordert, konnte sich aber für die Niederlage bei ihrem letzten Duell auf heimischem Boden im vergangenen Jahr revanchieren.
Zverev zu stark für Müller
Zverev startete in sein
Erstrunden-Duell gegen Gabriel Diallo schleppend und verlor den ersten Satz. Auch diesmal geriet er früh unter Druck, als er gegen den schnell gestarteten Müller zwei Breakbälle abwehren musste. Er fing sich jedoch und fand nach und nach in die Partie.
Nachdem er bei 2:3 einen eigenen Breakball ausgelassen hatte, zündete er genau jenen Funken Qualität, der ihn zur Nummer drei der Welt macht. Ein souveränes Aufschlagspiel folgte von einem verdienten Break. Er war nur noch ein Schritt vom Satzgewinn entfernt und wartete nicht ab, um auszuservieren: Der ungeduldige Zverev brach den Aufschlag des Franzosen erneut und machte damit den ersten Schritt zum Sieg.
Dies wurde später durch eine positive Antwort von Müller egalisiert. Zu Beginn des zweiten Satzes war das jedoch nicht absehbar, als Zverev sieben Spiele in Serie gewann und richtig in Schwung kam, als wolle er davoneilen. Sein Lauf wurde jedoch abrupt gestoppt. Nach einer 3:0-Führung fand Müller einen Flow und holte fünf Spiele in Folge. Zverev beendete die Negativserie und erspielte sich sogar eine Breakchance, als Müller zum Satz servierte, doch es war zu spät, um den Satzausgleich zu verhindern.
Drei gehaltene Aufschlagspiele wurden im dritten Satz von drei Breaks in Serie gefolgt. Zverev war auf der richtigen Seite dieses wilden Abschnitts und stellte nach dem Rebreak auf 4:2. Eine Regenunterbrechung in der John Cain Arena brachte den entschlossenen Deutschen nicht aus dem Tritt. Er gab bis zum Satzende nur zwei Punkte bei eigenem Aufschlag ab und übernahm erneut die Kontrolle über das Match.
Er legte mit einem sofortigen Break nach und stellte Müller vor eine Herkulesaufgabe, wollte dieser erstmals die dritte Runde eines Grand Slams erreichen. Es hätte, ja es hätte wohl ein Doppelbreak und eine 4:1-Führung für Zverev sein können, doch er verwertete bei 15:40 nicht. Anschließend ließ er zwei Matchbälle bei Müllers Aufschlag ungenutzt, ehe er zu Null hielt und einen sehr soliden Sieg vollendete. Als Nächstes wartet Cameron Norrie. Zverev hat die letzten sechs Duelle gegen den Briten gewonnen, der soeben Emilo Nava in einem Thriller bezwang.